Waymo, Ojai

Waymo Ojai: Neues Robotaxi mit 42% weniger Sensoren ab Juni

04.06.2026 - 22:07:07 | boerse-global.de

Ein Einbrecher nutzt ein Waymo-Robotaxi zur Flucht, doch Datenschutzprotokolle erschweren die Fahndung. Neue Gesetze und Fahrzeugmodelle prägen die Branche.

Waymo-Taxi als Fluchtwagen: Datenschutz vs. Strafverfolgung
Waymo - A white Waymo robotaxi with orange accents drives away from a modern yoga studio at night in San Francisco. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Fall offenbart grundlegende Konflikte zwischen Datenschutz und Strafverfolgung in der Ära autonomer Fahrzeuge.

Der Fall: Einbruch mit High-Tech-Fluchtfahrzeug

Im Januar 2026 drang ein unbekannter Täter in ein Yogastudio im Marina District von San Francisco ein. Der Dieb stahl Sportbekleidung und rief dann ein Waymo-Robotaxi – die erste dokumentierte Nutzung eines autonomen Fahrzeugs als Fluchtwagen in der Stadt. Sechs Monate später ist der Fall ungelöst.

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Die Ermittler stehen vor einem Dilemma. Ein Durchsuchungsbeschluss im April ergab: Waymo hatte die internen Videoaufnahmen des Fluchtfahrzeugs bereits gelöscht. Die externen Kameras lieferten zwar Bilder, aber die Gesichter waren unkenntlich gemacht – Teil der firmeneigenen Datenschutzprotokolle.

Auch die digitale Spur führte ins Leere. Die mit der Fahrt verknüpften Account-Daten reichten nicht für eine Identifizierung aus. „Wir stoßen hier an Grenzen, die es vor fünf Jahren noch nicht gab“, erklärte Detective Sgt. Tim Faye.

Neue Regeln ab Juli: Wer haftet bei Verstößen?

Der Fall fällt in eine Zeit des Umbruchs für die kalifornische Gesetzgebung. Ab dem 1. Juli 2026 tritt AB 1777 in Kraft. Das Gesetz erlaubt es den Behörden, Verkehrsstrafen direkt an die Hersteller autonomer Fahrzeuge zu adressieren – nicht mehr an einzelne Passagiere oder Sicherheitsfahrer.

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Waymo selbst hat zuletzt mehrere operative Anpassungen vorgenommen. Der Autobauer pausierte seinen Freeway-Dienst in mehreren Städten und stoppte das Autobahnprogramm wegen Baustellen. Sechs Städte waren zudem vorübergehend von Überschwemmungsproblemen betroffen.

Neue Generation: Der „Ojai“ kommt

Trotz der Kontroversen treibt Waymo die Expansion voran. Am 4. Juni 2026 präsentierte das Unternehmen sein neuestes Modell: den „Ojai“ – das erste speziell für autonome Ride-Hailing-Dienste entwickelte Fahrzeug.

Gefertigt von Zeekr und in Arizona ausgestattet, nutzt der Ojai die sechste Generation der Waymo-Driver-Hardware. Die wichtigsten Neuerungen:

  • 42 Prozent weniger Sensoren als Vorgängermodelle
  • Verbesserte Schneetauglichkeit
  • Zielkosten von unter 20.000 Euro pro Einheit
  • Lenkrad für verunsicherte Fahrgäste

Die Auslieferung startet in San Francisco, Los Angeles und Phoenix. Waymo hat mittlerweile über 20 Millionen vollautonome Fahrten absolviert und bietet rund 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche in elf Städten an.

Nachhaltigkeit: Ausgediente Akkus als Stromspeicher

Parallel zur Fahrzeugentwicklung kündigte Waymo am 4. Juni eine Partnerschaft mit dem Energiespeicher-Unternehmen B2U an. Ziel ist es, ausgediente Batterien der Jaguar-I-Pace-Flotte in stationäre Stromspeicher für Kalifornien und Texas umzuwandeln – mit einer Kapazität von mehreren hundert Megawatt.

Kurioses aus dem Kofferraum

Dass Robotaxis längst Alltag sind, zeigt auch der aktuelle „Lost & Found Index“ von Uber vom 2. Juni. Seit dem Start des „Waymo on Uber“-Dienstes im März 2025 wurden tausende Gegenstände in den Fahrzeugen vergessen – darunter Zahnprothesen und ein Plüschtier. Uber bietet die Rückgabe gegen eine Gebühr von 15 Euro an.

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