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W Social: Neue Plattform verlangt Ausweisvorlage für Teilnahme

21.06.2026 - 22:18:42 | boerse-global.de

Die datenschutzfreundliche Plattform W Social startet den öffentlichen Betatest mit obligatorischer Identitätsprüfung und 50.000 Vormerkungen.

W Social: Neue X-Alternative startet mit Ausweiszwang
Social - Nahaufnahme eines Smartphones, das einen digitalen Identitätsprüfungsprozess mit Gesichtsscan und Ausweis anzeigt. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Sie positioniert sich als datenschutzfreundliche Alternative zu Elon Musks Kurznachrichtendienst X. Das Besondere: Wer mitreden will, muss seinen Ausweis vorlegen.

Strenger Verifizierungsprozess

Das Kernmerkmal von W Social ist die obligatorische Identitätsprüfung. Nutzer müssen für eine aktive Teilnahme neben einem amtlichen Lichtbildausweis auch ein biometrisches Selfie hinterlegen. Das soll Bots und Fake-Profile von Beginn an unterbinden.

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CEO Ingmar Rentzhog verspricht: Die sensiblen Daten werden nach dem Abgleich gelöscht. Die technische Umsetzung läuft über die dezentrale App „W Identity“. Sie speichert die Identitätsmerkmale lokal auf dem Gerät der Nutzer und übermittelt nur einen digitalen Token an die Plattform.

Hinter dem Projekt stehen Prof. Dr. Anna Zeiter und Ingmar Rentzhog. Technologisch basiert W Social auf dem AT-Protokoll, das auch beim Netzwerk Bluesky zum Einsatz kommt. Der Name leitet sich von „Values“ (Werte) und „Verify“ (Verifizieren) ab.

50.000 Interessenten auf der Warteliste

Zum Start der Beta-Phase Mitte Juni standen bereits rund 50.000 Interessenten auf der Warteliste. Die vollständige Freischaltung für die breite Öffentlichkeit ist für Januar 2027 geplant.

Die Plattform wird von einem Konsortium aus etwa 80 privaten europäischen Investoren finanziert. Die Macher betonen: Es fließen weder EU-Fördergelder, noch ist eine Übernahme durch US-Unternehmen gestattet. Ein prominentes Gremium – darunter Ex-Politiker Philipp Rösler – begleitet die Entwicklung.

Verzicht auf Werbung – erstmal

Das Geschäftsmodell verzichtet in der Anfangsphase komplett auf Werbeeinnahmen. Erste Anzeigenformate sollen frühestens 2028 eingeführt werden. Stattdessen plant das Unternehmen Micropayment-Funktionen zur Monetarisierung.

Sicherheitsforscher warnen

Trotz der versprochenen Sicherheitsmechanismen gibt es Kritik aus Fachkreisen. Sicherheitsforscher warnen vor den Risiken der zentralen Erfassung biometrischer Daten. Im Falle eines Diebstahls lassen sie sich nicht wie Passwörter austauschen.

Experten verweisen auf den „Fall Tea“: Trotz Löschzusage des Betreibers landeten Ausweisfotos in einer öffentlich zugänglichen Datenbank.

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Politische Flankenschutz

Die Debatte um Identitätspflicht in sozialen Netzwerken wird politisch begleitet. Erst kürzlich forderte die Unionsfraktion im Bundestag risikobasierte Altersgrenzen für soziale Medien. Diese könnten über technische Lösungen wie die EUDI-Wallet umgesetzt werden.

Ob das Modell der Identitätspflicht ausreicht, um die angestrebte Nutzerbasis zu überzeugen – und gleichzeitig den strengen europäischen Datenschutzanforderungen sowie den Sicherheitsbedenken der Fachwelt gerecht zu werden –, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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