Waymo kauft Apples ehemaliges Testgelände für 220 Millionen Euro
09.06.2026 - 20:48:41 | boerse-global.de
Waymo, die autonome Fahrsparte von Google-Mutter Alphabet, investiert massiv in die Zukunft des Roboterfahrens. Für 220 Millionen Euro sicherte sich das Unternehmen ein 5.500 Hektar großes Testgelände in Arizona – ein ehemaliges Apple-Projekt.
Die Transaktion wurde am 5. Juni 2026 registriert. Waymo übernimmt das Gelände in Wittmann von der Route 14 Investment Partners, einer mit Apple verbundenen Firma. Der Kaufpreis liegt deutlich über den umgerechnet rund 115 Millionen Euro, die Apple 2021 für das Areal zahlte. Damals diente es als Testzentrum für das hauseigene Autoprojekt „Project Titan" – bis Apple die Initiative Anfang 2024 einstellte.
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Spezialisierte Infrastruktur für autonomes Fahren
Das Wittmann-Gelände bietet Waymo eine breite Palette spezialisierter Testumgebungen. Dazu gehören eine 115 Hektar große simulierte Stadtlandschaft für komplexe urbane Szenarien, ein 35 Hektar großes Fahrzeugdynamik-Areal und eine 6,4 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitsovalstrecke. Hinzu kommt eine eigene Autobahnschleife für die Entwicklung von Langstreckensensorik und Hochgeschwindigkeitsmanövern.
Waymo bestätigte den Zukauf und stärkt damit seine Präsenz im Bundesstaat Arizona. Das Unternehmen testet dort seit fast einem Jahrzehnt – erste Programme starteten bereits 2017 in Chandler. Mit rund 4.000 Fahrzeugen und Robotaxi-Diensten in über zehn US-Städten zählt Waymo zu den Branchenführern.
Strategische Expansion im globalen Wettbewerb
Die Investition fällt in eine Zeit wachsender Konkurrenz. Während Waymo in den USA weiter skaliert, drängt das Unternehmen auch nach Europa. Seit April 2026 testet Waymo rund 100 Jaguar I-Pace in London – Vorbereitung für den geplanten öffentlichen Start in Großbritannien noch dieses Jahr.
Dort trifft Waymo auf starke Konkurrenz. Das britische Unternehmen Wayve sicherte sich kürzlich umgerechnet 1,1 Milliarden Euro – mit Beteiligung von Uber – für den eigenen Robotaxi-Dienst. Uber und Wayve planen noch diesen Sommer den kommerziellen Start in London, zunächst mit Sicherheitsfahrern in Ford Mustang Mach-E.
Regulatorischer Rückenwind aus Europa
Die Kommerzialisierung wird durch neue Gesetze begünstigt. In Großbritannien schuf der „Automated Vehicles Act" von 2024 die rechtliche Grundlage – Pilotprojekte für fahrerlose Taxis starteten bereits im Mai 2026.
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Auch in Europa tut sich etwas. Am 8. Juni 2026 unterzeichneten Verkehrsminister aus 17 Nationen, darunter Deutschland, Frankreich und Italien, eine Erklärung zur grenzüberschreitenden Erprobung autonomer Fahrzeuge. Ziel ist ein gemeinsamer Rechtsrahmen statt fragmentierter nationaler Regeln. Bereits am 8. April 2026 starteten in Zagreb die ersten kommerziellen Robotaxi-Dienste Europas.
Branchenexperten betonen, dass spezialisierte Testinfrastruktur wie das Wittmann-Gelände entscheidend für die Sicherheitsstandards der Branche ist. Waymos gesamte Entwicklungskosten werden auf umgerechnet rund 28 Millionen Euro geschätzt – ein Beleg für die enormen Kapitalanforderungen, die das vollständig fahrerlose Fahren mit sich bringt.
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