Waymo Ojai: Neuer 5nm-Chip senkt Hardware-Kosten um 80 Prozent
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Expansion autonomer Fahrdienste in den Vereinigten Staaten erreicht eine neue Phase. Der Anbieter Waymo bereitet derzeit den gestaffelten Start seines Dienstes in San Diego vor.
Während Fahrzeuge des neuen Modells „Ojai“ bereits im Stadtgebiet präsent sind, ist eine Buchung über die entsprechende App zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht möglich. Das Unternehmen informiert potenzielle Kunden jedoch bereits über die bevorstehende Verfügbarkeit in der Region.
Die Ojai-Generation und technologische Innovationen
Im Zentrum der aktuellen Entwicklungen steht die sechste Fahrzeuggeneration von Waymo, die unter dem Namen Ojai geführt wird. Ein wesentliches Merkmal dieser Generation ist die Integration eines eigens entwickelten 5nm-ASIC-Chips.
Dieser Sensor-Fusion-Prozessor wurde im August 2026 im Rahmen der Fachkonferenz „Hot Chips“ detailliert vorgestellt. Die Hardware ist für die Front-End-Verarbeitung von Rohdaten in Echtzeit konzipiert und verarbeitet Informationen von insgesamt 13 Kameras.
Die Leistungsfähigkeit des neuen Chips wird mit über 1.000 TOPS (Tera Operations Per Second) angegeben, womit das System in einem Leistungsbereich agiert, der mit dem Nvidia DRIVE AGX Thor vergleichbar ist.
Zu den technischen Spezifikationen gehören ein 208 mm² großes Die, eine thermische Designleistung (TDP) von unter 75 Watt sowie die Unterstützung von LPDDR5X-Speicher mit einer Bandbreite von 273 GB/s. Bei der Entwicklung und Fertigung kooperiert Waymo mit namhaften Partnern wie TSMC, Samsung, Nvidia und AMD. Die Recheneinheit umfasst zudem eine sogenannte carTPU mit 160 TOPS (INT8) und basiert auf der RISC-V-Architektur.
Kosteneffizienz und Sensor-Integration
Ein entscheidender Faktor für die Skalierbarkeit des Dienstes ist die signifikante Senkung der Hardwarekosten. Berichten zufolge belaufen sich die Kosten für die Hardware pro Fahrzeug in der aktuellen Generation auf etwa 20.000 bis 25.000 US-Dollar.
In früheren Entwicklungsstadien lagen diese Kosten noch in einem Bereich zwischen 100.000 und 125.000 US-Dollar. Die sechste Generation kommt zudem mit einer um 40 Prozent reduzierten Anzahl an Sensoren aus. Das System stützt sich nun auf 13 Kameras, sechs Radareinheiten und vier LiDAR-Sensoren.
Neben der technischen Infrastruktur wurde auch das Fahrgastmanagement weiterentwickelt. In den Ojai-Robotaxis steht den Passagieren nun das KI-Modell Google Gemini zur Verfügung. Während der Dienst in San Diego kurz vor der Eröffnung steht, ist das Ojai-Modell in den Städten Los Angeles, Phoenix und San Francisco bereits für alle Nutzer freigeschaltet.
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Ein Sprecher des Unternehmens, Sandy Karp, bestätigte im August 2026 die Absicht einer baldigen Eröffnung in San Diego, nannte jedoch noch keinen exakten Termin für den kommerziellen Start.
Operative Kennzahlen und geografische Erweiterung
Die wirtschaftliche Dimension des Betriebs verdeutlicht das Wachstum der Flotte und der Nutzungshäufigkeit. Waymo hat die Marke von 500.000 bezahlten Fahrten pro Woche erreicht und betreibt insgesamt über 4.000 Fahrzeuge in zwölf US-Städten. Bis März 2026 wurden insgesamt 220,6 Millionen Meilen ohne menschlichen Fahrer zurückgelegt. In Mesa wurden zuletzt 953 Fahrzeuge gezählt, von denen 684 als einsatzbereit gemeldet waren.
Für die weitere Expansion erhielt das Unternehmen im August 2026 eine wichtige regulatorische Genehmigung in Nevada. Die dortige Verkehrsbehörde (Nevada Transportation Authority) autorisierte den Einsatz von 1.000 Robotaxis für kommerzielle Fahrten im Clark County. Der Betrieb muss dort innerhalb von 120 Tagen aufgenommen werden, wobei für Fahrten zum Flughafen eine separate Genehmigung erforderlich ist.
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Langfristig plant das Unternehmen die Ausweitung auf 20 weitere Städte in den USA. Gestützt wird dieses Vorhaben durch eine Finanzierung in Höhe von 16 Milliarden US-Dollar, wobei die aktuelle Bewertung des Unternehmens mit 126 Milliarden US-Dollar beziffert wird.
Parallel zu diesen Expansionsschritten prüfen US-Behörden wie das Idaho National Lab Sicherheitsrisiken bei Komponenten von Drittanbietern, insbesondere bei LiDAR-Sensoren chinesischer Herkunft.
