Waymo München: Robotaxis ab Ende 2027 auf deutschen Straßen
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Alphabet-Tochter Waymo hat München als ihren ersten Markt auf dem europäischen Festland bestätigt. Wie das Unternehmen Ende August 2026 bekannt gab, soll der kommerzielle Start von Robotaxis in der bayerischen Landeshauptstadt bis Ende des Jahres 2027 erfolgen. Nach Großbritannien und Japan baut der US-Konzern damit seinen dritten internationalen Standort auf.
Der Weg zur Straßenzulassung in Deutschland
Bereits in den kommenden Wochen sollen die ersten Fahrzeuge in München eintreffen. Die Einführung erfolgt schrittweise: Zunächst führen die Fahrzeuge ein manuelles Mapping der Umgebung durch, woraufhin beaufsichtigte Testfahrten mit Spezialisten an Bord folgen. Für den regulären Betrieb sind noch ausstehende behördliche Genehmigungen erforderlich. Die Zulassung durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) muss in einem zweistufigen Verfahren erfolgen.
Obwohl Deutschland seit dem Jahr 2021 den Betrieb von Level-4-Fahrzeugen gesetzlich erlaubt, verfügt Waymo bislang über keine deutschen Genehmigungen für autonomes Fahren. Konkurrenten wie Volkswagen und Mobileye besitzen derzeit Level-3-Zulassungen.
Waymo strebt hingegen direkt eine Zulassung für das vollautonome Fahren auf Level 4 an. Um die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen vor Ort zu steuern, wurde bereits im Juni 2026 die Waymo Germany GmbH registriert.
Reine Elektroflotte und globale Erfahrungswerte
Für den Start in München setzt das Unternehmen ausschließlich auf Elektrofahrzeuge. Zum Einsatz kommt der Jaguar I-PACE, während eine Nutzung der Ojai-Flotte für diesen Markt vorerst nicht vorgesehen ist. Für einen späteren Zeitpunkt plant Waymo den Übergang auf Modelle wie den Zeekr Ojai oder den Hyundai Ioniq 5.
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Der Technologiekonzern stützt seine Expansionspläne auf eine breite Datenbasis aus dem US-Heimatmarkt. Waymo verweist auf eine Bilanz von über 20 Millionen absolvierten Fahrten und rund 350 Millionen Kilometern (entspricht 217 Millionen Meilen) autonomer Fahrt.
Laut Unternehmensangaben weisen die Daten eine hohe Sicherheit auf: Auf der Gesamtstrecke von 350 Millionen Kilometern seien im Vergleich zu menschlichen Fahrern 16-mal weniger schwere Unfälle und 14-mal weniger Fußgängerunfälle mit Verletzungen verzeichnet worden.
Erst kürzlich, wenige Tage vor der München-Ankündigung, erhielt das Unternehmen im US-Bundesstaat Nevada die Genehmigung für bis zu 1.000 kommerzielle Robotaxi-Slots in Las Vegas.
Finanziell ist das mit einer Bewertung von 126 Milliarden US-Dollar bezifferte Unternehmen solide aufgestellt; die bisherige Finanzierung beläuft sich auf 16 Milliarden US-Dollar.
Politischer Rückenwind und Sicherheitsforderungen
Bevor Robotaxis in München starten, sollten Sie wissen, wie sicher sie wirklich sind. Waymo meldet 16-mal weniger schwere Unfälle als menschliche Fahrer – doch der DVR fordert lückenlose Sicherheitsnachweise. Sicherheits-Checkliste jetzt sichern
In der deutschen Politik stoßen die Pläne auf Zustimmung. Die Politiker Christian Hirte und Florian Herrmann äußerten Unterstützung für das Vorhaben in München. Auf dem Markt trifft Waymo auf diverse Wettbewerber wie Uber im Verbund mit Autobrains sowie Baidu, Momenta und Wayve. Derweil formiert sich die heimische Industrie neu: Berichten zufolge beendete Volkswagen kürzlich ein mit 1,5 Milliarden Euro dotiertes Entwicklungsprogramm mit Bosch.
Unterdessen mahnen deutsche Sicherheitsorganisationen zur Vorsicht. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) fordert einen lückenlosen Sicherheitsnachweis vor dem Start des Regelbetriebs von autonomen Fahrzeugen. Ein besonderer Fokus müsse auf dem Schutz verletzlicher Verkehrsteilnehmer wie Kindern, Fußgängern und Radfahrern liegen. Zudem plädiert der DVR dafür, die anfallenden Sicherheitsdaten für die Unfallforschung nutzbar zu machen.
