Waymo, Millionen

Waymo kauft 2.225-Hektar-Testgelände für 200 Millionen Euro

11.06.2026 - 04:33:01 | boerse-global.de

Waymo bereitet fahrerlose Taxis in New Orleans vor, kartiert Straßen und meldet Schlaglöcher. Stadtrat arbeitet an Regulierung für autonome Dienste.

Waymo startet Kartierung in New Orleans und erkennt Schlaglöcher
Waymo - Autonomous vehicle with roof-mounted sensors driving on a New Orleans street with visible potholes. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

New Orleans – Der Google-Schwester Waymo bereitet den Start fahrerloser Taxis vor. Ein erster Schritt: Die autonomen Fahrzeuge kartieren die Straßen und melden Schlaglöcher an die Stadt.

Seit Anfang Juni sind rund zwölf Waymo-SUVs mit Spezialsensoren in New Orleans unterwegs. Die Fahrzeuge werden noch von Sicherheitsfahrern gesteuert, während sie detaillierte digitale Karten der Stadt erstellen. Ein besonderer Nebeneffekt: Die Autos erkennen Schlaglöcher und leiten die Daten direkt an die Stadtverwaltung weiter.

„Weil sich die Straßenverhältnisse ständig ändern, bekommt die Stadt so ein dynamisches Bild ihres Infrastrukturbedarfs“, erklärte Stadtratsanwältin Ashley Becnel in einer Anhörung am Mittwoch. Die Kartierung sei die Grundlage für den späteren Einsatz vollautonomer Fahrzeuge.

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Regulierung in Arbeit – Sicherheit hat Vorrang

Der Stadtrat von New Orleans arbeitet parallel an einem rechtlichen Rahmen für autonome Fahrdienste. In einer Verkehrsausschusssitzung am Mittwoch diskutierten die Politiker Lizenzanforderungen für Anbieter wie Waymo, Amazons Zoox und Teslas Robotaxi.

„Die Sicherheit hat für uns oberste Priorität“, betonte Stadtrat Eugene Green. Waymo plant, noch 2026 mit fahrerlosen Tests zu beginnen. Ein kommerzieller Vollbetrieb wird jedoch frühestens 2027 erwartet. Zeitgleich beschloss der Ausschuss eine vorübergehende Abgabe von einem Euro pro Taxifahrt, die bis Ende 2027 gilt.

Neues Sicherheitsmodell veröffentlicht

Am Mittwoch stellte Waymo zudem ein neues Berechnungsmodell vor, das einen wissenschaftlichen Maßstab für die Sicherheit autonomer Fahrzeuge setzen soll. Das „Reference Driver“-Modell (ReD) wurde zusammen mit der TU Delft entwickelt und im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht.

ReD simuliert menschliches Fahrverhalten in kritischen Situationen kurz vor einem Unfall. Waymo will damit die Leistung seiner autonomen Systeme mit menschlichen Reaktionen vergleichen. Der Forschungscode ist unter einer akademischen Lizenz frei zugänglich – ein Schritt zu mehr Transparenz in der Branche.

Das Unternehmen absolviert derzeit wöchentlich über 150.000 bezahlte Fahrten in Phoenix, San Francisco und Los Angeles.

Milliarden-Investition in Testgelände

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Um die Produktion von Zehntausenden autonomen Fahrzeugen pro Jahr zu stemmen, hat Waymo seine Testinfrastruktur massiv ausgebaut. Am Dienstag wurde bekannt, dass das Unternehmen ein 2.225 Hektar großes Testgelände in Wittmann, Arizona, für rund 200 Millionen Euro erworben hat.

Der Kauf wurde Anfang Juni abgeschlossen. Das Gelände gehörte zuvor Chrysler und später Apple für dessen eingestelltes „Project Titan“. Es umfasst eine 46 Hektar große Stadt-Simulation, eine 6,4 Kilometer lange Ovalstrecke und spezielle Autobahn-Teststrecken. Es ist Waymos drittes großes Testzentrum – die Flotte umfasst inzwischen knapp 4.000 autonome Fahrzeuge.

Am Mittwoch gab Waymo zudem eine Partnerschaft mit B2U Storage Solutions bekannt. Ziel ist es, ausgemusterte Elektroauto-Batterien für stationäre Energiespeicher wiederzuverwenden – ein Beitrag zur Stabilisierung der Stromnetze.

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