Waymo-Rückruf: 3.871 Robotaxis wegen Baustellen-Fehler in der Werkstatt
20.06.2026 - 20:40:54 | boerse-global.de
Die Alphabet-Tochter Waymo muss erneut einen Großteil ihrer Flotte in die Werkstatt rufen. Grund sind gefährliche Fehler in der Navigationssoftware.
Betroffen sind 3.871 Fahrzeuge mit der fünften Generation des autonomen Fahrsystems (ADS). Die freiwillige Rückrufaktion wurde am 17. Juni von der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA bestätigt. Das Problem: Die Robotaxis erkennen Baustellen auf Autobahnen nicht richtig.
Technische Pannen in Phoenix und San Francisco
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Insgesamt dokumentierte Waymo 13 Vorfälle, bei denen die Software entweder Baustellenhinweise übersah oder andere Gefahren über die Absperrungen priorisierte. Die Folge: Fahrzeuge steuerten in gesperrte Autobahnabschnitte.
Sechs dieser Vorfälle ereigneten sich im April in Phoenix – konkret am 11. und 19. April. Sieben weitere folgten am 18. Mai in San Francisco. Waymo-Forscher stellten fest, dass das System unter bestimmten Bedingungen Schilder für Spur- oder Auffahrtsperrungen nicht erkannte.
Die Entscheidung zum Rückruf fiel am 8. Juni. Ein Software-Update soll die Erkennung von Baustellen verbessern. Bis dahin bleiben die Autobahnfahrten der Flotte eingeschränkt.
Sechster Rückruf seit Februar 2024
Dies ist bereits der sechste Rückruf in der Geschichte von Waymo und der vierte sicherheitsrelevante seit Februar 2024. Die Vorgänger betrafen eine Kollision mit einem Mast Anfang 2024, einen Zusammenstoß mit einem Schulbus im Dezember 2025 sowie Navigationsprobleme bei Überschwemmungen im Mai 2026.
Trotz der Pannen verweist Waymo auf seine Sicherheitsbilanz: Die autonome Flotte habe 170 Millionen Meilen zurückgelegt. Das Unternehmen betont, dass seine Technologie 13-mal weniger schwere Unfälle verursache als menschliche Fahrer. Aktuell ist der Dienst in elf US-Städten aktiv und absolviert rund 500.000 Fahrten pro Woche.
Politischer Gegenwind in New York
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Eigentlich wollte Waymo 2026 auf über 20 Städte expandieren. Doch in New York City gibt es massive Widerstände. Gouverneurin Kathy Hochul zog einen Vorschlag zur Zulassung des Dienstes zurück – ausgerechnet am heutigen Samstag.
Der Grund: heftige Opposition von Gewerkschaften, Lokalpolitikern und der Taxi-Lobby. Bürgermeister Zohran Mamdani stellte sich öffentlich auf die Seite der traditionellen Taxifahrer. Die wirtschaftlichen und sozialen Spannungen sind offensichtlich.
Hinzu kommen Berichte über lokale Verkehrsstörungen. Am 20. Mai etwa standen zwei Waymo-Fahrzeuge 50 Minuten lang bei Grünlicht still. Die Folge: massive Staus. Die Notrufzentrale war bereits informiert – helfen konnte sie nicht.
