Waymo: 14 Milliarden Euro für Expansion in 20 neue Städte
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 18:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Google-Schwesterkonzern Waymo bereitet den Markteintritt in Oregon vor und treibt gleichzeitig die Expansion in den USA und Europa massiv voran. Seit Ende April kartieren mit menschlichen Fahrern besetzte Waymo-Fahrzeuge das Straßennetz von Portland – die erste Phase für einen möglichen kommerziellen Start des fahrerlosen Taxidienstes in der Stadt.
Gespaltene Stimmung in Portland
Die Kartierungsarbeiten sind der erste Schritt von Waymo in den pazifischen Nordwesten der USA. Im Rahmen des Genehmigungs- und Bürgerbeteiligungsprozesses sammelte die städtische Verkehrsbehörde PBOT mehr als 220 Stellungnahmen zur möglichen Einführung autonomer Fahrzeuge. Das Ergebnis: Die öffentliche Meinung ist tief gespalten.
Rund 52 Prozent der Befragten äußerten Sicherheitsbedenken, während 21 Prozent optimistisch auf die Technologie blicken. Waymo versucht, diese Ängste mit Zahlen zu entkräften: Das autonome System verursache 92 Prozent weniger schwere Unfälle als menschliche Fahrer, so das Unternehmen.
Doch die regulatorischen Hürden in Oregon sind hoch. Ein geplantes Landesgesetz (House Bill 4085), das einen Rahmen für die Lizenzierung autonomer Fahrzeuge schaffen sollte, scheiterte. Waymo ist derzeit in zehn US-Städten aktiv und muss sich durch ein Flickwerk lokaler und bundesstaatlicher Vorschriften kämpfen.
Kalifornien gibt grünes Licht – Flottenmodernisierung läuft
Während in Portland noch Vorarbeit geleistet wird, feierte Waymo anderswo wichtige regulatorische Erfolge. Am 21. Juli 2026 erteilte die kalifornische Straßenverkehrsbehörde DMV die Genehmigung, fahrerlose Tests und kommerzielle Fahrten auf Santa Cruz County auszuweiten. Die Waymo-Fahrzeuge dürfen dort rund um die Uhr, bei allen Geschwindigkeiten und unter verschiedenen Wetterbedingungen operieren. Die kalifornische Flotte wird zudem um Fahrzeuge des chinesischen Herstellers Zeekr ergänzt – neben den bisherigen Jaguar I-Pace-Modellen.
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Parallel dazu rüstet Waymo seine bestehenden Flotten auf. Erst am 22. Juli 2026 wurden in Charlotte rund ein Dutzend Fahrzeuge mit der sechsten Generation des autonomen Fahrsystems „Ojai“ ausgestattet.
Die Expansionspläne sind ehrgeizig: San Diego, Las Vegas, Tampa und Denver stehen als Nächstes auf der Liste. Auch international will Waymo Fuß fassen – ein Start in London ist geplant.
16 Milliarden Dollar für die Robotaxi-Offensive
Die massive geografische und technische Expansion wird durch eine gewaltige Kapitalspritze ermöglicht. Waymo sicherte sich kürzlich eine Finanzierungsrunde über umgerechnet rund 14 Milliarden Euro, angeführt von der Investmentfirma Dragoneer. Die Bewertung des Unternehmens steigt damit auf etwa 112 Milliarden Euro. Das Geld soll in den Kauf zusätzlicher Fahrzeuge und die Expansion in mindestens 20 neue Städte im Laufe des Jahres 2026 fließen.
Die Alphabet-Führung erwartet, dass Waymo ab 2027 einen signifikanten Beitrag zum Konzernergebnis leisten wird. Derzeit betreibt das Unternehmen mehr als 3.500 fahrerlose Fahrzeuge in über zehn Städten und absolviert rund 500.000 Fahrten pro Woche – die klare Nummer eins im Robotaxi-Markt.
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Tesla startet eigenen Dienst – härterer Wettbewerb
Doch die Konkurrenz schläft nicht. Am 21. und 22. Juli 2026 startete Tesla seinen eigenen fahrerlosen Taxidienst in Teilen von Tampa und Orlando, Florida. Der entscheidende Unterschied: Während Waymo auf einen Mix aus Sensoren inklusive Lidar setzt, vertraut Tesla ausschließlich auf Kameras. Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass Waymo zwar bei den absoluten fahrerlosen Kilometern führt, Teslas „Full Self-Driving“-System jedoch Milliarden von Kilometern an Daten durch die Kundenflotte gesammelt hat.
Teslas Dienst in Florida ist vorerst auf bestimmte geografische Zonen beschränkt – große Flughäfen und Freizeitparks bleiben außen vor. Der Wettlauf um die Zukunft der Mobilität hat gerade erst richtig begonnen.
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