Waymo-Rückruf: 3.871 Robotaxis nach Baustellen-Pannen betroffen
22.06.2026 - 06:51:15 | boerse-global.de
000 Fahrzeugen darf Waymo seinen fahrerlosen Taxidienst im Großraum San Francisco und bis nach Sacramento ausweiten. Die kalifornische Zulassungsbehörde DMV erteilte die Genehmigung am heutigen Montag – ein klares Signal für den umstrittenen Wachstumskurs des Google-Schwesterunternehmens.
Während Waymo die Grenzen der künstlichen Intelligenz im Straßenverkehr austestet, müssen Unternehmen hierzulande bereits konkrete gesetzliche Leitplanken für den KI-Einsatz beachten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act hilft Ihnen, Risikoklassen und Dokumentationspflichten rechtssicher zu verstehen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Rückruf nach Pannen in Autobahn-Baustellen
Die Freigabe kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Denn parallel zur Expansion läuft eine bundesweite Rückrufaktion: Betroffen sind 3.871 Robotaxis der fünften Generation, die zwischen Mai 2022 und Mai 2026 produziert wurden. Grund sind Softwarefehler in Autobahn-Baustellen.
Die Fahrzeuge hatten laut Unterlagen der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA Probleme, temporäre Spurwechsel und Baustellenbeschilderung korrekt zu interpretieren. Das System priorisierte offenbar andere Gefahrenvermeidungsprotokolle über die Erkennung von Baustellen-Hindernissen.
Insgesamt kam es im April und Mai 2026 zu 13 dokumentierten Vorfällen – hauptsächlich in Phoenix und San Francisco. Dabei fuhren die Robotaxis in gesperrte Baubereiche auf Autobahnen ein. Verletzte gab es nicht, doch die NHTSA warnte vor einem erhöhten Kollisionsrisiko.
Waymo reagierte umgehend: Am 19. Mai 2026 stellte das Unternehmen den Autobahnbetrieb in San Francisco, Los Angeles, Phoenix und Miami ein. Ein Software-Update soll nun per Funk ausgeliefert werden. Es ist bereits der zweite Rückruf binnen zwei Monaten und der sechste seit Anfang 2024. Frühere Sicherheitsmaßnahmen betrafen unter anderem Probleme mit Schulbuserkennung im Herbst 2025, einen Zusammenstoß mit einem Kind im Januar 2026 sowie Navigationsschwierigkeiten bei Überschwemmungen im Mai 2026.
Neue Märkte trotz Autobahn-Stopp
Die DMZ-Genehmigung erlaubt Waymo nun, über die bisherigen Einsatzgebiete in San Francisco und der South Bay hinauszugehen. Die neue Lizenz umfasst die North Bay, East Bay und die Region Sacramento. Allerdings steht die finale kommerzielle Nutzung in diesen Gebieten noch unter dem Vorbehalt der kalifornischen Regulierungsbehörde CPUC.
Außerhalb Kaliforniens läuft der Ausbau ebenfalls auf Hochtouren. Im Januar 2026 startete Waymo den öffentlichen Dienst in Miami – auf einer Fläche von rund 155 Quadratkilometern, die die Stadtteile Design District, Wynwood und Coral Gables umfasst. Bereits Anfang des Jahres kündigte das Unternehmen zudem den Markteintritt in Nashville an, wo der Fahrdienstvermittler Lyft den Flottenbetrieb übernehmen soll.
Die rasante Entwicklung von autonomen Systemen stellt nicht nur Techniker, sondern auch Compliance-Verantwortliche vor neue Herausforderungen durch die EU-KI-Verordnung. Welche Systeme als Hochrisiko gelten und welche rechtlichen Pflichten nun auf Sie zukommen, erfahren Sie in diesem kostenlosen Report. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
Flottenmodernisierung mit Milliardenspritze
Parallel zur Expansion treibt Waymo den Technologiewechsel voran. Seit dem 28. Mai 2026 bietet das Unternehmen Fahrten mit seinem neuen Robotaxi-Modell „Ojai“ an – einem Minivan, der in Zusammenarbeit mit Zeekr entwickelt wurde. Das neue Fahrzeug kommt mit weniger Sensoren aus als die bisherigen Jaguar I-Pace-Plattformen und ist für die Massenproduktion ausgelegt.
Finanziert wird der Wachstumskurs durch eine Kapitalspritze von umgerechnet rund 14,7 Milliarden Euro, die Waymo im Februar 2026 einsammelte. Das Ziel: Bis Ende 2026 eine Million Fahrten pro Woche zu ermöglichen. Aktuell vermittelt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge bereits über 500.000 wöchentliche Fahrten in zehn US-Städten.
Lokaler Widerstand in New York und Texas
Doch nicht überall läuft es rund. In New York City lehnte Bürgermeister Mamdani kürzlich die Verlängerung der Testgenehmigungen ab – unter dem Druck von Taxiverbänden und Gewerkschaften. Auch in Texas verschärfen die Behörden die Regeln für autonome Fahrzeuge, nachdem es in den vergangenen Monaten mehrfach zu Behinderungen von Rettungskräften durch Robotaxis gekommen war.
