Waymo-Studie: 1,5-mal mehr tödliche Unfälle als Mietwagen
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine neue Studie belegt: Die selbstfahrenden Autos von Waymo sind in bestimmten Bereichen gefährlicher als menschliche Fahrer. Das weckt Zweifel an der Sicherheit der Technologie.
Alarmierende Unfallstatistiken
Am 20. Juli 2026 veröffentlichten die New Yorker Hochschule Hunter College und die Initiative Open Plans eine brisante Analyse. Demnach verzeichnen Waymo-Robotaxis pro gefahrener Meile 1,5-mal mehr tödliche und schwere Unfälle als konventionelle Mietwagen in New York City. Konkret: Waymo kommt auf 0,014 schwere oder tödliche Crashes pro eine Million Meilen – die New Yorker Flotte liegt bei 0,009.
Doch die Studie zeigt auch ein anderes Bild. Bei der Gesamtzahl der Unfälle mit Verletzungen schneiden die autonomen Fahrzeuge deutlich besser ab: 0,71 Vorfälle pro Million Meilen gegenüber 2,15 bei menschlichen Fahrern – ein Minus von 67 Prozent.
Waymo selbst weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen bezeichnet die Methodik der Studie als unhaltbar und verweist auf eigene Daten aus Städten wie San Francisco, die eine deutlich niedrigere Unfallrate belegen sollen. Branchenexperten warnen zudem vor einem weiteren Problem: Würden Robotaxis flächendeckend eingesetzt, könnte der Verkehr in New York City um bis zu 14,8 Prozent zunehmen – verursacht durch sogenannte „Leerfahrten" ohne Passagiere.
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Eskalation im Konflikt mit Rettungskräften
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat ihre Aufsicht über die Branche verschärft. In einem Schreiben vom 8. Juli 2026 monierte die Behörde ein wiederkehrendes Muster: Fahrerlose Fahrzeuge blockieren immer wieder Einsatzstellen von Rettungskräften. Waymo, Tesla und Zoox wurden aufgefordert, bis Ende Juli ihre Strategien zur Verhinderung solcher Vorfälle darzulegen.
Die Zahlen aus Austin, Texas, sind alarmierend. Zwischen Juli 2023 und Juni 2026 blockierten Robotaxis in 25 Prozent aller gemeldeten Vorfälle den Verkehr oder ignorierten Polizeianweisungen. Waymo war für 57 der 74 dokumentierten Fälle verantwortlich. Besonders schwerwiegend: Am 1. März 2026 blockierte ein Waymo-Fahrzeug einen Krankenwagen, der zu einem Massenschießerei-Einsatz unterwegs war.
Auch in San Francisco wächst der Druck. Bürgermeister Lurie forderte am 17. Juli 2026 in einem Brief an die kalifornische Verkehrsministerin durchsetzbare Betriebsstandards für Notfälle. Auslöser war ein Vorfall am 4. Juli, bei dem mehrere Waymo-Fahrzeuge während eines Feuerwerks im Presidio-Park liegenblieben.
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Wenn die Polizei machtlos ist
Die Kommunen zeigen sich zunehmend frustriert über ihre eingeschränkten Befugnisse. In Texas und Kalifornien können örtliche Behörden autonome Fahrzeuge kaum belangen. Polizisten in Kalifornien dürfen fahrerlose Fahrzeuge, die Rettungseinsätze blockieren, weder abschleppen noch Strafzettel ausstellen. Ihre einzige Option: ein „Notice of Noncompliance" an die Zulassungsbehörde schicken.
In Washington, D.C., sorgt ein anderes Thema für Diskussionen. Am 13. Juli 2026 fand eine Anhörung zu Bill 26-0684 statt, das den Betrieb fahrerloser Robotaxis im Bezirk erlauben würde. Kritiker bemängeln das Fehlen von Vorschriften für Rollstuhlzugang – einen Service, den derzeit kein Anbieter in vollständig autonomer Form anbietet. Waymo unterstützt das Gesetz, während andere Branchenvertreter warnen, die Regelung könne ein Monopol begünstigen.
Expansion mit Hindernissen
Trotz der Probleme treibt Waymo seine Expansion voran. In Las Vegas startete das Unternehmen am 8. Juli 2026 vollautonome Fahrten für Mitarbeiter. Nur zehn Tage später wurde dort ein Waymo-Robotaxi von einem außer Kontrolle geratenen menschlich gesteuerten SUV gerammt. Die Insassen des Geländewagens kamen ins Krankenhaus – das Waymo-Fahrzeug war zum Zeitpunkt des Unfalls leer.
In New York City, wo ein kleines Pilotprojekt mit acht Fahrzeugen bislang unfallfrei blieb, zeigen sich andere Probleme. Obwohl die Genehmigungen für bestimmte Testfahrzeuge am 1. April ausliefen, sammelten menschliche Fahrer dieser Autos 24 Geschwindigkeitsübertretungen und zwei Verstöße gegen Busspuren an. Waymo kündigte an, die Vorfälle mit seinem Fahrpartner zu überprüfen.
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