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Waymo-Expansion gestoppt: New York zieht Unterstützung zurück

21.06.2026 - 07:22:40 | boerse-global.de

Waymos New-York-Pläne scheitern an politischem Druck. Ein Software-Rückruf belastet das Unternehmen zusätzlich.

Waymo-Robotaxis in New York: Expansion vorerst gestoppt
Waymo-Expansion - A futuristic Waymo robotaxi stalled on a New York City street, with yellow cabs in the background, symbolizing regulatory roadblocks. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der geplante Start von selbstfahrenden Taxis in New York City ist vorerst vom Tisch. Nach massivem Druck von Gewerkschaften, der Taxibranche und politischen Gegnern haben sowohl Gouverneurin Kathy Hochul als auch Bürgermeister Zohran Mamdani ihre Unterstützung für die Waymo-Expansion zurückgezogen. Hochul nahm einen entsprechenden Gesetzesvorschlag zurück, der dem Unternehmen den Betrieb im Bundesstaat ermöglicht hätte.

Widerstand aus allen Richtungen

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Die Opposition gegen die Robotaxis war breit gefächert. Bürgermeister Mamdani stellte sich klar auf die Seite der Taxifahrer und warnte vor den Folgen für Zehntausende Arbeitsplätze. „New York ist nicht San Francisco", hieß es aus seinem Umfeld. Die Taxi-Lobby und die mächtigen Transportgewerkschaften hatten wochenlang gegen die Pläne mobilisiert.

Waymo hatte versucht, die Wogen zu glätten: Das Unternehmen bot dem Bundesstaat umgerechnet rund 18 Millionen Euro an, um betroffene Taxifahrer abzufedern. Doch die politische Unterstützung blieb aus. Waymo-Globalchef Justin Kintz betonte zwar den langen Atem des Konzerns – „Wir bauen Vertrauen Schritt für Schritt auf" –, doch in New York scheint der Zug vorerst abgefahren.

Technischer Rückruf erschwert Lage

Die politische Niederlage fällt zeitlich mit einem schwerwiegenden Software-Problem zusammen. Am 19. Juni 2026 bestätigte Waymo einen Rückruf von 3.871 Robotaxis der fünften Generation. Ein Softwarefehler verhindert, dass die Fahrzeuge Baustellen und Auffahrtsperren auf Schnellstraßen korrekt erkennen.

Insgesamt wurden 13 Vorfälle dokumentiert: sechs in Phoenix im April, sieben in San Francisco im Mai. In allen Fällen übersahen die Fahrzeuge die Beschilderung von Baustellen auf Highways. Waymo hat den Autobahnbetrieb vorübergehend eingestellt und arbeitet an einem Update. Es ist bereits der zweite Rückruf innerhalb von zwei Monaten.

Riesige Flotte – beeindruckende Sicherheitsbilanz

Trotz der Rückschläge bleibt Waymo der unangefochtene Marktführer in den USA. Die Flotte legt wöchentlich über 6,4 Millionen Kilometer autonom zurück – insgesamt mehr als 273 Millionen Kilometer. Die unternehmenseigenen Daten zeigen: Das automatisierte System verursacht 92 Prozent weniger schwere Unfälle als menschliche Fahrer.

Aktuell ist Waymo in elf US-Städten aktiv und vermittelt mehr als 500.000 Fahrten pro Woche. Zum Vergleich: In Deutschland steckt die Technologie noch in der Testphase, während Waymo bereits kommerziell fährt.

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Hoffnungsträger „Ojai"

Analysten der Großbank JPMorgan sehen Waymo dennoch gut aufgestellt. Die nächste Robotaxi-Generation mit dem Codenamen „Ojai" soll die Produktionskosten um rund die Hälfte senken. Das wäre ein entscheidender Schritt zur Profitabilität – und zur Skalierung im hart umkämpften Ride-Hailing-Markt.

Doch in New York wird das nichts mehr in diesem Jahr. Die Frage ist: Kommt Waymo zurück – oder haben Gegner und Technik dem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung gemacht, der noch lange nachwirkt?

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