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Wayve AI Driver: Mercedes-Benz plant Kundenauslieferungen binnen zwei Jahren

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Partner vereinbarten den Serieneinsatz des Wayve AI Driver; erste Kundenauslieferungen sind innerhalb der nächsten zwei Jahre vorgesehen.

Mercedes-Benz integriert Wayve-KI in künftige Serienfahrzeuge
Modernes Forschungs- und Entwicklungszentrum mit Blick auf eine leere Teststrecke bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

In einer wegweisenden Produktionsvereinbarung hat sich Mercedes-Benz zur Integration des Wayve AI Driver in künftige Serienfahrzeuge verpflichtet. Wie das Unternehmen mitteilte, markiert dieser Schritt die erste Implementierung der Wayve-Technologie innerhalb des Premiumsegments. Die Auslieferung der ersten mit dieser Künstlichen Intelligenz (KI) ausgestatteten Fahrzeuge an Kunden soll innerhalb der nächsten zwei Jahre beginnen.

Die nun unterzeichnete Vereinbarung folgt auf eine strategische Investition von Mercedes-Benz in die Series-D-Finanzierungsrunde von Wayve, die Anfang des Jahres 2026 abgeschlossen wurde.

Ein technisches Kernmerkmal der Kooperation ist die tiefe Systemintegration: Der Wayve AI Driver wird direkt auf der Mercedes-Hardware, dem Betriebssystem MB.OS sowie den herstellereigenen Kartenschnittstellen betrieben. Damit verzichtet der Automobilhersteller auf eine separate Compute-Box externer Zulieferer.

Technologische Basis ohne HD-Karten

Die von Wayve entwickelte Software-Generation „AV2.0“ verfolgt einen technologischen Ansatz, der ohne hochauflösende HD-Karten, Geofences oder ein spezifisches Retraining für einzelne Städte auskommt. Das System wird auf einer NVIDIA-Infrastruktur innerhalb der Microsoft Azure Cloud trainiert.

Trotz der nun fixierten Produktionspläne machten die Partner bisher keine Angaben zum konkreten Sensor-Set, dem verwendeten Rechenchip (SoC) oder dem exakt angestrebten SAE-Automatisierungslevel für die Serienmodelle.

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Parallel zu dieser Entwicklung festigen spezialisierte Software-Ausrüster ihre Marktposition. Das US-Unternehmen Applied Intuition, das bereits 18 der 20 weltweit größten Automobilhersteller zu seinen Kunden zählt, hat eine Kooperation mit LG Innotek vertieft.

Die Partner betreiben derzeit eine Fahrzeugflotte in Südkorea, unter anderem in Seoul und Gyeonggi, um Sensordaten für Kameras, Radar und Lidar zu sammeln.

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Ziel ist es, die Flotte bis 2028 auf rund 20 Fahrzeuge auszubauen und durch den Einsatz Digitaler Zwillinge die Sensorfusion in schwierigen Szenarien – etwa bei Starkregen oder Gegenlicht in Tunneln – zu perfektionieren. Der Technikvorstand von LG Innotek betonte in diesem Zusammenhang das Ziel, eine Führungsposition im Markt für physische KI einzunehmen.

Globale Plattformen und Hardware-Zyklen

Auch in anderen Marktsegmenten zeichnet sich eine zunehmende Standardisierung der KI-Hardware ab. QNX, eine Division von BlackBerry, gab gemeinsam mit dem Joint Venture neueHCT bekannt, dass ein großer deutscher Automobilhersteller deren Smart-Camera-Lösung für eine globale Pkw-Plattform ausgewählt hat.

Das System basiert auf der Horizon Robotics Journey 6B-Architektur und soll ab 2027 in Produktion gehen. Das projizierte Volumen umfasst mehrere Millionen Einheiten innerhalb der ersten drei Jahre für Märkte wie China, Australien und Südkorea.

Ebenfalls auf die Journey-6-Chipfamilie setzt das Unternehmen CalmCar, das bereits mit Großserien-Lieferungen für eine führende chinesische Automobilgruppe begonnen hat. Die dortige Plattform ist für eine Produktion von nahezu einer Million Fahrzeugen ausgelegt, wobei die Hardware in Modellen im Preissegment zwischen 100.000 und 200.000 Renminbi zum Einsatz kommt.

Fokus auf Sicherheit und Standardisierung

Flankiert werden diese Markteinführungen durch neue Sicherheitsinitiativen. NVIDIA stellte kürzlich die „Open Agent Safety Platform“ vor. Diese Open-Source-Software soll als Schutzmechanismus für KI-Agenten dienen und wird von über 100 Organisationen, darunter Microsoft, SAP und Salesforce, unterstützt.

Im Bereich der Cybersicherheit erreichte Tensor Auto Inc. eine Zertifizierung nach ISO/SAE 21434. Das in San Jose ansässige Unternehmen schuf damit die prozessuale Grundlage für Typgenehmigungen in über 60 Ländern.

Solche Standards werden zunehmend relevant, da auch spezialisierte Anwendungen wie der öffentliche Personennahverkehr auf Autonomie setzen. So starteten der RMV und die Deutsche Bahn gemeinsam mit HOLON das Projekt KIRA+ im Rhein-Main-Gebiet, um ab 2027 automatisierte On-Demand-Verkehrshilfen auf Level-4-Niveau zu erproben.

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