Waymo, Fahrten

Waymo plant Million Fahrten pro Woche: Element Fleet Management übernimmt Flotte

18.06.2026 - 05:30:37 | boerse-global.de

Waymo schließt Partnerschaft mit Element Fleet Management für Wartung und strebt eine Million Fahrten pro Woche an. Trotz Rückschlägen und Skepsis wächst der Dienst rasant.

Waymo: Robotaxi-Pionier plant Millionen Fahrten pro Woche
Waymo - A Waymo robotaxi on a city street at dusk, with modern buildings in the background, illustrating autonomous driving technology. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein neuer Partner soll dabei helfen.

Der Robotaxi-Pionier Waymo hat einen mehrjährigen Vertrag mit Element Fleet Management geschlossen. Der weltweit agierende Flottenmanager übernimmt künftig Wartung, Ladeinfrastruktur und das gesamte Fahrzeug-Lebenszyklus-Management. Los geht es mit dem Start in San Diego. Das Ziel: Vom forschungslastigen Projekt zum skalierbaren Geschäft werden.

Rekordbewertung und neues Abo-Modell

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Waymo ist längst kein Startup mehr. Mit rund 126 Milliarden Euro Bewertung und frischen 16 Milliarden Euro aus einer neuen Finanzierungsrunde gehört das Unternehmen zu den schwergewichtigen Playern der Branche. Aktuell ist Waymo in elf US-Städten aktiv und absolviert über 500.000 Fahrten pro Woche.

Im Juni 2026 führte Waymo zudem ein Abo-Modell ein: Waymo Premier kostet knapp 30 Euro pro Monat und bietet Nutzern in San Francisco, Los Angeles und Phoenix exklusive Vorteile. Der Schritt hin zu wiederkehrenden Einnahmen ist strategisch klug – ähnlich wie bei deutschen Mobilitätsdiensten, die ebenfalls auf Abo-Modelle setzen.

Die Expansion verlief rasant: Im Februar kamen Dallas, Houston, San Antonio und Orlando hinzu, im April folgte Miami. Seit Mai 2026 bedient Waymo eine Fläche von über 3.600 Quadratkilometern. In San Francisco hat der Dienst bereits 28 Prozent Marktanteil erobert – und das, obwohl eine durchschnittliche Fahrt in der Bay Area mit rund 20 Euro etwas teurer ist als bei klassischen Fahrdiensten (etwa 17,50 Euro).

Rückschläge: Baustellen, Überschwemmungen und Software-Pannen

Doch der schnelle Ausbau hat seinen Preis. Am 22. Mai 2026 stoppte Waymo sämtliche Autobahnfahrten in den USA. Grund: Die Fahrzeuge hatten Probleme mit der Navigation durch Baustellen. Nur wenige Wochen zuvor waren die Dienste in Atlanta und San Antonio wegen Überschwemmungen ausgesetzt worden. In Texas musste Waymo sogar einen Software-Rückruf einleiten – die Robotaxis waren mit hoher Geschwindigkeit durch überflutete Straßen gefahren.

Die Unfallstatistik aus Austin spricht eine deutliche Sprache: Zwischen Juni 2025 und Mai 2026 registrierte Waymo 103 Unfälle, elf davon allein im Mai. Lokale Behörden bemängeln konkrete Schwachstellen: Ein Fahrzeug konnte etwa die Handzeichen eines Polizisten nicht richtig deuten. Schulbeamte in Austin berichten zudem, dass die Robotaxis weiterhin Probleme haben, Schulbusse mit eingeschalteter Warnblinkanlage zu erkennen – trotz mehrerer Software-Updates.

Politischer Gegenwind und logistische Hürden

Der Vorstoß nach New York ist vorerst gescheitert. Gouverneurin Kathy Hochul zog ihre Unterstützung für ein Robotaxi-Gesetz zurück – nach massiven Protesten der Fahrergewerkschaften. Dabei hatte Waymo sogar einen 20-Millionen-Euro-Fonds für von der Automatisierung betroffene Arbeiter angeboten. Ähnliche Widerstände gibt es in Illinois und Washington, D.C.

Ein weiteres Problem: Leerfahrten. Aktuelle Daten zeigen, dass 44 Prozent der gesamten Kilometer ohne Passagiere zurückgelegt werden – die Fahrzeuge müssen schließlich zu Depots für Reinigung oder Aufladung fahren. Zwar arbeitet das Startup Aseon Labs an tragbaren, autonomen Ladestationen, doch eine kommerzielle Nutzung wird frühestens Anfang 2027 erwartet.

Vertrauenskrise und Wettbewerb

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Die Skepsis der Verbraucher bleibt hoch. Eine Umfrage vom März 2026 ergab: 53 Prozent der Befragten würden grundsätzlich nicht in ein Robotaxi einsteigen. Selbst wenn die Fahrzeuge nachweislich 100 Prozent sicher wären, lehnten noch 42 Prozent ab. Waymo wirbt zwar mit dem Slogan, zehnmal sicherer zu sein als menschliche Fahrer – doch unabhängige Experten haben diese Zahl bislang nicht bestätigt.

Der Vorsprung vor der Konkurrenz ist dennoch gewaltig. Tesla hat zwar im Juni 2026 in Austin fahrerlose Taxis eingeführt – aber gerade einmal 20 Fahrzeuge sind dort aktiv. Waymo hingegen operiert in zehn großen Metropolregionen mit einer deutlich größeren Flotte.

Doch die Bewährungsprobe kommt noch: Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 steht vor der Tür. Dann muss Waymo beweisen, dass sein System auch mit extremer Verkehrsdichte und logistischen Mammutaufgaben klarkommt. Ein Million Fahrten pro Woche – das Ziel ist ambitioniert. Ob es realistisch ist, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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