Waymo-Rückruf: 3.900 Robotaxis wegen Baustellen-Fehler in Werkstatt
21.06.2026 - 03:31:17 | boerse-global.de
Der Google-Ableger Waymo muss fast 4.000 autonome Fahrzeuge in die Werkstatt holen. Grund sind gefährliche Fehler in Baustellen auf US-Highways.
Der Rückruf, der am 17. Juni bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA eingereicht wurde, betrifft Fahrzeuge der fünften Generation des autonomen Fahrsystems. Die Entscheidung fiel intern bereits am 8. Juni. Insgesamt 13 Vorfälle im April und Mai hatten das Unternehmen zum Handeln gezwungen.
System erkennt Baustellen nicht richtig
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Die Software der Robotaxis versagte gleich in mehreren Fällen: Sie erkannte entweder die Beschilderung von Baustellen nicht oder priorisierte andere Gefahren über die Straßensperrungen. Die Folge: Die Fahrzeuge fuhren in gesperrte Autobahnabschnitte – teilweise mit voller Geschwindigkeit.
Besonders betroffen war der Bundesstaat Arizona. In Phoenix kam es auf der State Route 51 zu sechs Zwischenfällen. Am 11. April und erneut am 19. April ignorierten die Robotaxis die Hinweisschilder für gesperrte Auffahrten während eines Fahrbahnerneuerungsprojekts. In der San Francisco Bay Area durchbrachen am 18. Mai sieben Fahrzeuge die Absperrungen aus Verkehrsleitkegeln und fuhren in aktive Baustellen.
Oberflächenverkehr bleibt sicher
Waymo betont, dass der Betrieb auf Stadtstraßen nicht beeinträchtigt ist und normal weiterläuft. Auch in Texas gibt es keine Probleme – dort hat das Unternehmen noch keinen Autobahnservice für Passagiere eingeführt.
Das Unternehmen hatte den Autobahnbetrieb in den vergangenen Monaten bereits freiwillig eingeschränkt. Nun arbeitet Waymo an einem Software-Update, das die Erkennung von Baustellen verbessern und die Reaktion auf gesperrte Auffahrten optimieren soll.
Sechster Rückruf für Waymo
Das Sicherheitsgremium des Unternehmens prüfte die Vorfälle am 1. Juni und entschied, dass ein Rückruf notwendig sei, um das Update auf die gesamte Flotte zu spielen. Die Reparatur erfolgt als kostenloses Software-Update.
Es ist bereits der sechste Rückruf für die autonome Fahrzeugflotte. Erst im Mai 2026 gab es eine Rückrufaktion wegen Navigationsproblemen auf überfluteten Straßen. Frühere Vorfälle betrafen Schulbusse und Zusammenstöße mit festen Hindernissen wie Laternenpfählen bei niedrigen Geschwindigkeiten.
Trotz der Pannen verweist Waymo auf seine Sicherheitsbilanz: Die Zahl schwerer Unfälle liege deutlich unter der menschlicher Fahrer.
Expansion trotz Rückschlägen
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Das Unternehmen hält an seinem Expansionskurs fest. Erst im April 2026 startete Waymo Dienste in Orlando und Miami. Für September 2026 ist der internationale Markteintritt in London geplant.
Derweil bereitet sich die gesamte Branche auf eine größere Marktdurchdringung vor. Konkurrenten wie Uber, Lucid und Nuro planen den Start von Robotaxi-Diensten in Houston für 2027. Auch der israelische Technologiekonzern Mobileye peilt eine Markteinführung seiner autonomen Technologie im selben Jahr an.
Waymo selbst gibt an, dass seine Flotte derzeit mehr als 6,4 Millionen Kilometer pro Woche zurücklegt – ein Wert, der die Bedeutung zuverlässiger Software unterstreicht.
