Waymo-Rückruf, Robotaxis

Waymo-Rückruf: 3.871 Robotaxis ignorierten Autobahnbaustellen

18.06.2026 - 17:21:25 | boerse-global.de

Wegen mehrerer Vorfälle mit Baustellen ruft Waymo fast 3.900 Fahrzeuge zurück. Ein Software-Update soll die Erkennung verbessern.

Waymo-Rückruf: 3.871 Robotaxis ignorieren Autobahnbaustellen
Waymo-Rückruf - A white Waymo robotaxi drives past orange construction cones and a 'Road Closed' sign into a highway construction zone. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Autonome Fahrzeuge ignorierten Baustellen auf Autobahnen – ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem.

Der Google-Schwesterkonzern Waymo musste nach mehreren Vorfällen mit autonomen Taxis einen Rückruf einleiten. Die Fahrzeuge der fünften Generation waren in abgesperrte Autobahnbaustellen gefahren – trotz Warnschildern, Absperrungen und Blinklichtern. Betroffen sind 3.871 Einheiten.

Systemversagen in Baustellen

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Insgesamt dokumentierte Waymo 13 Vorfälle, bei denen die Robotaxis temporäre Verkehrsleitsysteme nicht erkannten oder andere Gefahren über die Baustellenmarkierungen stellten. Sechs dieser Zwischenfälle ereigneten sich im April in Phoenix, sieben weitere am 18. Mai in der San Francisco Bay Area.

Die Unterlagen der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA zeigen ein klares Muster: Die Fahrzeuge fuhren trotz Blinklichtern, Leitkegeln und Schildern in gesperrte Fahrspuren. In einigen Fällen erkannte die Software die Baustellen überhaupt nicht. Verletzte oder Zusammenstöße gab es nach Unternehmensangaben nicht.

Betriebsbeschränkungen und Software-Update

Bereits am 19. Mai schränkte Waymo den Autobahnbetrieb seiner Flotte ein. Der offizielle Rückruf erfolgte am 8. Juni. Das Unternehmen arbeitet nun an einem kostenlosen Software-Update, das die Erkennung von Autobahnbaustellen verbessern soll.

Die neueren Fahrzeuge der sechsten Generation – der Zeekr Ojai – sind von dem Problem nicht betroffen. Waymo hat seinen Betrieb zuletzt massiv ausgeweitet und erreicht inzwischen 500.000 Fahrgastfahrten pro Woche. Das Ziel: eine Million. Das Unternehmen betont, dass seine autonomen Systeme auf Basis von über 270 Millionen Kilometern autonomer Fahrt 92 Prozent weniger schwere Unfälle verursachen als menschliche Fahrer.

Wiederkehrende Sicherheitsprobleme bei Extrembedingungen

Es ist bereits der zweite große Rückruf innerhalb von zwei Monaten. Am 12. Mai hatte Waymo 3.791 Fahrzeuge zurückgerufen – darunter beide Generationen – nachdem ein unbemanntes Robotaxi im April durch eine überflutete Straße gefahren war. Damals halfen aktualisierte Karten und strengere Betriebsbeschränkungen bei schlechtem Wetter.

Wetterextreme bleiben eine Herausforderung. Mitte Juni pausierte Waymo seinen Dienst in Austin, Texas, wegen starken Regens und Überschwemmungswarnungen. Es war die dritte wetterbedingte Unterbrechung in Zentraltexas seit dem Start im August 2025.

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Flottenumstellung trotz Regulierungsdruck

Trotz der sechs Rückrufe insgesamt und der anhaltenden Aufsicht durch die NHTSA treibt Waymo die Einführung neuer Hardware voran. Am 28. Mai startete das Unternehmen Fahrten mit der neuen sechsten Generation in San Francisco, Los Angeles und Phoenix.

Der Zeekr Ojai kommt mit weniger Sensoren aus als sein Vorgänger und ist für die Massenproduktion ausgelegt. Das Autobahnfahrverbot blieb beim Start der neuen Fahrzeuge zunächst bestehen. Die Bundesbehörden prüfen derweil weiter – unter anderem einen separaten Vorfall vom Januar, bei dem ein Robotaxi mit einem Kind kollidierte.

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