Waymo-Robotaxis, Unfälle

Waymo-Robotaxis: 94 Prozent weniger schwere Unfälle als Menschen

25.06.2026 - 01:01:30 | boerse-global.de

Waymo belegt mit umfassenden Daten: Autonome Fahrzeuge verursachen weit weniger schwere Unfälle als menschliche Fahrer.

Waymo Sicherheitsbilanz: Roboter-Taxis deutlich unfallärmer als Menschen
Waymo-Robotaxis - A white Waymo autonomous vehicle drives on a highway at sunset, with a digital glow hinting at its advanced technology. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Auf über 350 Millionen Kilometern vollautonomer Fahrt verursachten die Roboter-Taxis deutlich weniger schwere Unfälle als Menschen.

Sicherheitsdaten sprechen eine klare Sprache

Die am 24. Juni veröffentlichte Analyse zeigt: Waymo-Fahrzeuge waren in 94 Prozent weniger schweren oder tödlichen Unfallverletzungen verwickelt als menschliche Fahrer auf vergleichbaren Strecken. Bei Unfällen mit Airbag-Auslösung liegt die Quote sogar 82 Prozent niedriger. Die Flotte legt derzeit wöchentlich mehr als 6,4 Millionen Kilometer zurück.

Nach Berechnungen des Unternehmens verhindert die Technologie alle acht Tage einen schweren Unfall und 13 Verletzungsunfälle pro Woche. Seit Betriebsbeginn habe das System insgesamt 707 Verletzungsunfälle und 47 schwere oder tödliche Zwischenfälle vermieden, die mit menschlichen Fahrern wahrscheinlich eingetreten wären.

Besonders beeindruckend fällt die Bilanz in komplexen urbanen Umgebungen aus. In Atlanta, wo Waymo rund 8,7 Millionen Kilometer absolviert hat, sank die Zahl der Verletzungsunfälle um 86 Prozent im Vergleich zur menschlichen Benchmark. Experten des Transportation Research Institute der University of Michigan lobten die Methodik der Sicherheitsanalyse.

Software-Rückruf wegen Baustellen-Problemen

Doch der Bericht zeigt auch Schwachstellen. Waymo gab seinen sechsten Software-Rückruf bekannt – diesmal wegen Vorfällen auf Autobahnbaustellen. Der freiwillige Rückruf vom 18. Juni betrifft 3.871 Fahrzeuge mit der fünften Generation des autonomen Systems.

Hintergrund sind 13 dokumentierte Fälle, bei denen Robotaxis in gesperrte Autobahnbaustellen einfuhren – sechs davon in Phoenix im April 2026, sieben in der San Francisco Bay Area im Mai. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA wies auf das erhöhte Kollisionsrisiko hin, obwohl es bei diesen Vorfällen zu keinen Verletzungen kam.

Waymo reagierte umgehend: Seit dem 19. Mai sind die Autobahnfahrten ausgesetzt. Ein Over-the-Air-Update soll die Erkennung und Umfahrung von Baustellenbarrieren verbessern.

Zwischenfälle und behördliche Prüfung

Die Sicherheitsanalyse kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Waymo verstärkt unter Beobachtung steht. Ende Juni 2026 wurde ein Roboter-Taxi in Inglewood, Los Angeles, gefilmt, wie es während der Weltmeisterschaft im Stau in die Gegenfahrbahn geriet. Das Fahrzeug blockierte kurz einen Lastwagen, korrigierte dann aber selbstständig die Spur – ohne Zusammenstoß.

Bereits im Januar 2026 hatte es eine Kollision im Stadtteil Echo Park gegeben, allerdings im manuellen Modus. Die NHTSA untersucht zudem einen Vorfall in Santa Monica mit einem Kind, während das National Transportation Safety Board (NTSB) einen Fall prüft, bei dem ein autonomes Fahrzeug einen haltenden Schulbus überholte.

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Trotz dieser Vorfälle hält Waymo an seiner Kernaussage fest: Die schwere Unfallrate liege 13-mal niedriger als bei menschlichen Fahrern.

Expansion nach London und Tokio

Die regulatorischen Hürden bremsen die Expansionspläne nicht. Waymo kündigte den Start von Robotaxi-Diensten in London und Tokio an. Der London-Start ist für September 2026 geplant – eine besondere Herausforderung: Die britische Hauptstadt hat rund 20-mal mehr Straßenbaustellen als San Francisco.

Für das Inlandsgeschäft setzt Waymo auf eine Partnerschaft mit Element Fleet Management. Los geht es mit Robotaxi-Einsätzen in San Diego, weitere Städte sollen folgen. Die britische Regierung rechnet damit, dass der autonome Fahrzeugsektor bis 2035 rund 42 Milliarden Pfund zur Wirtschaft beitragen und 38.000 Arbeitsplätze schaffen könnte.

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