Waschmaschinen-Studie, Energiesparen

Waschmaschinen-Studie: Energiesparen fördert Bakterien und Geruchsbildung

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Untersuchung der Hochschule Furtwangen zeigt, wie Feuchte, Wärme und Waschgewohnheiten Bakterien sowie Pilze in Geräten fördern.

Hochschule Furtwangen untersucht Keime in Waschmaschinen
Nahaufnahme einer metallischen Oberfläche mit Wassertropfen und feinen Textilfasern in einem kleinen Spalt. Illustration mit AI erstellt.

Die moderne Haushaltsführung setzt zunehmend auf Ressourceneffizienz, Umweltschutz und eine schonende Textilpflege. Doch genau diese veränderten Nutzungsgewohnheiten wirken sich auch auf das mikrobiologische Milieu in Haushaltsgeräten aus.

Eine wissenschaftliche Untersuchung der Hochschule Furtwangen widmet sich detailliert der Mikrobiologie in Haushaltswaschmaschinen und analysiert die Faktoren, die eine Ansiedlung von Mikroorganismen im Geräteinneren begünstigen.

Die Forschungsarbeit wurde von der Doktorandin Sabasadat Seyednikkhoo gemeinsam mit Markus Egert erarbeitet und veröffentlicht, wie unter anderem aus einem Bericht vom 22. September 2026 hervorgeht.

Feuchtigkeit und Nährstoffe als Nährboden für Mikroorganismen

In Haushaltswaschmaschinen treffen mehrere physikalische und chemische Faktoren zusammen, die das mikrobielle Leben fördern können. Nach den Ergebnissen der Wissenschaftler an der Hochschule Furtwangen bilden Feuchtigkeit, Wärme sowie vorhandene Nährstoffe die wesentlichen Grundlagen für das Wachstum von Keimen.

In diesem feuchtwarmen Umfeld finden vor allem Bakterien und Pilze optimale Bedingungen vor, um sich festzusetzen. Als Nährstoffquelle dienen dabei unter anderem Rückstände von Hautschuppen, Textilfasern und Schmutzpartikeln, die beim Waschvorgang von der Kleidung abgelöst werden und sich stellenweise in unzugänglichen Bereichen der Maschine ablagern können.

Einfluss von Energiesparprogrammen und Flüssigwaschmitteln

Einen wesentlichen Einfluss auf die mikrobiologische Zusammensetzung haben nach Erkenntnissen der Forscher verbreitete Verbrauchertrends. Das Waschen bei niedrigen Temperaturen hat sich im Zuge von Energie- und Klimaschutzmaßnahmen als Standard im Alltag etabliert.

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Ergänzt wird diese Praxis häufig durch spezielle Wassersparprogramme moderner Geräte. Beide Faktoren führen dazu, dass Mikroorganismen und Ablagerungen seltener durch hohe Hitze oder ein hohes Spülvolumen aus der Maschine geschwemmt werden.

Zusätzlich begünstigt die Wahl des Reinigungsmittels diesen Prozess: Die zunehmende Verwendung bleichefreier Flüssigwaschmittel bietet Keimen einen weiteren Vorteil. Im Gegensatz zu herkömmlichen Vollwaschmitteln in Pulverform, die oft sauerstoffbasierte Bleichmittel enthalten, fehlt Flüssigrezepturen dieser desinfizierende Wirkstoff weitgehend.

Die Kombination aus geringen Temperaturen, reduzierten Wassermengen und dem Verzicht auf Bleichmittel schafft somit ein Umfeld, in dem sich Bakterien und Pilze leichter vermehren können.

Geruchsbildung statt akuter Infektionsgefahr

Hinsichtlich der gesundheitlichen Relevanz ordnet die an der Hochschule Furtwangen veröffentlichte Studie die Risiken nüchtern ein. Für gesunde Verbraucher stellen die nachgewiesenen Keime in der Regel kein unmittelbares Infektionsrisiko dar. Die Wahrscheinlichkeit, durch die Waschmaschine direkt an einer Infektion zu erkranken, ist gering.

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Die mikrobielle Aktivität hat jedoch andere spürbare Konsequenzen für den Alltag: Die Stoffwechselprozesse der wachsenden Bakterien- und Pilzpopulationen tragen maßgeblich zur Entstehung unangenehmer, muffiger Gerüche bei. Diese Geruchsstoffe können sich sowohl im Gerät selbst als auch in den gewaschenen Textilien festsetzen, was dem eigentlichen Ziel einer hygienischen Wäschereinigung zuwiderläuft.

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