Wellness-Paradox, Menschen

Wellness-Paradox: Je mehr optimieren, desto gestresster werden Menschen

04.06.2026 - 04:48:12 | boerse-global.de

Studien belegen: Streben nach Perfektion und Selbstoptimierung verursacht zunehmend Erschöpfung, besonders bei jungen Menschen.

Wellness-Paradox: Je mehr optimieren, desto gestresster werden Menschen - Bild: über boerse-global.de
Wellness-Paradox: Je mehr optimieren, desto gestresster werden Menschen - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen: Der Versuch, Gesundheit und Effizienz zu optimieren, führt immer öfter in die Erschöpfungsfalle.

Junge Generation besonders betroffen

Das Gottlieb Duttweiler Institute (GDI) beschreibt in einer aktuellen Untersuchung ein „Wellness-Paradox“: Je intensiver Menschen nach Wohlbefinden streben, desto gestresster werden sie. Besonders krass trifft es die 16- bis 24-Jährigen. Mehr als die Hälfte dieser Altersgruppe leidet unter häufigem Zeitdruck. Nur zwölf Prozent geben an, selten gestresst zu sein.

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Die Zahlen sind absurd: Die weltweite Wellness-Ökonomie erreichte 2024 ein Volumen von 6,8 Billionen US-Dollar. Für 2029 sind 9,8 Billionen prognostiziert. Trotz dieser Milliarden-Investitionen greifen 84 Prozent der Befragten zu Nahrungsergänzungsmitteln, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) liefert eine mögliche Erklärung: 55 Prozent der Jugendlichen sehen soziale Medien als Stressfaktor bei der Berufswahl.

Transformation Fatigue: Wenn Dauerumbau lähmt

Auch im Job macht sich die Erschöpfung breit. Die Technische Universität Dresden befragte 2.808 Angestellte. Ergebnis: Mehr als jeder Dritte leidet unter „Transformation Fatigue“. Ständige Umstrukturierungen führen zu Resignation, Motivationsverlust und Frust.

Selbst Führungskräfte sind nicht immun. Der Bildungsforscher Pierre Tulowitzki befragte über 1.300 Schulleitungen. 80 Prozent haben grundsätzlich Freude an ihrem Job. Aber jede fünfte Führungskraft zeigt Burn-out-Symptome. Hauptgründe: Personalmangel und kaputte IT.

Wenn das Aufschieben zur Krankheit wird

Prokrastination ist ein alter Bekannter. Eine aktuelle Analyse zeigt: Mit zunehmendem Alter schieben Menschen weniger auf. Aber wer früh stark zum Aufschieben neigt, bleibt oft ein Leben lang dabei, so Entwicklungspsychologe Herbert Scheithauer.

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Oft ist es nicht mangelnde Disziplin, sondern ein falscher Umgang mit anstehenden Aufgaben, der zu chronischem Aufschieben und Last-Minute-Stress führt. Dieser kostenlose Ratgeber stellt vier bewährte Methoden vor, um Prokrastination dauerhaft zu überwinden. Kostenlosen PDF-Ratgeber gegen Aufschieberitis anfordern

Manchmal steckt mehr dahinter. Mindestens zwei Millionen Erwachsene in Deutschland haben eine unerkannte ADHS-Erkrankung. Fachärztin Astrid Neuy-Lobkowicz betont: Eine späte Diagnose ist oft eine Erleichterung. Endlich gibt es eine Erklärung für jahrelange Probleme mit der Selbstorganisation. Die wirksamste Behandlung: Medikamente plus Verhaltenstherapie.

Ausweg aus der Optimierungsfalle

Bildungswissenschaftlerin Margrit Stamm warnt: Überversorgung und Dauerförderung produzieren „Burn-out-Kids“. Ihr Rat an Eltern: Ehrlich die eigenen Motive hinterfragen. Weniger Druck auf die nächste Generation.

Wie es besser geht, zeigt ein Beispiel von 2021. Eine Karriere-Beraterin sicherte sich einen Top-Job bei einem Software-Unternehmen – mit einem 90-Tage-Onboarding-Plan. Klare Ziele für die ersten drei Monate, das war ihr Trumpf.

Für die Erholung empfehlen Experten das Gegenteil von Planung. Autorin Kimberly Wilson fand heraus: Wahre Erholung ist nicht käuflich. Sie kommt durch den Verzicht auf starre Reisepläne und Social-Media-Inszenierung. Die Fähigkeit, Kontrolle abzugeben – das ist der Schlüssel zur psychischen Regeneration.

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