Waschmittel selber machen: 25 Waschgänge kosten mit dem Rezept nur 6 Cent
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Herstellung eigener Reinigungsmittel aus einfachen Zutaten gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit. Mehrere Berichte zeigen auf, wie alltägliche Substanzen wie Essig, Natron oder Kaffeesatz herkömmliche Spezialreiniger ersetzen können.
Ziel vieler Verbraucher ist es dabei, Haushaltsausgaben zu senken und zugleich auf aggressive Chemikalien zu verzichten. Fachleute und Institutionen weisen jedoch darauf hin, dass Hausmittel nicht für jeden Einsatzbereich geeignet sind und teils Risiken für Materialien bergen.
Vielseitige Helfer in Küche und Bad
Zu den gängigsten Grundlagen selbst hergestellter Reiniger zählt Essig. Wie MANNHEIM24 berichtete, ergibt die Kombination aus weißem Essig und Kaffeesatz eine preiswerte Paste, mit der sich verkrustete Töpfe und Oberflächen reinigen lassen.
Essig dient zudem als Basis für Allzweckreiniger: Werden Orangenschalen etwa ein bis zwei Wochen in Haushaltsessig eingelegt und anschließend abgeseiht, löst die enthaltene Essigsäure Kalk und Wasserflecken, während die Zitrusschalen einen angenehmen Duft abgeben.
Zur Beseitigung von Flecken im Bad, etwa durch Haarfärbemittel im Waschbecken, empfiehlt sich eine Mischung aus gleichen Teilen Essig und warmem Wasser mit einer Einwirkzeit von 10 bis 15 Minuten. Als Alternative wird eine Natronpaste aus drei Teilen Natron und einem Teil Wasser genannt, die 20 bis 30 Minuten einwirken sollte.
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Auch bei Küchengeräten kommt Natron zum Einsatz: Für Mixerbehälter genügt eine Mischung aus 500 ml warmem Wasser, einem Esslöffel Natron (etwa 15 g) und einem Teelöffel mildem Spülmittel, die nach rund 10 Minuten weich ausgewischt wird.
Punktuelle Flecken lassen sich mit zwei Esslöffeln Natron und einem Esslöffel Wasser behandeln. Dauerhafte Vergilbungen an Kunststoffen, die durch Alterung oder UV-Strahlung entstanden sind, können Hausmittel hingegen nicht zuverlässig beseitigen.
Sparpotenzial beim Wäschewaschen
Auch beim Waschen lassen sich Kosten reduzieren. Die Gütersloherin Antje Babenhauserheide stellt Wasch- und Haushaltsreiniger selbst her und vermittelt entsprechende Anleitungen in Kursen an Volkshochschulen, darunter Termine am 7. Oktober 2026 sowie am 6. November 2026. Ihr Rezept besteht aus 100 g Kernseife, 150 g Soda, 150 g Spülmaschinensalz und Zitronengrasöl.
Diese Menge reicht für 25 Waschgänge. Die Kosten beziffert Babenhauserheide auf 6 Cent pro Waschgang, was etwa einem Drittel des Preises von günstigem gekauften Waschmittel entspricht.
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Risiken für Geräte und empfindliche Oberflächen
Trotz der Vorteile warnen Verbraucherschützer vor unbedachtem Einsatz. Das Verbraucherportal Bayern rät ausdrücklich davon ab, Essig, Essigessenz, Salz, Soda, Spülmaschinentabs, Backpulver oder Zitronensäure direkt in die Waschmaschine zu geben.
Essig kann Metall- und Kunststoffteile angreifen und laut Fachberichten Gummidichtungen spröde machen. Salz enthärtet das Wasser nicht besser als reguläre Zusätze und birgt Rostrisiken, während Backpulver die Schimmelbildung begünstigen kann.
Hersteller von Saug- und Wischrobotern wie Roborock und Dreame schließen Schäden durch nicht zugelassene Reinigungsmittel von der Garantie aus. Hausmittel wie Essig oder Spülmittel können durch Schaumbildung Leitungen verstopfen sowie Pumpen und Sensoren beschädigen.
Zudem warnt das Umweltbundesamt vor gesundheitlichen Risiken: Der in Zitrusschalen enthaltene Stoff Limonen kann Allergien auslösen, während konzentrierte Essigessenz ätzend wirkt.
Aus Sicherheitsgründen dürfen säurehaltige Reiniger keinesfalls mit Chlorreinigern oder Bleichmitteln vermischt werden, da giftiges Chlorgas entstehen kann. Auf säureempfindlichen Oberflächen wie Marmor, Kalkstein oder Silikonfugen sollte Essig ebenfalls vermieden werden.
