Waymo, Millionen

Waymo investiert 220 Millionen: Riesiges Testgelände in Arizona

13.06.2026 - 21:25:20 | boerse-global.de

Waymo investiert massiv in Testinfrastruktur und führt ein Abo-Modell ein. Die Vorbereitungen für die Fußball-WM 2026 treiben die Expansion voran.

Waymo kauft 220-Millionen-Testgelände und startet Abo-Dienst
Waymo - A sleek Waymo autonomous vehicle on a desert testing track at sunset, emphasizing advanced technology and expansive operations. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Google-Schwesterkonzern Waymo rüstet massiv auf: Für 220 Millionen Euro sicherte sich das Unternehmen ein riesiges Testgelände in Arizona und führt gleichzeitig sein erstes Bezahl-Abo ein. Die Expansion kommt nicht von ungefähr – die Vorbereitungen für die Fußball-WM 2026 laufen auf Hochtouren.

Milliarden-Investment in Test-Infrastruktur

Waymo, die Robotaxi-Tochter von Alphabet, hat zugeschlagen. Wie aus Grundbucheinträgen des Maricopa County vom 5. Juni hervorgeht, erwarb das Unternehmen ein 5.500 Hektar großes Fahrzeugtestgelände in Wittmann, Arizona. Der Verkäufer: eine mit Apple verbundene Gesellschaft. Die Summe von umgerechnet rund 220 Millionen Euro zeigt, wie ernst es Waymo mit dem Hochfahren seiner autonomen Flotte ist.

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Das Gelände, das Apple 2021 noch für 125 Millionen Euro gekauft hatte, ist eine kleine Stadt für sich. Es umfasst eine 115 Hektar große Modellstadt, ein 35 Hektar großes Areal für Fahrmanöver, eine vier Meilen lange Hochgeschwindigkeits-Ovale und eine eigene Autobahnstrecke. Waymo will die Anlage für Simulationen, Bewegungstests und Fahrerschulungen nutzen. Die bestehenden Teststandorte in Kalifornien und Ohio sowie das riesige Fertigungswerk in Mesa, Arizona, werden damit ergänzt.

Waymo Premier: Abo-Modell für Vielfahrer

Parallel zur Infrastruktur-Offensive geht Waymo neue Wege im Vertrieb. Der Dienst „Waymo Premier" richtet sich an Vielnutzer in San Francisco, Los Angeles und Phoenix. Für 29,99 Euro im Monat erhalten eingeladene Kunden Vorfahrt bei der Fahrzeugzuteilung, zehn Prozent Cashback auf Fahrten – mit höheren Sätzen während der Stoßzeiten – und bis zu fünf kostenlose Stornierungen pro Monat.

Die Rechnung scheint aufzugehen: In San Francisco, wo eine durchschnittliche Fahrt rund 17 Euro kostet, amortisiert sich das Abo bereits ab etwa vier Fahrten pro Woche. Noch nicht verfügbar ist der Dienst in Austin und Atlanta – dort läuft Waymo exklusiv über die Uber-App.

WM-Vorbereitung: Houston verdoppelt

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist für Waymo mehr als nur ein Sportereignis. In Houston hat das Unternehmen sein Servicegebiet verdoppelt – auf umgerechnet rund 130 Quadratkilometer. Das Gebiet umfasst nun das Texas Medical Center, East Downtown und das NRG Stadium, wo während des Turniers sieben Spiele stattfinden. Für Waymo ist die WM der ultimative Stresstest für den Betrieb autonomer Flotten bei Großveranstaltungen.

Aktuell sind rund 4.000 Fahrzeuge in über zehn US-Städten unterwegs. Pro Woche werden mehr als 500.000 bezahlte Fahrten abgewickelt – eine Verdopplung innerhalb eines Jahres. Das ambitionierte Ziel: eine Million Fahrten pro Woche bis Ende 2026.

Sicherheitsstudie und internationale Pläne

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Um die Sicherheit des „Waymo Driver" zu untermauern, veröffentlichte das Unternehmen kürzlich eine Studie in Nature Communications. Gemeinsam mit der TU Delft entwickelten die Forscher ein „Referenzfahrer"-Modell für realistischere Sicherheitsvergleiche. Das Ergebnis: Waymo-Technologie reduziert schwere Unfälle um 92 Prozent im Vergleich zu menschlichen Fahrern – das System sei zehnmal sicherer.

Doch die Expansion hat ihren Preis. Alphabets Sparte „Other Bets", zu der Waymo gehört, meldete für das erste Quartal einen Umsatz von 411 Millionen Euro bei einem operativen Verlust von 2,1 Milliarden Euro. Die Kriegskasse ist dennoch gut gefüllt: Anfang des Jahres sicherte sich Waymo 16 Milliarden Euro bei einer Bewertung von 126 Milliarden Euro.

Die nächsten Schritte führen über die USA hinaus. Waymo plant erste internationale Pilotprojekte in London, Tokio und Portland. In London sollen rund 100 Jaguar I-Pace mit Sicherheitsfahrern an den Start gehen. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits.

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