Weicher, Exosuit

Weicher Exosuit: TUM-System senkt Energieaufwand beim Gehen um 14 Prozent

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 17:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei zehn älteren Erwachsenen verringerte das weiche Assistenzsystem den Energieaufwand beim Gehen durchschnittlich um 14 Prozent.

TUM-Exosuit unterstützt ältere Erwachsene beim Aufstehen und Gehen
Nahaufnahme von hochtechnologischen Textilien und künstlichen Sehnen in einer Laborumgebung zur Unterstützung der Mobilität. Illustration mit AI erstellt.

Die Erhaltung der Mobilität im fortgeschrittenen Alter stellt eine zentrale Herausforderung für das Gesundheitswesen und die Medizintechnik dar. Insbesondere die Fähigkeit, eigenständig aufzustehen und sicher zu gehen, ist maßgeblich für die Autonomie älterer Menschen.

Aktuelle Forschungsergebnisse der Technischen Universität München (TUM) geben nun detaillierte Einblicke in das Potenzial sogenannter weicher Exosuits, die speziell zur Unterstützung der Hüftstreckung entwickelt wurden. Im Gegensatz zu starren Exoskeletten nutzen diese Systeme flexible Materialien und künstliche Sehnen, um physiologische Bewegungsabläufe zu verstärken.

Technologische Konzeption und Zielgruppe der Untersuchung

Das von den TUM-Forschenden entwickelte System basiert auf einem weichen Textildesign, das über künstliche Sehnen mechanische Unterstützung leistet. Ziel der technologischen Entwicklung ist es, die Kraftdefizite auszugleichen, die häufig mit dem Alterungsprozess oder funktionellen Einschränkungen der unteren Extremitäten einhergehen.

In einer im September 2026 thematisierten Studie untersuchten die Forschenden die Wirksamkeit des Systems an einer spezifischen Probandengruppe. An den Tests nahmen zehn ältere Erwachsene im Alter zwischen 69 und 85 Jahren teil.

Alle Teilnehmenden wiesen bereits vorab eingeschränkte Funktionen der unteren Extremitäten auf, was die Relevanz der Ergebnisse für die klinische Praxis und die Alltagshilfe unterstreicht. Die Untersuchung konzentrierte sich dabei auf zwei der für den Alltag wichtigsten Bewegungsformen: den Übergang vom Sitzen zum Stehen sowie das kontinuierliche Gehen.

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Quantifizierbare Verbesserungen der Bewegungsabläufe beim Aufstehen

Ein wesentlicher Aspekt der Untersuchung war die Leistungsfähigkeit der Probanden bei wiederholten Sitz-Steh-Bewegungen. Laut den Studienergebnissen führte die Unterstützung durch den Exosuit zu einer deutlichen Steigerung der Mobilität. Einzelne Teilnehmende waren mit Hilfe des Systems in der Lage, bis zu vier zusätzliche Sitz-Steh-Zyklen pro Minute zu absolvieren.

Darüber hinaus dokumentierten die Forschenden eine signifikante Effizienzsteigerung in der Ausführung der Bewegung selbst. Die Zeit, die für einen einzelnen Zyklus benötigt wurde, sank durch die mechanische Unterstützung der künstlichen Sehnen um bis zu 21,9 %.

Im Gesamtdurchschnitt der Studiengruppe konnten die Teilnehmenden 18-mal pro Minute aufstehen, was einer Steigerung von zwei Wiederholungen im Vergleich zu Versuchen ohne das Assistenzsystem entspricht. Diese Daten verdeutlichen, dass die technologische Unterstützung nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Ausdauer bei kraftintensiven Bewegungsabläufen erhöhen kann.

Energetische Entlastung und Effizienzsteigerung beim Gehen

Neben dem Aufstehen untersuchten die TUM-Forschenden die Auswirkungen des weichen Exosuits auf die energetische Belastung beim Gehen. Ein entscheidender Parameter war hierbei der Stoffwechselaufwand, der ein direktes Maß für die physische Anstrengung der Probanden darstellt.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die mechanische Entlastung der Hüftmuskulatur zu einer spürbaren Verringerung der benötigten Energie führt. Im Durchschnitt sank der Stoffwechselaufwand der Teilnehmenden beim Gehen um 14 %.

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In der Spitze erreichten einzelne Probanden eine Reduktion der energetischen Belastung um bis zu 27,5 %. Diese Werte deuten darauf hin, dass die Technologie dazu beitragen kann, Ermüdungserscheinungen beim Gehen hinauszuzögern und damit die Aktionsradien älterer Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu erweitern.

Die wissenschaftliche Einordnung dieser Ergebnisse erfolgte durch die Veröffentlichung der Studie in der Fachzeitschrift Nature Communications, wie aus Berichten vom 28.09.2026 hervorgeht. Die Datenlage legt nahe, dass weiche Assistenzsysteme eine praktikable Lösung darstellen könnten, um die funktionelle Unabhängigkeit im Alter durch gezielte mechanische Entlastung zu fördern.

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