WeWorm: Zero-Click-Wurm gefährdete über eine Milliarde WeChat-Konten
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 16:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Sicherheitsfirma Calif hat eine gravierende Schwachstelle in der Messenger-App WeChat identifiziert, die die automatisierte Übernahme von Benutzerkonten ermöglichte.
Der als „WeWorm“ bezeichnete Zero-Click-Wurm zielte auf den VoIP-Stack der Anwendung ab und gefährdete laut Sicherheitsanalysten mehr als eine Milliarde Konten auf den Betriebssystemen Android und iOS. Da für die Infektion keinerlei Nutzerinteraktion erforderlich war, stufen Experten die Entdeckung als kritisch für die globale digitale Sicherheit ein.
Vollständige Kontenübernahme ohne Nutzerinteraktion
Nach Erkenntnissen der Sicherheitsfirma Calif verbreitete sich der Wurm WeWorm über die Sprachanruffunktion (VoIP) von WeChat. Das Besondere an dieser Schwachstelle war der sogenannte Zero-Click-Mechanismus: Angreifer konnten Konten vollständig übernehmen, ohne dass die betroffenen Nutzer auf einen Link klicken oder einen eingehenden Anruf überhaupt annehmen mussten. Durch die bloße Initiierung eines Anrufs über den VoIP-Stack der App konnte der Schadcode auf das Zielgerät übertragen werden.
Die potenzielle Reichweite dieses Exploits war erheblich. Da WeChat monatlich rund 1,4 Milliarden aktive Nutzer verzeichnet, waren laut den Analysten von Calif mehr als eine Milliarde Konten direkt gefährdet. Die technische Architektur des Wurms ermöglichte theoretisch den Zugriff auf hunderte Millionen Geräte weltweit, sowohl im Android- als auch im iOS-Ökosystem.
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Beschleunigte Entwicklung durch KI-Modelle
Ein bemerkenswerter Aspekt bei der Entdeckung von WeWorm war der Einsatz künstlicher Intelligenz. Wie die Sicherheitsfirma Calif berichtete, wurden spezialisierte KI-Modelle eingesetzt, um den Quellcode der Anwendung auf Schwachstellen zu untersuchen. Diese Modelle benötigten lediglich zwei Tage, um den zugrunde liegenden Fehler im VoIP-System von WeChat aufzuspüren.
Die anschließende Entwicklung eines funktionsfähigen Wurms, der die Lücke ausnutzt, nahm lediglich eine Woche in Anspruch. Diese Geschwindigkeit unterstreicht die wachsende Bedeutung und die potenziellen Risiken durch KI-gestützte Sicherheitsforschung. Calif nutzte diese Erkenntnisse jedoch zur präventiven Absicherung und meldete den Fehler zeitnah an die verantwortlichen Entwickler.
Reaktion von Tencent und Bereitstellung von Patches
Die Verantwortlichen bei WeChat reagierten auf die Warnungen der Sicherheitsforscher. Calif hatte den Bug bereits im Juli 2026 an den Mutterkonzern Tencent gemeldet. Daraufhin leitete das Unternehmen entsprechende Gegenmaßnahmen ein, um die Integrität der Nutzerkonten zu gewährleisten.
Am 21. August 2026 wurden offizielle Patches zur Verfügung gestellt, die die Sicherheitslücke im VoIP-Stack schlossen. Tencent hat die Behebung des Fehlers inzwischen bestätigt. Trotz der theoretisch massiven Bedrohungslage gibt die Sicherheitsfirma Calif an, dass nach aktuellem Kenntnisstand keine Nutzer durch den Wurm kompromittiert wurden.
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Die rechtzeitige Meldung und die anschließende Veröffentlichung der Sicherheitsupdates konnten eine großflächige Ausnutzung der Schwachstelle verhindern. Nutzer der App werden dennoch dazu angehalten, sicherzustellen, dass sie die aktuellste Version der Software verwenden, um gegen derartige Angriffsvektoren geschützt zu sein.
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