Waymo und B2U: Ausgediente Taxi-Batterien werden zu Stromspeichern
04.06.2026 - 15:39:40 | boerse-global.deWaymo und B2U Storage Solutions machen ausgediente Batterien aus der Roboter-Taxi-Flotte zu stationären Stromspeichern für die Energiewende.
Die Partnerschaft, die am 4. Juni 2026 besiegelt wurde, sieht vor, Tausende von E-Auto-Batterien aus Waymos autonomer Flotte in Kalifornien und Texas in die Stromnetze zu integrieren. Dort sollen sie überschüssige Solarenergie zwischenspeichern und Spitzenlasten abfedern. Die ersten Einheiten treffen bereits in einer Verarbeitungsanlage in Lancaster, Kalifornien, ein.
Vom Taxi zum Kraftwerk
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Batterien gelten in E-Autos als verschlissen, sobald ihre Kapazität unter 70 bis 80 Prozent fällt – für stationäre Speicher sind sie aber noch bestens geeignet. Genau hier setzt die Kooperation an. B2U Storage Solutions verarbeitet die ausgemusterten Akkus aus Waymos Flotte und baut sie in netzgekoppelte Projekte ein. Dazu gehört bereits eine 24-Megawattstunden-Anlage im texanischen Bexar County.
B2U-CEO Freeman Hall betont, dass es darum gehe, das volle Potenzial der Batterien auch nach dem Straßeneinsatz zu heben. Waymos Nachhaltigkeitschef Adam Lenz ergänzt: Die Initiative stelle sicher, dass die Hardware weiterhin wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen bringe – durch die Unterstützung von Solarstromspeichern und Netzstabilität. Branchenbeobachter rechnen damit, dass die Partnerschaft auf lange Sicht hunderte Megawattstunden Speicherkapazität bereitstellen könnte.
Flotte im Wandel
Waymo betreibt rund 4.000 Fahrzeuge, überwiegend Jaguar I-Pace mit 90-kWh-Akkus. Werden diese Fahrzeuge ausgemustert oder die Batterien getauscht, wandern die Zellen nun nicht mehr in Recyclinganlagen, sondern in stationäre Speicher.
Die Flotte absolviert wöchentlich rund 500.000 bezahlte Fahrten. Laut Unternehmensangaben vermeidet dieses Verkehrsaufkommen pro Woche etwa 530 Tonnen CO?. Insgesamt hat Waymo inzwischen über 20 Millionen Meilen vollautonom zurückgelegt – umgerechnet mehr als 32 Millionen Kilometer.
Der „Ojai" rollt an
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Die Batterie-Initiative fällt mit einem großen Hardware-Upgrade zusammen. Seit Anfang Juni 2024 rollt Waymos neues Produktionsmodell „Ojai" in San Francisco, Los Angeles und Phoenix aus. Der Kleinbus basiert auf einer Plattform von Zeekr, ist barrierefrei gestaltet und bietet einen niedrigen Einstieg, einen flachen Boden sowie Beschriftungen in Blindenschrift.
Der Ojai bringt die sechste Generation des Waymo-Driver-Systems mit. Das neue Sensorpaket besteht aus 13 Kameras, vier Lidar-Einheiten und sechs Radarsensoren – das sind 42 Prozent weniger Sensoren als in der Vorgängerversion.
Gefertigt wird der Ojai in Mesa, Arizona. Waymo hat das Werk auf eine Kapazität von zehntausenden Einheiten pro Jahr hochgefahren – ein klares Signal für die Expansion über die bisherigen elf Städte hinaus. Parallel bleibt die Jaguar-I-Pace-Flotte im Einsatz, darunter rund 300 Fahrzeuge, die aktuell in Austin, Texas, unterwegs sind.
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