Waymo, Alaska

Waymo in Alaska: Tests bei starkem Schneefall starten im kommenden Winter

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Fairbanks plant Waymo Winterversuche auf Teststrecken und Schneefalldatensammlung; ein Starttermin steht noch nicht fest.
Verschneite Teststrecke in Alaska bei Dämmerung und dichtem Schneefall mit Spuren im Schnee. Illustration mit AI erstellt.

Das autonome Fahrunternehmen Waymo weitet seine Tests für extreme Wetterbedingungen aus und wird seine Technologie im kommenden Winter im US-Bundesstaat Alaska evaluieren.

Wie am 5. November 2026 bekannt wurde, plant das Unternehmen in Fairbanks Evaluierungen auf geschlossenen Teststrecken sowie eine gezielte Datensammlung bei starkem Schneefall. Ein genaues Startdatum für die Fahrten in Alaska steht bisher nicht fest; das Unternehmen bezifferte den Beginn lediglich auf den kommenden Winter.

Für die Erprobung im subarktischen Umfeld setzt Waymo auf Fahrzeuge der Typen Ojai sowie Hyundai IONIQ. Begrüßt werden die Pläne vor Ort von offizieller Seite: Gouverneur Mike Dunleavy hob insbesondere die dauerhafte Schneedecke sowie das stark begrenzte Tageslicht in Fairbanks als relevante Rahmenbedingungen für die Technologieerprobung hervor.

Ein Datum für einen regulären öffentlichen Service in Alaska nannte das Unternehmen nicht. Ebenso wurden weder quantitative Testergebnisse noch Sicherheitsraten oder Performance-Benchmarks für den Kaltwetterbetrieb veröffentlicht, und auch der genaue Zeitraum, die Orte sowie die Dauer der Evaluierungen bleiben unpräzisiert.

Sensorreinigung und dynamische Fahrwerksanpassung

Der technologische Ansatz für widrige Wetterbedingungen stützt sich auf die sechste Generation des Waymo Driver. Dieses System kombiniert Kameras, Radar und Lidar. Um Beeinträchtigungen durch vereiste oder verschneite Sensoren zu minimieren, integriert das System spezielle Heizelemente und Miniaturwischer, die die Messinstrumente eisfrei halten. Ergänzend fungieren die Fahrzeuge als mobile Wetterstationen.

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Auf der Fahrbahn misst das System die Traktion unter jedem einzelnen Rad in Echtzeit und passt Lenkung, Beschleunigung sowie Bremsvorgänge dynamisch an die Straßenverhältnisse an. Die eingesetzte Winterflotte wird mit entsprechender Winterbereifung ausgestattet, während lokale Teams die Ladeinfrastruktur und die Fahrzeugreinigung übernehmen.

Zudem teilen die Fahrzeuge Beobachtungen zum Zustand der Straßen untereinander, wobei auch Informationen von Behörden, Daten zum Winterdienst sowie Straßensperrungen in die Routenentscheidungen einfließen. Für seltene Extremsituationen wie Glatteis und sogenannte Whiteouts setzt Waymo ergänzend auf Validierungen in virtuellen Simulationen.

Sollten die Wetterverhältnisse über die im internen Sicherheitsregelwerk definierten Grenzen hinausgehen, sieht das Betriebskonzept eine Reduzierung des Einsatzgebiets oder eine vorübergehende Pausierung des Dienstes vor, die je nach Lage mehrere Stunden bis Tage anhalten kann.

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Vorbereitung auf kältere Ballungsräume

Die Kaltwetter-Strategie, die Waymo bereits im Jahr 2025 grundlegend beschrieben hatte, baut auf umfangreichen Vorerfahrungen auf. Das Unternehmen absolvierte bei bisherigen Wintertests in Upstate New York, auf Michigans oberer Halbinsel und in der Sierra Nevada bereits zehntausende Meilen im realen Straßenverkehr sowie tausende Teststunden in Minneapolis und Detroit.

In der Region Detroit testet das Unternehmen seit Oktober 2026 vollautonom ohne Sicherheitsfahrer mit Zeekr Ojai Elektrofahrzeugen, wenngleich laut Unternehmensangaben noch kein Zeitplan für einen dortigen öffentlichen Dienst existiert.

Insgesamt hat Waymo nach eigenen Angaben bereits 270 Millionen Meilen erfasst. Diese Datengrundlage dient der Vorbereitung auf eine künftige Expansion in traditionell schneereiche Großstädte wie Denver, Minneapolis, Chicago und Montreal.

Parallel dazu treibt das Unternehmen internationale Schritte voran: Für Toronto wurden Kartierungsarbeiten und Sicherheitsvalidierungen mit Sicherheitsfahrern an Bord angekündigt, mit dem Ziel, dort bis 2028 einen kommerziellen Robotaxi-Dienst zu starten.

Branchenexperten weisen unterdessen darauf hin, dass Schnee und Eis weiterhin erhebliche Herausforderungen für optische und funkbasierte Sensorsysteme darstellen. Beobachter erwarten daher einen schrittweisen Rollout autonomer Flotten in Winterregionen, bei dem der Betrieb zunächst auf günstige Witterungsverhältnisse beschränkt bleibt und bei schweren Stürmen ausgesetzt wird.

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