Volkshochschulen: 38-Millionen-Campus für KI und digitale Technologien
03.07.2026 - 02:56:09 | boerse-global.de
Volkshochschulen und europäische Bildungseinrichtungen starten eine Offensive für digitale Kompetenzen und künstliche Intelligenz. Die Veröffentlichung neuer Semesterprogramme und der Abschluss großer Förderprojekte markieren eine strategische Neuausrichtung hin zu digitalen Bildungsmodellen.
Neue Programme mit digitalem Schwerpunkt
Mehrere regionale Volkshochschulen haben ihre Kursangebote für den Herbst 2026 vorgestellt. Die VHS Bremerhaven veröffentlichte ihr Programm am 2. Juli unter dem Motto „Gemeinsam…!" mit über 600 Veranstaltungen. Neben klassischen Themen wie Gesundheit und Sprachen liegt ein deutlicher Fokus auf digitalen Inhalten und beruflicher Weiterbildung.
Die VHS Detmold-Lemgo und die VHS Vogelsbergkreis starteten ihre Online-Anmeldungen bereits am 1. Juli. Während Detmold-Lemgo mit rund 670 Angeboten das Thema Wohnen mit 40 spezifischen Veranstaltungen in den Mittelpunkt stellt, umfasst das Programm im Vogelsbergkreis über 400 Kurse. Die Kreisvolkshochschule Kaiserslautern verteilt seit dem 2. Juli ihre neuen Programmhefte an öffentlichen Stellen und bietet spezielle Bildungsfreistellungsmöglichkeiten an.
Künstliche Intelligenz als strategische Säule
Die Integration von KI und zukunftsorientierten Technologien ist zum zentralen Pfeiler der institutionellen Strategie geworden. Die VHS Werne präsentierte am 24. Juni ihre künftige Ausrichtung dem Kulturausschuss und identifizierte KI, hybride Lernformate und digitale Teilhabe als primäre Entwicklungsfelder.
Konkrete KI-Anwendungen standen im Mittelpunkt eines Netzwerktreffens in Teisnach am 1. Juli. Die von der vhs akademie Arberland und regionalen Wirtschaftspartnern organisierte Veranstaltung thematisierte den industriellen KI-Einsatz – von vorausschauender Wartung über Maschinendatenerfassung bis hin zur Implementierung von Chatbots.
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In Norddeutschland hat der Digitale Lerncampus Schleswig-Holstein eine umfassende Plattform mit über 600 Kursen zu Zukunftstechnologien wie KI, virtueller Realität und Robotik aufgebaut. Mit einem Budget von 38 Millionen Euro, finanziert durch Land, EU und Partner, bietet der Campus sowohl Online- als auch Präsenzangebote in elf Städten.
Digitale Selbstverteidigung für Jung und Alt
Die Bildungsarbeit zielt zunehmend auf digitale Sicherheitskompetenz. Die VHS Wildeshausen führte kürzlich ein Projekt zur „Digitalen Selbstverteidigung im KI-Zeitalter" an einer örtlichen Schule durch. Die vom Deutschen Kinderhilfswerk geförderte Initiative schulte Schüler im Erkennen von Falschnachrichten, Passwortsicherheit und der Prävention von Cybermobbing.
Für Erwachsene gibt es spezielle Vorträge zu digitalen Risiken. Eine Veranstaltung am 9. Juli in Bad Kissingen widmet sich der Internetsicherheit und den Mechanismen von Desinformation.
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Förderende und EU-Bericht
Die Bildungslandschaft durchläuft einen Wandel, da große Förderzyklen auslaufen. Das bundesweite Kompetenznetzwerk „lernen:digital" mit einem Fördervolumen von rund 205 Millionen Euro beendete am 30. Juni offiziell seine aktuelle Phase. Das Projekt brachte über 500 Bildungsprodukte in 24 Netzwerken hervor – allerdings bleibt die Übertragung dieser Ergebnisse in die Schulpraxis eine Herausforderung. Künftige Unterstützung wird voraussichtlich über den Digitalpakt 2.0 angestrebt.
Auf europäischer Ebene veröffentlichte die Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur am 1. Juli einen Bericht über innovative digitale Bildungspraktiken in der EU. Die Studie stellt erfolgreiche Modelle zur Förderung digitaler Kompetenzen vor und liefert zwei Beispiele pro Mitgliedsstaat.
Führungswechsel in Wien
Die Wiener Volkshochschulen bereiten sich auf einen Führungswechsel vor. Herbert Schweiger, der die Organisation ein Jahrzehnt lang leitete, geht Ende September 2026 in den Ruhestand. In seiner Amtszeit bewältigte die Einrichtung 270.000 Kurse mit 2,4 Millionen Teilnahmen an 31 Standorten. Daniela Ecker-Stepp soll die Leitung im Oktober 2026 übernehmen. Lokale Verantwortliche würdigten Schweigers Verdienste um den Erhalt der Institution als wichtigen Anbieter zugänglicher Bildung.
