Waymo, Softwarefehler

Waymo: Softwarefehler zwingen 3.871 Robotaxis in den Rückruf

24.06.2026 - 19:22:02 | boerse-global.de

Waymo baut Flotte und Ladeinfrastruktur aus, muss aber tausende Robotaxis wegen Softwarefehlern zurückrufen.

Waymo: Expansion und Software-Rückruf bremsen den Höhenflug
Waymo - Eine Flotte von autonomen Robotaxis in einer städtischen Umgebung bei Dämmerung, wobei ein Fahrzeug eine Fehlermeldung anzeigt. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Alphabets Tochter Waymo wächst rasant – doch Software-Pannen bremsen den Höhenflug.

Der Autonome-Fahrzeug-Pionier Waymo steckt in einer paradoxen Lage: Während das Unternehmen seine Flotte massiv ausbaut und neue Partner gewinnt, musste es Tausende Fahrzeuge aufgrund von Softwarefehlern zurückrufen. Die Finanzierung der nötigen Ladeinfrastruktur läuft derweil auf Hochtouren.

Milliarden für die Lade-Infrastruktur

Am 24. Juni 2026 sicherte sich Terawatt Infrastructure, Waymos wichtigster Partner für Ladestationen, eine Kreditlinie von bis zu 280 Millionen Euro. RBC Capital Markets arrangierte den Deal, der zunächst 140 Millionen Euro bereitstellt – mit Option auf eine Verdopplung. Die japanische Sumitomo Mitsui Banking Corp. und die Schweizer UBS Group AG springen als Kreditgeber ein.

Terawatt betreibt bereits über 50 Standorte mit mehr als 200 Megawatt Kapazität in mehr als einem Dutzend US-Bundesstaaten. Das Geld fließt in den Ausbau weiterer Ladeparks – essenziell für Waymos rund um die Uhr genutzte Robotaxis. Dem Unternehmen gelangen zuvor bereits Eigenkapitalrunden von über 930 Millionen Euro.

Parallel dazu schloss Waymo einen Servicevertrag mit Element Fleet Management ab. Der Flottenmanager startet in San Diego und übernimmt dort Wartung, Laden und Compliance. Waymo arbeitet bereits mit Avis Budget Group, Uber und Moove zusammen – ein wachsendes Netzwerk, das an die Service-Ökosysteme deutscher Premium-Hersteller wie Daimler Truck erinnert.

Rückruf wegen Baustellen-Problemen

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Die Expansion wird von einem Sicherheitsrückruf überschattet. Anfang Juni meldete Waymo 3.871 Fahrzeuge des Typs Jaguar I-Pace zurück – Grund waren Softwarefehler, die Robotaxis in geschlossene Autobahnbaustellen führten. Sechs solcher Vorfälle ereigneten sich im April 2026 in Phoenix, sieben im Mai 2026 in San Francisco.

Der Rückrufprozess startete am 8. Juni, die öffentliche Meldung folgte am 17. Juni. Waymo behebt das Problem per Software-Update, das Baustellen künftig besser erkennt. Bis dahin gelten eingeschränkte Autobahnfahrten. Der Rückschlag kommt nach einer Rekordphase: Ende April 2026 absolvierte Waymo bereits über 500.000 vollautonome Fahrten pro Woche.

Wettlauf mit China: Baidu überholt Waymo

Trotz des Rückrufs bleibt Waymo der Branchenriese: Über zehn Millionen Fahrten ohne Fahrer und mehr als 160 Millionen Kilometer auf öffentlichen Straßen. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Im aktuellen AUTNMY AI Robotaxi-Index verdrängte Baidus Apollo Go Waymo von der Spitze – 81,7 zu 77,6 Punkte. Apollo Go ist in 27 Städten aktiv, Waymo führt dagegen bei der Flottengröße mit über 3.500 Fahrzeugen.

Alphabet pumpt weiter Milliarden in die Tochter. Erst im Februar 2026 führte der Konzern eine Investitionsrunde über 14,9 Milliarden Euro an – Waymos Gesamtfinanzierung kletterte auf rund 25,2 Milliarden Euro, der Unternehmenswert auf 117 Milliarden Euro. Das Geld fließt unter anderem in den geplanten London-Start noch 2026. Das Projekt soll zum britischen Ziel von 38.000 neuen Jobs im Sektor bis 2035 beitragen.

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Neue Stellen für die Software-Elite

Waymo stockt sein Entwicklungsteam kräftig auf. In Mountain View und San Francisco sucht das Unternehmen Software-Ingenieure für Wahrnehmungssysteme und Android-Erlebnisse im Fahrzeug. Spitzenpositionen werden mit bis zu 340.000 Euro vergütet. Die Entwickler sollen den „Waymo Driver" verfeinern – das Herzstück der Technologie, das sich vom Nischenprojekt zum kommerziellen Massenprodukt in über 15 US-Bundesstaaten entwickelt.

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