Vorhofflimmern, Europa

Vorhofflimmern in Europa: Bis 2060 werden über 14 Millionen Ältere betroffen sein

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei atrialer Trikuspidalklappeninsuffizienz sagte die Dehnung des rechten Vorhofs das Überleben voraus; Europas Fallzahlen dürften weiter steigen.
Ein klinisch-medizinischer Forschungsraum mit minimalistischer Ausstattung und diffusem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Publikationen widmen sich verstärkt den Herausforderungen, die sich aus der alternden Bevölkerung für die Kardiologie ergeben. Im Fokus stehen dabei insbesondere die zunehmende klinische Komplexität bei Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern sowie die Bestimmungsfaktoren für den weiteren Krankheitsverlauf bei Vorliegen einer atrialen Trikuspidalklappeninsuffizienz.

Die entsprechenden Erhebungen beleuchten sowohl spezifische echokardiographische Prognosemarker als auch großflächige demografische Entwicklungen in Registern.

Prognostische Marker bei atrialer funktioneller Trikuspidalklappeninsuffizienz

Ein zentraler Aspekt der aktuellen Forschung betrifft die Risikostratifizierung bei einer atrialen funktionellen Trikuspidalklappeninsuffizienz (AFTR). Eine retrospektive Studie basierend auf echokardiographischen Untersuchungen aus den Jahren 2017 bis 2025 untersuchte 152 Patienten mit Vorhofflimmern.

Von dieser Kohorte wiesen 120 Personen eine atriale funktionelle Trikuspidalklappeninsuffizienz auf, definiert durch mindestens ein moderates Ausmaß der Insuffizienz sowie eine rechtsatriale Fläche von mehr als 25 cm². Die verbleibenden 32 Probanden dienten als Kontrollgruppe.

Anzeige

Wer sich mit der langfristigen Überwachung seiner Herz- und Gefäßgesundheit befasst, sollte die Bedeutung seiner Blutwerte genau kennen. Dieser kostenlose Ratgeber erklärt, wie Sie Ihre Laborergebnisse richtig deuten und Fehlinterpretationen vermeiden. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck jetzt anfordern

Während eines medianen Nachbeobachtungszeitraums von 6,3 Jahren wurden in der AFTR-Gruppe 53 Todesfälle verzeichnet, was einem Anteil von 45 % entspricht.

In der univariablen Cox-Regressionsanalyse zeigten sich das Alter (Hazard Ratio [HR] 1,02; 95 %-Konfidenzintervall [CI] 1,00–1,04; p=0,016), die maximale Regurgitationsgeschwindigkeit TR Vmax (HR 1,59; 95 % CI 1,07–2,35; p=0,020) sowie eine niedrigere Reservoir-Dehnung des rechten Vorhofs (Reservoir-RA-Strain) signifikant mit der Mortalität assoziiert (HR 0,90; 95 % CI 0,84–0,96; p=0,003).

In der multivariablen Auswertung blieb die Reservoir-RA-Strain als unabhängiger Prädiktor für das Überleben bestehen, mit einer bereinigten Hazard Ratio von 0,88 (95 % CI 0,81–0,95; p<0,001).

Registerdaten verdeutlichen Multimorbidität und demografische Entwicklung

Parallel dazu untersuchte eine in der Fachzeitschrift GeroScience erschienene Untersuchung die demografische Entwicklung in Europa im Zusammenhang mit Vorhofflimmern und klinischer Komplexität. Die Analyse stützt sich auf Daten von über 15.000 Patienten aus zwei großen Registern für Vorhofflimmern in Europa und Asien.

Dabei wiesen europäische Betroffene eine höhere Rate an Multimorbidität auf als asiatische Patienten (79,5 % gegenüber 70,2 %). Auch das Vorliegen von Gebrechlichkeit (Frailty) war bei den europäischen Teilnehmern mit 17,9 % weiter verbreitet als in der asiatischen Vergleichsgruppe mit 10,5 %.

Anzeige

Für alle, die ihre Gesundheit aktiv unterstützen und die wichtigsten Vitalstoff-Werte im Blick behalten möchten, bietet dieser 25-seitige Guide wertvolle Orientierung. Erfahren Sie, welche Tests wirklich sinnvoll sind, um die eigene Vitalität langfristig zu erhalten. 25-seitigen Laborwerte-Report gratis herunterladen

Zugleich zeigte sich, dass Gebrechlichkeit bei den asiatischen Patienten einen vergleichsweise stärkeren Einfluss auf das Eintreten unerwünschter Ereignisse ausübte.

Die langfristige Entwicklung deutet zudem auf einen erheblichen Anstieg der Fallzahlen hin. Bezugnehmend auf Daten der italienischen Erhebung Progetto-FAI aus dem Jahr 2016 lag die Prävalenz bei Personen ab 65 Jahren damals bei 7,3 %, wobei für diesen Bereich bis zum Jahr 2060 eine Zunahme um 75 % prognostiziert wird.

Auf ganz Europa bezogen wird bis 2060 ein Anstieg der betroffenen älteren Erwachsenen um 89 % erwartet, was einer Gesamtzahl von über 14 Millionen Menschen entspricht.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70356707 |