Waymo-Expansion: Deutsche Tochter in München gegründet
03.07.2026 - 01:40:42 | boerse-global.de
Waymo weitet seine Aktivitäten in den USA aus und bereitet den Markteintritt in Europa vor – mit einer Tochterfirma in München.
Der Google-Schwesterkonzern treibt die Expansion seines autonomen Fahrdienstes im Juli 2026 massiv voran. In Nashville beginnt der Techniktest am Flughafen, in Portland starten erste manuelle Fahrten. Gleichzeitig gründet Waymo eine deutsche Tochter – und muss sich in Kalifornien auf schärfere Regeln einstellen.
Neue Märkte in Tennessee und Oregon
Am Nashville International Airport testet Waymo ab sofort seine autonome Technologie. Die Roboterfahrzeuge nutzen dafür spezielle Haltepunkte in den bestehenden Uber- und Lyft-Zonen. Ein rund um die Uhr besetztes Team vor Ort soll den reibungslosen Ablauf sichern. Zudem hat Waymo die Einsatzkräfte der örtlichen Polizei, des Sicherheitsdienstes und der Highway Patrol speziell geschult.
Parallel dazu laufen in Portland, Oregon, erste manuelle Testfahrten. Wann der Passagierbetrieb startet, ist noch offen. Im Fokus steht zunächst die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden – und die Vision Zero, also die vollständige Vermeidung von Verkehrstoten. Waymo verweist auf eigene Daten aus anderen Märkten: Demnach habe die autonome Technik dort die Zahl schwerer Unfälle um das 13-Fache gesenkt.
Partnerschafts-Aus mit Uber und neuer Kurs
Der Expansionsschub folgt auf eine strategische Neuausrichtung. Ende Mai 2026 beendeten Waymo und Uber ihre Zusammenarbeit in Phoenix. Seither sind Waymo-Robotaxis dort nicht mehr über die Uber-App buchbar. Die Fahrzeuge kehrten zurück in die eigene Flotte. Kunden erreichen Waymo weiterhin über die hauseigene App sowie über Via und DoorDash.
Uber reagierte prompt: Der Fahrdienst-Vermittler, dessen Aktie nach der Trennung um vier Prozent nachgab, sucht neue Partner. Bereits geschlossen wurden Abkommen mit Nuro und Lucid – zusammen sollen rund 35.000 Fahrzeuge ab Ende 2026 auf die Uber-Plattform kommen.
Deutsche Tochter in München gegründet
Die Gründung der Waymo GmbH in München ist ein klares Signal: Der Markteintritt der US-Tech-Giganten in Europa beginnt jetzt. Wer die regulatorischen Hürden kennt und frühzeitig Kooperationsstrategien entwickelt, sichert sich entscheidende Wettbewerbsvorteile. Unser kostenloser Report liefert die Checkliste für die EU-Zulassung und die 5 Schritte zur Zusammenarbeit mit Waymo. Jetzt kostenlosen Strategie-Report anfordern
Ein klares Signal für die Internationalisierung: Im Juni 2026 gründete Waymo die Waymo GmbH in München. Branchenbeobachter sehen Deutschland als strategisches Einfallstor nach Europa. Der Grund: Die Bundesrepublik verfügt über eine der fortschrittlichsten gesetzlichen Grundlagen für autonomes Fahren der Stufe 4 – also Fahrzeuge, die ohne menschlichen Eingriff auskommen.
Strengere Regeln in Kalifornien
Seit dem 1. Juli 2026 gilt in Kalifornien das neue Gesetz AB 1777. Es verschärft die Kontrolle über autonome Fahrzeuge erheblich. Polizeibeamte können nun sogenannte „Notices of AV Noncompliance" ausstellen – quasi Strafzettel für Roboterfahrzeuge. Die Hersteller müssen diese Vorfälle innerhalb von 72 Stunden der Straßenverkehrsbehörde DMV melden, bei Unfällen sogar innerhalb von 24 Stunden.
Besonders streng sind die neuen Vorgaben für Notfälle: Ein Operator muss auf eine Meldung innerhalb von 30 Sekunden reagieren können. Sperrzonen müssen binnen zwei Minuten geräumt sein. Bei Verstößen drohen Betriebsbeschränkungen oder der Entzug der Genehmigung.
Auch in Washington D.C. steht das Thema auf der Agenda. Der Stadtrat berät über den „Autonomous Vehicle Deployment Authorization Amendment Act". Eine öffentliche Anhörung ist für den 13. Juli 2026 angesetzt.
Flotte wächst – aber auch die Kritik
Während Waymo in den USA wöchentlich über 500.000 Fahrten absolviert, bereitet das Unternehmen den Sprung nach Europa vor – mit einer deutschen Tochter in München. Für Automotive-Manager bedeutet das: Wer jetzt nicht die Weichen für autonome Flotten und Kooperationen stellt, verliert den Anschluss. Unser Report zeigt, wie Sie die Zulassung von Level-4-Fahrzeugen beschleunigen und von der Expansion profitieren. Jetzt kostenlosen Strategie-Report sichern
Waymo betreibt inzwischen rund 4.000 Fahrzeuge, davon etwa 1.000 in der San Francisco Bay Area. Erst im Juli 2026 kam der Waymo Ojai, ein neuer Robotaxi-Minivan, zur Flotte. In elf US-Metropolen absolviert das Unternehmen wöchentlich über 500.000 Fahrten und hat insgesamt 220 Millionen Meilen an Fahrzeugdaten gesammelt.
Doch die Expansion läuft nicht ohne Schattenseiten. Zwar betont Waymo, dass seine Technik 93 Prozent weniger Unfälle verursache als menschliche Fahrer – doch die Aufsichtsbehörden schauen genauer hin. Die Bundesermittler prüfen einen Vorfall, bei dem ein Robotaxi in der Nähe einer Schule in Santa Monica ein Kind anfuhr. Zudem gibt es Anfragen aus dem Kongress zur Nutzung von Remotetechnikern auf den Philippinen. Diese unterstützen die Fahrzeuge in komplexen Verkehrssituationen – steuern sie aber nicht direkt.
