Vorhofohrverschluss, Amulet

Vorhofohrverschluss: Amulet 360 erreicht in VERITAS 96,3 Prozent ohne Restleck

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach zwölf Monaten erreichte Amulet 360 bei 96,3 Prozent der untersuchten Patienten einen Verschluss ohne messbares Restleck.
Ein ruhiger, klinischer Beobachtungsraum in einem Krankenhaus mit neutralen Wandfarben und einem ausgeschalteten Monitor. Illustration mit AI erstellt.

Bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und einem erhöhten Risiko für Thromboembolien stellt der interventionelle Verschluss des linken Vorhofohrs (LAA) eine wichtige therapeutische Option dar. Neue Ein-Jahres-Daten der VERITAS-Studie zum Prüfprodukt Amulet 360 von Abbott liefern detaillierte Erkenntnisse zur Verschlussrate und zum klinischen Sicherheitsprofil des Systems.

Die Resultate wurden am 1. November 2026 auf dem Kongress Transcatheter Cardiovascular Therapeutics (TCT 2026) in San Diego vorgestellt und zeitgleich im Fachjournal JACC: Cardiovascular Interventions publiziert.

Hohe Verschlussrate in der einarmigen VERITAS-Studie

Die klinische Untersuchung VERITAS ist als einarmige Studie mit einer einjährigen Nachbeobachtungszeit angelegt. In die Auswertung flossen Daten von 458 Patienten ein, die im Durchschnitt 74 ± 7,3 Jahre alt waren; der Frauenanteil lag bei 38,4 Prozent. Unter Berücksichtigung einer sogenannten Roll-in-Phase wurden mehr als 450 Patienten an über 30 Kliniken in den USA, Kanada und Europa mit dem LAA-Occluder behandelt.

Die Beurteilung des Verschlusses erfolgte mittels transösophagealer Echokardiografie (TEE). Bei den per TEE evaluierten Patienten erzielte das System nach einem Jahr einen kompletten Vorhofohrverschluss ohne messbares Restleck (0 mm Leck) bei 96,3 Prozent der Teilnehmer (95%-Konfidenzintervall: 93,2 Prozent bis 98,2 Prozent).

Klinisches Sicherheitsprofil und Ereignisraten nach zwölf Monaten

Neben dem anatomischen Verschluss analysierte die Studie wesentliche kardiovaskuläre und verfahrensbezogene Endpunkte über den Zeitraum von einem Jahr:

Anzeige

Die Ein-Jahres-Daten zum Vorhofohrverschluss liegen vor: In der einarmigen Studie blieben über 98 Prozent der Patienten frei von ischämi­schem Schlaganfall oder systemischer Embolie, ein interventionsbedürftiger Perikarderguss trat bei 0,9 Prozent auf. Wer diese Ergebnisse für die eigene Patientenselektion nutzbar machen will, findet im kostenlosen Leitfaden die Endpunkte im Überblick und eine Schritt-für-Schritt-Checkliste. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern

  • Embolische Ereignisse: Mehr als 98 Prozent der Patienten blieben nach einem Jahr frei von einem ischämischen Schlaganfall oder einer systemischen Embolie; die Ereignisrate lag bei 1,8 Prozent.
  • Perikarderguss und Stabilität: Über 99 Prozent der Behandelten waren frei von einem interventionsbedürftigen Perikarderguss, welcher bei 0,9 Prozent auftrat. Eine Embolisation des Implantats (Device-Embolisation) wurde in keinem Fall verzeichnet.
  • Mortalität: Mehr als 98 Prozent der Patienten blieben frei von kardiovaskulärer Mortalität. Die kardiovaskuläre Mortalitätsrate belief sich auf 1,9 Prozent, während die Gesamtmortalität bei 3,9 Prozent lag.
  • Blutungen und Thrombosen: Bei 93,4 Prozent der Studienteilnehmer trat keine schwere Blutung (Major-Blutung) auf, was einer Rate von 6,6 Prozent entspricht. Eine klinisch relevante gerätebedingte Thrombose wurde bei 0,4 Prozent der Patienten festgestellt.

Regulatorischer Status und Marktumfeld

Das System Amulet 360 ist in den Vereinigten Staaten gegenwärtig ausschließlich für den investigativen Gebrauch im Rahmen klinischer Prüfungen zugelassen. Für den europäischen Markt hatte Abbott bereits im August 2026 eine CE-Kennzeichnung für das Medizinprodukt erhalten.

Anzeige

Die Geräteauswahl beim Vorhofohrverschluss hängt an belastbaren Sicherheitsdaten — und die fallen je nach System und Nachbeobachtung unterschiedlich aus. Der kostenlose Leitfaden stellt die Ein-Jahres-Endpunkte gegenüber, ordnet die Verschlussrate von 96,3 Prozent ohne messbares Restleck ein und zeigt, worauf Sie bei der Bewertung eines Verschlusssystems achten sollten. Sicherheitsendpunkte im Vergleich ansehen

An den Finanzmärkten notierte die Aktie von Abbott (ABT) laut Marktberichten bei 106,56 US-Dollar, was einem leichten Tagesplus von 0,30 Prozent entsprach. Die Marktkapitalisierung des Gesundheitskonzerns belief sich auf 183,77 Milliarden US-Dollar bei einer Dividendenrendite von 2,37 Prozent.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70446392 |