Voice-Phishing: Hacker fordern bis 3 Millionen Dollar von Investmentfirmen
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 13:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die digitale Finanzwelt wächst rasant – doch KI-Angriffe bedrohen den Boom. Neobanken wie Revolut verzeichnen Rekordzahlen, während Sicherheitsexperten vor autonomen Hacker-Systemen warnen.
Revolut glänzt mit Milliardenumsatz
Revolut hat seinen Umsatz 2025 auf 6 Milliarden US-Dollar gesteigert – nach 4 Milliarden im Vorjahr. Mit 68,3 Millionen Nutzern festigt die Plattform ihre Marktposition. Die britische Finanzaufsicht FCA wählte das Institut zudem für ein Pilotprojekt zur Ausgabe von Stablecoins aus.
Der Erfolg passt zum allgemeinen Trend: Digitale Kontaktkanäle boomen. Nutzten 2019 noch 57 Prozent der Kunden digitale Wege, sind es inzwischen 75 Prozent. Die Branche erlebt einen massiven Wandel hin zur Online-Abwicklung.
Die Schattenseite des Booms
Doch die Skepsis der Verbraucher bleibt groß. Laut einer aktuellen PwC-Umfrage bewerten 61 Prozent der Befragten die Risiken von Open Finance – der erweiterten Freigabe von Finanzdaten – höher als die Chancen. Besonders der Datenschutz bereitet Sorgen.
Die Bedenken sind berechtigt: KI-Sprachmodelle von Meta, OpenAI und Anthropic können inzwischen eigenständig IT-Schwachstellen aufspüren und ausnutzen. Diese autonomen Systeme senken die Hürde für Cyberkriminalität erheblich – Phishing-Mails und Systemeinbrüche entstehen zunehmend automatisiert.
Neue KI-Gesetze, neue Cyberrisiken: Was kommt wirklich auf Ihr Unternehmen zu? Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. KI-Verordnung E-Book kostenlos herunterladen
Voice-Phishing: Die neue Welle der Erpressung
Ein aktueller Google-Bericht warnt vor gezielten Voice-Phishing-Angriffen auf US-Investmentfirmen. Hacker setzen auf soziale Manipulation und fordern Lösegelder zwischen 750.000 und 3 Millionen US-Dollar. Die Masche: täuschend echte Anrufe, die Mitarbeiter zu Überweisungen verleiten.
Regulierung zieht nach
Die wachsende Bedrohung zwingt Banken zum Umdenken. Statt punktueller Authentifizierungen setzen Institute zunehmend auf fortlaufende, risikobasierte Bewertungen von Transaktionen. Ein Urteil des Landgerichts Berlin II vom April verdeutlicht die Haftungsrisiken: Banken müssen auffällige Geräte- und IP-Konstellationen bei Phishing-Angriffen berücksichtigen.
Wer sich mit der Abwehr komplexer Manipulationsversuche befasst, erfährt in diesem Leitfaden, wie sich Phishing-Angriffe stoppen lassen, bevor sie entstehen. Der kostenlose Ratgeber bietet Firmen aus dem Finanz- und Verwaltungssektor wertvolle Einblicke in aktuelle Schutzmaßnahmen. Anti-Phishing-Paket jetzt gratis sichern
Die DORA-Verordnung und die geplante PSD3-Richtlinie erhöhen den Druck zusätzlich. Ende Juli gründeten mehrere Industriekonzerne die Open Secure AI Alliance, um KI-Modelle sicherer zu machen. Privatnutzern bleibt derweil ein einfacher, aber wirksamer Rat: Zwei-Faktor-Authentifizierung konsequent aktivieren – sie schützt auch vor KI-generierten Angriffen.
