Waymo-Krise, Robotaxis

Waymo-Krise: 3.791 Robotaxis in fünf Städten stillgelegt

03.06.2026 - 16:05:14 | boerse-global.de

Eine Analyse deckt schwere Sicherheitsmängel bei Waymo-Robotaxis auf. Texas reagiert mit einem neuen Gesetz für strengere Auflagen.

Waymo-Krise: 3.791 Robotaxis in fünf Städten stillgelegt - Bild: über boerse-global.de
Waymo-Krise: 3.791 Robotaxis in fünf Städten stillgelegt - Bild: über boerse-global.de

Die Robotaxis fuhren unter anderem bei Rot, ignorierten gesperrte Straßen und gefährdeten Fußgänger. Zeitgleich verschärft Texas die Regeln für die Branche.

Gefährliche Pannen im Alltag

Die am 3. Juni 2026 veröffentlichte Analyse von öffentlichen Aufzeichnungen zeigt ein erschreckendes Bild. Waymo-Fahrzeuge missachteten nicht nur Verkehrsregeln, sondern blockierten auch Einsatzkräfte und fuhren in Baustellen. Besonders brisant: Im Januar 2026 zwang eine Hochgeschwindigkeitsverfolgung durch die Polizei das Unternehmen, den Autobahnbetrieb in Los Angeles und Miami vorübergehend einzustellen.

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Die Probleme gipfelten in einem Vorfall am 20. Mai 2026. Ein führerloses Waymo-Fahrzeug blieb in Atlanta eine Stunde lang in einer überfluteten Straße stecken. Die Folge: Ein kompletter Stopp des Betriebs in fünf Städten – Atlanta, Austin, Dallas, Houston und San Antonio. Betroffen waren 3.791 Fahrzeuge, fast die gesamte fünfte und sechste Generation der Flotte.

Bereits Ende April hatte Waymo einen Rückruf gestartet, nachdem ein Fahrzeug in San Antonio von einem Bach mitgerissen worden war. Die Lösung war offenbar nicht nachhaltig. Auch der Autobahnbetrieb in San Francisco, Los Angeles, Phoenix und Miami wurde am 21. Mai eingestellt – Grund waren Probleme bei der Erkennung von Baustellen.

Texas zieht die Zügel an

Die Politik reagiert. Am 2. Juni 2026 unterzeichnete Texas Gouverneur Greg Abbott das Gesetz SB 2807. Es verlangt von AV-Unternehmen eine bundesstaatspezifische Genehmigung und detaillierte Notfallpläne. Ein öffentliches Portal für Sicherheitsbeschwerden wird eingerichtet. Die texanische Verkehrsbehörde darf künftig Betriebserlaubnisse entziehen, wenn die öffentliche Sicherheit gefährdet ist.

Die Zahlen aus Austin zeigen die Dringlichkeit: Allein in den ersten Monaten 2026 gab es 75 Vorfälle mit autonomen Fahrzeugen. Darunter ein Unfall, sieben Fälle, in denen Fahrzeuge Polizeianweisungen ignorierten, und acht Beinahe-Zusammenstöße. Besonders erschreckend: Im März 2026 behinderte ein Waymo-Fahrzeug die Rettungsarbeiten nach einer Massenschießerei in der West 6th Street in Austin.

Aktuelle Daten der texanischen Verkehrsbehörde zeigen Waymo mit 577 zugelassenen Robotaxis als klaren Marktführer. Zum Vergleich: Der Konkurrent AV Ride kommt auf 317 Fahrzeuge, Tesla auf 42 und Zoox auf 35. Auf Bundesebene fordert Senator Ed Markey schärfere Regeln – er kritisiert, dass ausländische Operateure ohne US-Führerschein die Fahrzeuge aus der Ferne steuern.

Sicherheitsbilanz und Zukunftspläne

Waymo hält dagegen. Das Unternehmen betont, sein autonomes System sei deutlich sicherer als menschliche Fahrer. Laut einer Mitteilung vom 2. Juni 2026 waren Waymo-Fahrzeuge bei über 170 Millionen autonomen Kilometern 13-mal seltener in schwere Unfälle verwickelt als Menschen. Menschliche Fahrer hätten auf der gleichen Strecke über 500 zusätzliche Unfälle mit Verletzten verursacht.

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Aktuell bietet Waymo mehr als 500.000 bezahlte Robotaxi-Fahrten pro Woche an und hat über 20 Millionen vollautonome Fahrten in elf Städten absolviert. Am 2. Juni startete das Unternehmen Testfahrten mit dem neuen Modell „Ojai" – einem elektrischen Minivan, entwickelt mit dem chinesischen Hersteller Zeekr. Die sechste Sensorgeneration umfasst 13 Kameras, vier Lidar-Einheiten und sechs Radarsensoren.

Erste Testfahrten mit ausgewählten Kunden laufen in Los Angeles, Phoenix und San Francisco. Waymo-Produktchef Saswat Panigrahi kündigte am 3. Juni an, dass noch in diesem Jahr weitere Städte folgen sollen. Ein Produktionswerk in Mesa, Arizona, wird derzeit auf eine Jahreskapazität von Zehntausenden Fahrzeugen hochgefahren.

Die Frage bleibt: Reichen die Sicherheitsversprechen von Waymo aus, um das Vertrauen von Politik und Öffentlichkeit zurückzugewinnen?

de | wissenschaft | 69477702 |