Vorhofflimmern, Millionen

Vorhofflimmern: 1,6 Millionen Betroffene, 20–30% der Schlaganfälle

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 18:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Herzbericht 2026 zeigt viele Klinikfälle durch Rhythmusstörungen, zugleich sank die Sterblichkeit bei KHK und Herzinfarkt im Jahr 2024.

Deutscher Herzbericht 2026: Rhythmusstörungen bleiben häufig
Ein heller, moderner Krankenhausflur mit einfallendem Tageslicht und poliertem Boden. Illustration mit AI erstellt.

Das Update 2026 des Deutschen Herzberichts zeichnet anhand der Behandlungsdaten aus dem Jahr 2024 ein detailliertes Bild der kardiovaskulären Versorgung in Deutschland.

Die Auswertung verdeutlicht eine anhaltend hohe Krankheitslast durch Herzrhythmusstörungen, während die Sterberate bei koronaren Herzkrankheiten (KHK) spürbar gesunken ist. Zugleich wird im Bericht betont, wie wesentlich die aktive Mitwirkung der Patientinnen und Patienten für den Behandlungserfolg ist.

Hohe Fallzahlen bei Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern

Herzrhythmusstörungen stellten das Gesundheitssystem auch im Jahr 2024 vor erhebliche Herausforderungen. Insgesamt führten sie zu 509.490 vollstationären Klinikaufnahmen, nachdem im Vorjahr 2023 noch 493.636 Fälle erfasst worden waren.

Die Zahl der Gestorbenen belief sich auf 29.759 Personen. Bezogen auf die Bevölkerung lag die Rate bei 532 vollstationären Aufnahmen pro 100.000 Einwohner, nach 535,6 im Jahr 2019.

Den größten Anteil innerhalb dieser Krankheitsgruppe bildet das Vorhofflimmern: Es war der Anlass für 360.800 stationäre Behandlungen. Bundesweit sind mehr als 1,6 Millionen Menschen von dieser Rhythmusstörung betroffen. Die klinische Bedeutung ist weitreichend, da 20 bis 30 Prozent aller ischämischen Schlaganfälle auf Vorhofflimmern zurückzuführen sind.

Häufig treten erhebliche Begleiterkrankungen auf. Bei stationär behandelten Patienten mit Vorhofflimmern lag der Anteil mit Bluthochdruck bei 61,6 Prozent, im ambulanten Bereich bei 58,9 Prozent. An einer begleitenden Herzinsuffizienz litten 25,1 Prozent der stationären und 27,3 Prozent der ambulanten Patienten.

Rückläufige Sterblichkeit bei koronaren Herzkrankheiten

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Insgesamt registrierte die Statistik für das Jahr 2024 über 1,65 Millionen herzbedingte Klinikaufenthalte sowie fast 205.000 herzbedingte Sterbefälle, verglichen mit über 211.000 Todesfällen im Jahr 2023. Von den Sterbefällen im Jahr 2024 entfielen 113.473 auf koronare Herzkrankheiten (darunter 41.258 auf einen Herzinfarkt), 37.663 auf Herzinsuffizienz, 29.759 auf Herzrhythmusstörungen und 23.195 auf Herzklappenerkrankungen.

Bei den koronaren Herzkrankheiten setzte sich ein positiver Trend fort. Die KHK-Sterberate sank im Jahr 2024 um 7 Prozent auf 118,3 pro 100.000 Einwohner, nachdem sie 2023 noch bei 127,3 gelegen hatte. Die Gesamtzahl der KHK-Todesopfer ging von 119.795 im Jahr 2023 auf 113.473 im Jahr 2024 zurück, die Zahl der Herzinfarkttoten von 43.839 auf 41.258.

Dennoch zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Regionen. Nach einem Herzinfarkt starben im Jahr 2024 14,4 Prozent der betroffenen Frauen, während der Anteil bei den Männern 10,1 Prozent betrug.

Regional wies Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2024 mit 63,4 Gestorbenen pro 100.000 Einwohner die höchste Herzinfarktsterblichkeit auf, während Hamburg mit 26,2 den niedrigsten Wert verzeichnete.

Krankheitslast und verlorene Lebensjahre

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Die anhaltende Bedeutung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird auch durch Erhebungen des Robert Koch-Instituts (RKI) untermauert. Ein Recherchetool des Instituts zur Krankheitslast in Deutschland, das Daten der Jahre 2017 bis 2022 nach Alter, Geschlecht und Bundesländern auswertet, weist die koronare Herzkrankheit als führende Ursache für verlorene Lebensjahre (Years of Life Lost, YLL) aus. Dahinter folgen Lungenkrebs, Schlaganfall, die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sowie Alzheimer und Demenzerkrankungen.

Differenziert nach Geschlecht steht KHK bei Männern an erster Stelle der gesamten Krankheitslast. Bei Frauen führt Rückenschmerz die Krankheitslast an, gefolgt von KHK. Zwischen 2017 und 2022 ist die Krankheitslast durch KHK den RKI-Daten zufolge jedoch insgesamt zurückgegangen.

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