Waymo, Texas

Waymo in Texas: Robotaxi-Flotte wächst in drei Wochen um mehr als 49 Prozent

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Waymo meldet 1.102 registrierte Fahrzeuge in Texas; Kosten, Depotbetrieb und Netzanschlüsse prägen die weitere Skalierung.

Waymo baut Robotaxi-Flotte in Texas binnen drei Wochen deutlich aus
Eine moderne Fertigungshalle für industrielle Montage mit präzisen Maschinen und hellem, natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Das autonome Fahrunternehmen Waymo konzentriert den Großteil seines operativen Betriebs auf zwei US-Bundesstaaten: Rund 80 Prozent der weltweiten Flotte von etwa 4.000 Robotaxis sind inzwischen in Kalifornien und Texas im Einsatz.

Insbesondere im Bundesstaat Texas verzeichnete das Unternehmen eine beschleunigte Expansion, bei der die dortige Fahrzeugflotte innerhalb von nur drei Wochen um über 49 Prozent zulegte. Nach Angaben des Texas Autonomous Vehicle Fleet Tracker waren dort mit Stand vom 24. September 2026 insgesamt 1.102 autonome Fahrzeuge des Unternehmens registriert.

Die übrigen rund 800 Fahrzeuge der Gesamtflotte verteilen sich auf die Bundesstaaten Arizona, Florida, Colorado, Nevada und Tennessee. Während die Texas-Präsenz von Waymo im Juni noch bei rund 600 Fahrzeugen lag und Ende August mehr als 700 Einheiten umfasste, folgte im September ein markanter Zuwachs.

Neuer Fahrzeugtyp verstärkt die Flotte

Einen wesentlichen Anteil an der Flottenvergrößerung in Texas hat das Modell Ojai, ein auf der Plattform des Herstellers Zeekr basierender Minivan, der mit der sechsten Generation des Fahrsystems Waymo Driver sowie Gemini AI ausgestattet ist. Dieses Modell macht rund ein Drittel der texanischen Flotte aus.

Für die künftige Expansion prognostiziert das Analysehaus MoffettNathanson den Import von rund 5.100 Ojai-Fahrzeugen in die USA bis zum Ende des Jahres 2026. Künftig sollen Metropolen wie Las Vegas, Denver und San Diego eine Mehrheit an Ojai-Fahrzeugen erhalten.

Während der Ojai primär darauf ausgelegt ist, die Betriebskosten zu senken, belasten US-Importzölle auf in China gefertigte Fahrzeuge die Kosten pro Einheit. Nach der Ankunft der Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten erfolgt die Endmontage des Selbstfahrsystems im Waymo-Werk im Bundesstaat Arizona.

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Die texanische Flotte eines führenden Robotaxi-Anbieters ist binnen drei Wochen um mehr als 49 Prozent gewachsen — doch ob dieser Sprung wirtschaftlich trägt, hängt an Faktoren, die in keiner Schlagzeile stehen. Wer als Stratege oder Investor die Skalierungskosten autonomer Flotten bewerten muss, braucht belastbare Zahlen zu Hardware-Zielkosten, Importzöllen und Netzanschluss-Zeiten. Jetzt kostenlosen Strategie-Report anfordern

Das Analysehaus MoffettNathanson weist zugleich darauf hin, dass Importprognosen keine direkten Rückschlüsse auf die tatsächliche Anzahl künftiger Passagierfahrten, die Profitabilität pro Fahrt oder kürzere Wartezeiten zulassen.

Skalierung des Rechnersystems und Depot-Logistik

Um die Kosten der Hardware weiter zu reduzieren, visiert Waymo für die sechste Hardware-Generation Gesamtkosten von unter 20.000 US-Dollar an. Im Vergleich zur fünften Generation wurde die Zahl der Sensoren um 42 Prozent gesenkt: Das neue System nutzt 13 Kameras, vier Lidar- und sechs abbildende Radarsensoren. Zuvor kamen 29 Kameras, fünf Lidar- und sechs Radarsensoren zum Einsatz.

Das integrierte Rechnersystem wandelt Sensordaten in Echtzeit-Fahrbefehle um und basiert auf Daten aus über 200 Millionen autonomen Fahrmeilen. Wie Engineering-Vizepräsident Satish Jeyachandran und Rechnerarchitektur-Leiter Daniel Rosenband darlegten, verlangt das System Millisekunden-Reaktionszeiten und arbeitet mit zwei redundanten, unabhängigen Systemen sowie einem speziellen 5-Nanometer-ASIC-Chip für maschinelles Lernen. Bei den Rechenkomponenten kooperiert das Unternehmen mit AMD, Micron und Nvidia.

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Der teuerste Engpass beim Ausbau autonomer Flotten ist nicht die Technik, sondern die Infrastruktur: Wer bestehende Netzkapazität nutzt, ist in rund einem halben Jahr am Netz — ein neues Umspannwerk kann dagegen Jahre dauern. Wenn Ihr Skalierungsplan an Depot-Ausbau und Stromanschluss hängt, zeigt dieser Leitfaden, welche Vorlaufzeiten Sie einplanen müssen. Skalierungs-Checkliste jetzt sichern

Im laufenden Betrieb lagert Waymo operative Aufgaben aus. Während Zeekr die Basisfahrzeuge fertigt, wird der Betrieb der Betriebshöfe von Dienstleistern wie Moove, Avomo, Avis und Flexdrive übernommen. Jeder Reset eines Fahrzeugs – bestehend aus Reinigung, Laden und technischer Inspektion – nimmt rund zwei Stunden in Anspruch, wobei die Leerfahrten zu den Depots bis zu 15 Meilen betragen können.

Zudem stellt die lokale Netzinfrastruktur eine logistische Hürde dar: Laut Dan Keene vom Beratungsunternehmen Aseon Labs dauert die Nutzung bestehender Kapazitäten etwa 0,5 Jahre, während die Errichtung eines neuen Umspannwerks bis zu 8,9 Jahre in Anspruch nehmen kann. Bis Juni 2026 absolvierten die Fahrzeuge von Waymo kumuliert 271,3 Millionen fahrerlose Meilen.

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