Waymo-Robotaxi in Phoenix: Zehn Minuten auf überfluteter Straße stecken
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein autonom fahrendes Fahrzeug des Technologieunternehmens Waymo ist am 16. September 2026 in Phoenix für mehr als zehn Minuten auf einer überfluteten Straße stecken geblieben. Berichten zufolge war das Robotaxi aufgrund der Wassermassen nicht in der Lage, die Situation autonom zu bewältigen.
Das Fahrzeug bewegte sich wiederholt vor und zurück, wobei es beinahe zu einer Kollision mit einem nachfolgenden Auto gekommen wäre. Insgesamt waren zwei Waymo-Fahrzeuge an der daraus resultierenden Verkehrsbehinderung beteiligt.
Sensor-Überlastung führt zu Software-Schleife
Augenzeugen, darunter Roger Pelkey, berichteten von den Schwierigkeiten der autonomen Systeme während des Unwetters. Während eines der beteiligten Fahrzeuge die überflutete Stelle passieren konnte, geriet das zweite Fahrzeug in eine sogenannte „AI-Loop“.
In diesem Zustand schien die Software aufgrund der schwierigen Umweltbedingungen überfordert zu sein. Fachmedien berichteten am 17. September 2026, dass die Sensoren des Fahrzeugs durch die schwere Flut überlastet waren. Dies führte zu deutlichem Zögern an Kreuzungen und den unkontrolliert wirkenden Fahrmanövern.
Ein Video, das den Vorfall in Phoenix dokumentiert und auf dem YouTube-Kanal der New York Post veröffentlicht wurde, zeigt die Versuche des Fahrzeugs, die Passage zu meistern. Der Vorfall verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen für autonome Fahrsysteme bei extremen Wetterereignissen, insbesondere bei unvorhersehbarem stehendem Wasser auf der Fahrbahn.
Wiederkehrende Probleme bei Starkregen und Sturzfluten
Die Problematik ist für den Betreiber nicht neu. Bereits im September 2025 sah sich Waymo gezwungen, den Betrieb in Phoenix aufgrund von Sturzfluten vorübergehend einzustellen.
Der Vorfall in Phoenix zeigt, wie schnell ein autonomes Fahrzeug bei stehendem Wasser in eine Software-Schleife gerät — und wie teuer ein daraus folgender Flottenstopp wird. Wer Robotaxi-Flotten betreibt, braucht jetzt belastbare Sensor-Redundanz und einen klaren Compliance-Fahrplan für den nächsten NHTSA-Fall. Jetzt kostenlosen Strategie-Report anfordern
Im April 2026 kam es in San Antonio zu einem schwerwiegenderen Vorfall, als ein unbemanntes Waymo-Fahrzeug am 20. April 2026 von Wassermassen in einen Bach gespült wurde. Zwar wurde bei diesem Ereignis niemand verletzt, doch blieben im selben Zeitraum mehrere Fahrzeuge des Unternehmens infolge von Überschwemmungen in Texas stecken.
Diese Serie von Zwischenfällen führte im Mai 2026 zu einem Software-Recall durch die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Der Rückruf betraf insgesamt 3.791 Fahrzeuge. Hintergrund waren Softwarefehler, die dazu führten, dass die Systeme die Gefahr durch überflutete Straßen nicht korrekt einschätzten und die Fahrzeuge in riskante Bereiche steuerten.
In der Folge pausierte Waymo seinen Robotaxi-Dienst in fünf US-Städten, darunter Atlanta sowie vier Standorte in Texas. Auch Serviceangebote auf Autobahnen in Metropolen wie San Francisco, Los Angeles, Phoenix und Miami wurden zeitweise ausgesetzt.
Sicherheitsmaßnahmen und fortlaufende Expansion
Als Reaktion auf die technischen Defizite hat Waymo neue Sicherheitsmechanismen implementiert. Dazu gehört der Einsatz von Geofencing, um Fahrzeuge bei Unwetterwarnungen gezielt aus tiefergelegenen, hochwassergefährdeten Gebieten fernzuhalten. Zudem wurden Software-Updates eingespielt, die speziell die Erkennung und Vermeidung von stehendem Wasser verbessern sollen.
Ein Software-Recall über 3.791 Fahrzeuge und ein fünfstädtiger Betriebsstopp sind kein Betriebsunfall, sondern ein Compliance-Risiko mit Ansage. Wer seine Flotte vor der nächsten Sturzflut absichern will, findet in diesem Leitfaden die konkreten Geofencing- und Freigabe-Schritte. Geofencing-Leitfaden jetzt sichern
Trotz dieser operativen Hürden setzt das Unternehmen seinen Expansionskurs fort. In San Antonio wurde der voll bezahlte Robotaxi-Betrieb nach einer fünfmonatigen Unterbrechung wieder aufgenommen. Der Neustart umfasst ein Einsatzgebiet von circa 60 Meilen, das unter anderem die Innenstadt und den internationalen Flughafen von San Antonio abdeckt.
Aktuell bietet Waymo bezahlte Fahrten in insgesamt 15 US-Städten an. Zudem erhielt das Unternehmen kürzlich die regulatorische Genehmigung für den Ausbau seines Dienstes in Kalifornien sowie für den Eintritt in zwei weitere Märkte.
