Wellness-Paradox: 50% der 16–24-Jährigen fühlen sich erschöpft
04.06.2026 - 08:30:41 | boerse-global.dePrivate Anbieter wie balancework bringen spezielle Fatigue-Coachings auf den Markt. Die Programme richten sich an Betroffene von Post-Covid, ME/CFS und Burnout-Folgen.
Ziel ist es, Strategien zur Alltagsbewältigung zu vermitteln. Die Betroffenen lernen, ihre individuellen Energiegrenzen besser einzuschätzen.
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Ständige Veränderung macht krank
Die Nachfrage nach solchen Angeboten ist enorm. Eine Umfrage der TU Dresden unter 2.808 Angestellten zeigt: Mehr als ein Drittel leidet unter „Change Fatigue“ – der Erschöpfung durch ständige Veränderungsprozesse im Job. Die Ergebnisse wurden am 3. Juni veröffentlicht.
Die Zahlen zur Arbeitsbelastung untermauern den Trend. 2024 leisteten Deutsche insgesamt 1.189,7 Millionen Überstunden – mehr als die Hälfte davon unbezahlt. Die durchschnittlichen Krankheitstage lagen bei 14,8 Tagen pro Beschäftigtem.
Das Wellness-Paradoxon der jungen Generation
Der Wellness-Markt boomt. Eine Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts vom 2. Juni prognostiziert ein Wachstum von 6,8 Billionen US-Dollar (2024) auf 9,8 Billionen US-Dollar (2029). Doch trotz des Booms fühlen sich vor allem Junge erschöpft.
In der Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen gibt jeder Zweite an, häufig müde zu sein – obwohl 86 Prozent unter der Woche mindestens acht Stunden schlafen. Die Forscher sprechen von einem „Wellness-Paradox“. Mehr als die Hälfte der jungen Erwachsenen leidet unter Zeitdruck, 84 Prozent greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln. Die hohen Investitionen in die Gesundheit senken den Stresslevel nicht.
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Neue Erkenntnisse zu Long Covid und Schlaf
Die Forschung macht Fortschritte. Eine Langzeitstudie der Universitätsmedizin Magdeburg, veröffentlicht in Nature Communications, untersuchte pädiatrisches Long Covid über bis zu 3,2 Jahre. Die Forscher identifizierten biologische Subgruppen: Kinder mit früherem Epstein-Barr-Virus-Kontakt zeigten anhaltende Entzündungswerte. Bei anderen Betroffenen fanden sich Zusammenhänge zwischen Vitamin B1 und der individuellen Belastbarkeit.
Das Forschungszentrum Jülich schlug am 2. Juni das Konzept „One Sleep Health“ vor. Die Forscher warnen: Steigende Nachttemperaturen könnten bis 2100 zu 58 Stunden Schlafverlust pro Person und Jahr führen. Schon heute verursachen Schlafprobleme in Industrienationen wirtschaftliche Schäden von bis zu 680 Milliarden US-Dollar jährlich.
Bürokratie bremst praktische Hilfe
Trotz medizinischer Fortschritte stoßen Betroffene im Alltag auf Hindernisse. In Deutschland fehlen zertifizierte Prüfungsstellen nach der Assistenzhundeverordnung. Das erschwert die Anerkennung von Hunden, die speziell für ME/CFS- oder POTS-Patienten ausgebildet wurden.
Die Tiere können Medikamente bringen oder bei Kreislaufproblemen helfen. Die Ausbildungskosten liegen zwischen 10.000 und 25.000 Euro – doch ohne Zertifizierung bleiben rechtliche Unsicherheiten.
Neben individuellen Coachings und medizinischer Diagnostik gibt es auch niederschwellige Angebote. In Bernau bei Berlin startet am 8. Juni ein Kurs für sanfte Gymnastik. Er richtet sich gezielt an Einsteiger und belastete Personen, die Stress abbauen und mobil bleiben wollen.
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