WhatCable: Tool entlarvt versteckte USB-C-Kabel-Spezifikationen
Veröffentlicht am: 14.07.2026 um 16:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die von Entwickler Darryl Morley programmierte Software liest auf Apple Silicon Macs die versteckten technischen Daten jedes angeschlossenen Kabels aus – und zeigt, was wirklich drin steckt.
Das Problem ist bekannt: USB-C-Stecker sehen alle gleich aus, doch die inneren Werte unterscheiden sich massiv. Während ein Kabel nur langsam Daten überträgt, liefert das nächste blitzschnelle 80 Gigabit pro Sekunde. WhatCable nutzt die öffentlichen macOS-APIs und die IOKit-Registry, um genau diese oft verschleierten Spezifikationen sichtbar zu machen.
So funktioniert die Kabel-Diagnose
Die App greift auf die internen Port-Controller-Daten des Macs zu und zeigt Datenrate, Ladeleistung und Herstellerinformationen an. Entscheidend ist das Auslesen des sogenannten E-Marker-Chips, der in hochwertigen USB-C-Kabeln steckt und die Fähigkeiten des Kabels an angeschlossene Geräte weitergibt.
In Tests identifizierte die Software zuverlässig, ob ein Kabel nur Standard-USB-2.0-Geschwindigkeiten unterstützt oder höhere Standards wie USB4 oder Thunderbolt. Ein ProGrade Thunderbolt 5 Kabel wurde mit 80 Gbps erkannt, ein Studio-Display-Kabel mit 94 Watt Ladeleistung bei 40 Gbps.
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Die Software läuft ausschließlich auf Macs mit Apple Silicon und steht unter der MIT-Open-Source-Lizenz zur Verfügung. Ein Linux-Port ist geplant, Versionen für Windows, Android oder iOS gibt es bislang nicht.
Pro-Version mit erweiterten Funktionen
Die Basisversion von WhatCable ist kostenlos. Wer tiefer einsteigen möchte, zahlt einmalig 9,99 Pfund (rund 12 Euro) für die Pro-Version. Sie bietet eine Live-Verhandlungsanalyse, die in Echtzeit zeigt, wie Kabel und Gerät kommunizieren.
Weitere Profi-Features:
* Kabel-Historie: Protokoll aller angeschlossenen Kabel mit ihren Spezifikationen
* Diagnose: Erkennung von verschlissenen oder beschädigten Kabeln, die Verbindungsabbrüche verursachen
* Echtzeit-Messung: Überwachung von Strom- und Datenübertragung während der Nutzung
Der Entwickler bietet mit WhatPort bereits ein verwandtes Tool für die Hardware-Diagnose unter macOS an.
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Grenzen der Technik: Wenn Chips lügen
So hilfreich WhatCable ist – die App kann nur das auslesen, was der Chip im Kabel preisgibt. Und genau hier liegt das Problem: Hersteller können ihre E-Marker-Chips manipulieren. In Tests wurden Kabel entlarvt, die angeblich 10 Gbps unterstützen sollten, aber tatsächlich nur USB-2.0-Geschwindigkeiten lieferten – trotz korrekter Angabe des Chips.
Kabel ohne E-Marker-Chip, meist günstige oder ältere Ladekabel, liefern nur minimale Informationen zur Ladeleistung und gar keine zur Datenrate. Auch technische Sonderfälle wurden dokumentiert: Thunderbolt-3-Kabel wurden fälschlich als USB 2.0 erkannt, wenn sie an bestimmten USB-Geräten hingen.
Trotz dieser Einschränkungen gilt WhatCable als wichtiger Schritt zu mehr Transparenz – in einem Markt, der für Verbraucher oft undurchschaubar ist.
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