Vorhofflimmern, NEXAF-Studie

Vorhofflimmern: NEXAF-Studie zeigt weniger Krankheitslast durch Training

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 11:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Einjähriges Bewegungsprogramm verbesserte Fitness, verringerte Rhythmusstörungen und reduzierte Klinikaufnahmen bei Vorhofflimmern.
Ein heller, moderner Sportraum mit Holzboden und natürlichem Lichteinfall als Symbol für Bewegung und Herzgesundheit. Illustration mit AI erstellt.

Strukturierte Trainingsprogramme und digitale Kontrollen gewinnen in der Kardiologie zunehmend an Bedeutung. Wie aktuelle Daten der NEXAF-Studie unter der Leitung von Dr. Bjarne Nes zeigen, kann ein kombiniertes Bewegungskonzept die Krankheitslast bei Vorhofflimmern maßgeblich verringern.

Die auf dem ESC Congress 2026 vorgestellten Ergebnisse belegen, dass ein einjähriges strukturiertes Interventionsprogramm nicht nur Beschwerden reduziert, sondern auch das Gesundheitssystem entlasten kann.

Signifikante Reduktion der Krankheitslast durch gezieltes Training

Im Mittelpunkt der NEXAF-Studie stand ein einjähriges Bewegungsprogramm, das supervidierte Einheiten mit hoher Intensität mit langfristigem Heimtraining und digitalem Monitoring verband. Bei den teilnehmenden Patienten mit Vorhofflimmern führte dieses Vorgehen zu einer signifikanten Senkung der Krankheitslast durch Rhythmusstörungen.

Neben der Verringerung der Arrhythmie-Episoden dokumentierten die Studienautoren eine deutliche Verbesserung der kardiorespiratorischen Fitness. Gleichzeitig ging die Zahl der durch Vorhofflimmern bedingten Krankenhausaufnahmen zurück. Das erprobte Hybridmodell aus fachlicher Anleitung und eigenständigem, technologiegestütztem Training zu Hause stuften die Forschenden als klinisch machbar sowie ressourceneffizient ein.

Bedeutung von Lebensstilfaktoren für die Herzgesundheit

Die Befunde fügen sich in ein wachsendes Verständnis über den Stellenwert von Lebensstilinterventionen ein. In Deutschland sind nach vorliegenden Fachinformationen rund 1,8 Millionen Menschen von Vorhofflimmern betroffen, wobei statistisch nur etwa jeder zweite Patient spürbare Beschwerden verspürt.

Prof. Christiane Tiefenbacher von der Deutschen Herzstiftung betont in diesem Zusammenhang, dass bereits 30 Minuten moderate Bewegung am Tag die Herzgesundheit signifikant verbessern. Bewegungsmangel zählt neben chronischem Stress, Rauchen und ungesunder Ernährung zu den stillen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Anzeige

Wer seine Herzgesundheit durch gezielte Bewegung stärken möchte, findet in diesem Ratgeber einfache Übungen für den Alltag. Erfahren Sie, wie Sie mit minimalem Aufwand Beschwerden vorbeugen und effektiv Muskeln aufbauen können. 17 sofort umsetzbare Wunderübungen entdecken

Als optimale Zielwerte nennt die Kardiologin einen Blutdruck von unter 130/80 mmHg sowie einen Ruhepuls bei Erwachsenen zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute; Blutdruckwerte über 140/90 mmHg gelten als erhöht. Das menschliche Herz pumpt täglich rund 7000 Liter Blut und schlägt pro Tag mehr als 100.000 Mal.

Ergänzende Ansätze durch digitale Fernbetreuung

Dass technologiegestützte Versorgungskonzepte bei der Versorgung von Herzpatienten eine verlässliche Ergänzung sein können, unterstreichen auch weitere aktuelle Untersuchungen.

Anzeige

Ein stabiler Blutdruck ist die Basis für ein gesundes Herz-Kreislauf-System. Dieser kostenlose Spezialreport zeigt Ihnen 7 konkrete Tipps, wie Sie Ihre Werte dauerhaft und auf natürliche Weise regulieren können. Blutdruck-Ratgeber jetzt kostenlos herunterladen

So evaluierte der University Hospitals of Leicester NHS Trust im Rahmen einer im European Heart Journal Digital Health veröffentlichten Untersuchung die virtuelle Betreuung von 91 Patienten mit akutem Vorhofflimmern über einen Zeitraum von zwölf Monaten im Vergleich zu 91 stationär versorgten Patienten.

Mittels Tablet und Fernüberwachung von EKG, Blutdruck, Sauerstoffsättigung sowie Symptomfragebögen zeigten sich innerhalb von 30 Tagen nach Entlassung keine Unterschiede bezüglich unerwünschter Ereignisse, Notaufnahmen, Wiedereinweisungen, ambulanter Nutzung oder Mortalität. Zudem ergab sich eine potenzielle Kosteneinsparung von 642 Pfund pro Patient, wobei die geringe Teilnehmerzahl ab 80 Jahren als Limitation gilt.

Die Ergebnisse der NEXAF-Studie verdeutlichen, dass strukturierte und digital begleitete Bewegungstherapien eine wirksame Säule bilden können, um die Belastung durch Vorhofflimmern langfristig zu kontrollieren.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70462798 |