Wearables, Kliniken

Wearables in Kliniken: AT-Patch zeichnet Herzrhythmus bis zu sieben Tage auf

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 13:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kliniken nutzen tragbare Sensoren zur Rhythmusdiagnostik und Vitaldatenübermittlung; eine Studie erfasste Veränderungen unter ADHS-Medikamenten.
Ein minimalistisch gestalteter, klinischer Untersuchungsraum mit steriler Umgebung zur medizinischen Datenerfassung. Illustration mit AI erstellt.

Der Einsatz medizinischer und verbrauchernaher Wearables gewinnt in Krankenhäusern und wissenschaftlichen Einrichtungen deutlich an Dynamik. Moderne Sensorsysteme wie spezialisierte EKG-Pflaster oder vernetzte Armbänder ermöglichen eine kontinuierliche Erfassung physiologischer Parameter über Tage oder Monate hinweg.

Das Spektrum reicht dabei von der ambulanten Langzeitaufzeichnung zur Rhythmusüberwachung bis hin zur quantitativen Bewertung des Ansprechens auf Medikamente.

Kontinuierliche Rhythmusdiagnostik und objektive Medikamentenüberwachung

In Tokio führt der Bezirk Minato das tragbare EKG-Pflaster AT-Patch ein. Das rund 13 Gramm schwere, wasserfeste Pflaster erlaubt eine kontinuierliche Aufzeichnung von bis zu sieben Tagen und kann auch beim Duschen getragen werden.

Ein integrierter Knopf gestattet Patienten das direkte Markieren auftretender Symptome. Hauptziel dieser Maßnahme ist die zuverlässige Erkennung paroxysmaler Herzrhythmusstörungen, die bei kurzen Routine-EKGs im Klinikalltag häufig unentdeckt bleiben.

Parallel dazu rückt die pharmakologische Verlaufsbeobachtung in den Fokus. Das Unternehmen Tech Doctor stellte Mitte Oktober auf der 31. Jahrestagung der Japanischen Gesellschaft für Pharmakoepidemiologie an der Meiji-Pharmazeutischen Universität in Tokio eine entsprechende Posterstudie vor.

Anhand einer Frau in den 40ern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHD) analysierten die Forscher unter dem Ethikvotum Nummer 485 kontinuierliche Daten über einen Zeitraum von 352 Tagen, erhoben mit einem Google Fitbit Inspire3.

Die Auswertung dokumentiert deutliche physiologische Verschiebungen unter Medikation: Der Ruhepuls stieg von 73,2 Schlägen pro Minute vor Behandlungsbeginn auf 75,2 unter 40 Milligramm Atomoxetin (ATX) sowie auf 80,8 bei einer Dosierung von 80 Milligramm.

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Nach dem Wechsel zu Methylphenidat (MPH) lag der Wert bei 79,9 Schlägen pro Minute. Beim Übergang zu MPH veränderten sich auch die Schlafarchitektur und Schlafqualität messbar. Der REM-Schlaf stieg von 19,2 Prozent auf 27,4 Prozent, der Tiefschlaf von 18,0 Prozent auf 21,9 Prozent, während der Leichtschlaf von 55,8 Prozent auf 48,0 Prozent sank.

Zugleich verkürzte sich die Einschlaflatenz von 11,2 auf 2,4 Minuten, die nächtliche Wachzeit sank von 31,4 auf 9,8 Minuten und die Zahl der Aufwachvorgänge fiel von 3,8 auf 1,3. Bei der moderaten bis anstrengenden körperlichen Aktivität (MVPA) verzeichnete die Patientin einen Anstieg von 81 auf 120 Minuten pro Tag, was rund dem 1,5-Fachen entspricht. Der Schlafregelmäßigkeitsindex (SRI) zeigte hingegen keine signifikanten Unterschiede.

Integration in den stationären Klinikalltag

Auch die direkte Patientenbetreuung auf Krankenhausstationen wird zunehmend digitalisiert. Das Keiju General Hospital in Nanao in der Präfektur Ishikawa, eine Einrichtung mit 386 Betten, startete den regulären Betrieb von 300 Einheiten der HUAWEI WATCH D2 bei stationären Patienten.

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Die Vitaldaten – darunter Blutdruck, Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung – werden via Bluetooth an einen Server übermittelt und direkt in das elektronische Patientendossier eingespeist, wo sie als Smartwatch-Messungen deklariert sind und automatische Alarme auslösen können.

Die oszillometrische Blutdruckmessung erfolgt dabei über eine aufblasbare Manschette. Bei sechs automatischen Messungen pro Tag beträgt die Akkulaufzeit etwa sechs Tage, verglichen mit einem mittleren stationären Aufenthalt von 11,0 Tagen.

Ausgeschlossen von der Nutzung sind unter anderem Intensivpatienten, demente Personen sowie Patienten mit Hautproblemen. Begleitend zu den umfassenden Digitalisierungsmaßnahmen verringerten sich am Keiju General Hospital die monatlichen Pflege-Überstunden zwischen 2021 und 2025 von 10,1 auf 2,5 Stunden, bei den Ärzten von 45 auf 18,5 Stunden.

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