Warntag 10. September: 65 Millionen Handys testen Cell Broadcast
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 08:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Für den 10. September 2026 ist die Durchführung des nächsten bundesweiten Warntags angesetzt. Diese gemeinsame Übung von Bund, Ländern und Kommunen dient der Überprüfung der technischen Infrastruktur sowie der Sensibilisierung der Bevölkerung für Warnsignale.
Ein zentraler Bestandteil der diesjährigen Planung ist die Erprobung des Modularen Warnsystems (MoWaS), wobei der Probealarm für 11:00 Uhr und die anschließende Entwarnung für 11:45 Uhr vorgesehen sind.
Erweiterung des Cell-Broadcast-Systems
Eine wesentliche technische Neuerung am 10. September 2026 betrifft das System Cell Broadcast. Berichten vom September 2026 zufolge wird im Rahmen des Warntags erstmals die Entwarnung über diesen Kanal versendet, was der Warnstufe 3 entspricht. Während die Stadt Köln bereits seit dem 25. November 2025 Entwarnungen über Cell Broadcast nutzt, stellt dies für den bundesweiten Probelauf eine Premiere dar.
Nach Angaben von Mobilfunkbetreibern wie Vodafone werden schätzungsweise 65 Millionen Mobiltelefone die Warnmeldung um 11:00 Uhr empfangen. Der Empfang ist dabei ohne die Installation einer speziellen Applikation möglich. Für eine erfolgreiche Zustellung sind jedoch technische Voraussetzungen aufseiten der Endgeräte zu erfüllen.
So ist ein aktuelles Betriebssystem erforderlich, konkret Android in der Version 11 oder höher beziehungsweise iOS ab Version 16.1. Zudem wird empfohlen, rechtzeitig notwendige Software-Updates durchzuführen, damit das Gerät die Warnsignale verarbeiten kann. Seit der Einführung von Cell Broadcast im Jahr 2023 kam das System laut Branchenberichten bereits bei rund 700 realen Ereignissen zum Einsatz.
Zusammenspiel von App-basierten und analogen Warnmitteln
Ergänzend zum Cell Broadcast fungieren Warn-Apps wie NINA, Katwarn und Biwapp als zusätzliche Informationskanäle. Im Bundesland Hessen werden am Warntag neben NINA und Biwapp auch Katwarn sowie die Anwendung hessenWARN genutzt, wobei letztere laut offiziellen Angaben nur noch bis zum Jahresende aktiv bleiben soll. In Berlin wird die Warnung primär über die App NINA sowie über Radio- und TV-Stationen verbreitet.
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Parallel zur digitalen Alarmierung kommen in vielen Kommunen Sirenen zum Einsatz. Das Signal für eine Warnung besteht aus einem einminütigen auf- und abschwellenden Ton, während ein durchgehender Dauerton von einer Minute die Entwarnung signalisiert.
Die Verfügbarkeit einer flächendeckenden Sireneninfrastruktur variiert jedoch stark zwischen den Regionen:
* Berlin: Die Hauptstadt testet über 200 Sirenen.
Ein weiterer Ausbau auf insgesamt 550 Standorte ist in Planung.
* Köln: Hier werden 136 Sirenen im Rahmen des Modularen Warnsystems ausgelöst.
* Hannover: Die Feuerwehr beteiligt sich mit 112 Sirenenstandorten an der Übung.
* Frankfurt am Main: Eine flächendeckende Sirenenwarnung ist derzeit nicht möglich.
Alarmiert wird lediglich in den Industrieparks Höchst und Fechenheim; der Aufbau eines Netzes mit 162 geplanten Standorten steht noch aus.
* Stuttgart: In der baden-württembergischen Landeshauptstadt sind keine Sirenen vorhanden.
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Beteiligung und Evaluation
Die Teilnahme am Warntag erfolgt für Kommunen in Rheinland-Pfalz auf freiwilliger Basis. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät Bürgerinnen und Bürgern generell, sich vorab bei den zuständigen Kommunen über die lokalen Warnmittel zu informieren.
Um die Wirksamkeit der Warnsysteme zu bewerten, führt das BBK im Anschluss an den 10. September 2026 eine Umfrage zur Wahrnehmung des Warntags durch. Diese Erhebung zur Rückmeldung aus der Bevölkerung ist bis zum 1. des Folgemonats geöffnet. Der nächste reguläre bundesweite Warntag ist bereits für den 9. September 2027 terminiert.
Mehr zum Thema bei tagesschau.de: „Hessen: Warntag am 10. September 2026: Probealarm mit Handys und Sirenen“
