Vitamin-B12-Mangel, KORA-Age-Studie

Vitamin-B12-Mangel: 10-30% der Über-50-Jährigen betroffen

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KORA-Age-Studie: 54% der Seniorinnen und 34% der Senioren nutzen regelmäßig Supplemente. Experten raten zu gezielter Einnahme.

Nahrungsergänzungsmittel im Alter: Was die KORA-Age-Studie über die Einnahme verrät
Eine ältere Person sortiert Nahrungsergänzungsmittel und ein Glas Wasser an einem hellen Küchentisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mehr als die Hälfte der Frauen zwischen 65 und 80 Jahren nimmt regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel. Die KORA-Age-Studie zeigt: 54 Prozent der Frauen und 34 Prozent der Männer dieser Altersgruppe greifen zu Vitaminen und Mineralstoffen. Doch was ist sinnvoll, was riskant?

Kassen zahlen nur in Ausnahmefällen

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Nahrungsergänzungsmittel in der Regel nicht. Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen stellte klar (Az. L 16 KR 113/21): Rechtlich gelten diese Präparate als Lebensmittel, nicht als Arzneimittel. Selbst eine 50-Jährige mit Histaminintoleranz, die auf bestimmte Produkte angewiesen war, bekam keine Erstattung.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hält eine ausgewogene Ernährung für die meisten Menschen für ausreichend. Besonders gefragt sind dennoch Magnesium, Eisen, Folat und Calcium.

Vitamin B12: Nicht nur für Veganer relevant

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt eine gezielte Supplementierung bei bestimmten Risikogruppen. Zwischen 10 und 30 Prozent der Über-50-Jährigen haben einen Vitamin-B12-Mangel. Neben veganer Ernährung zählen Magen-Darm-Erkrankungen und die Langzeiteinnahme von Medikamenten wie Metformin zu den Auslösern. Ärzte diagnostizieren den Mangel über die Parameter Holo-TC und MMA.

Bei Vitamin D gilt: Supplementierung nur, wenn die körpereigene Produktion über die Haut nicht ausreicht. Die Obergrenze liegt bei 20 Mikrogramm täglich. Höhere Dosen riskieren Nierensteine oder schwere Nierenschäden.

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Proteine: Was ist die richtige Menge?

Die Wissenschaft streitet über die optimale Eiweißzufuhr im Alter. EFSA und WHO empfehlen 0,83 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät ab 65 Jahren zu etwa 1,0 Gramm pro Kilogramm. Eine Auswertung von über 300 Studien der University of Wisconsin-Madison kommt dagegen zu einem anderen Ergebnis: Reduzierte Proteinzufuhr könnte den Stoffwechsel verbessern und das Risiko für Diabetes und Krebs senken. Diese Erkenntnisse lassen sich jedoch nicht pauschal auf ältere Menschen übertragen.

Calciumpräparate nützen laut einer Untersuchung der Universitätsklinik Genf wenig, wenn die Ernährung bereits ausreichend Calcium liefert. Bei 586 Frauen mit durchschnittlich 67 Jahren verbesserten die Präparate die Knochendichte nicht signifikant – ihre tägliche Zufuhr lag bereits bei 1.500 Milligramm.

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Vorsicht bei Trend-Produkten

Anti-Aging-Mittel aus sozialen Medien sind oft teuer und wissenschaftlich kaum belegt. Ernährungsmediziner warnen etwa vor NMN (Nikotinamid-Mononukleotid), dessen Nutzen für den Menschen nicht ausreichend belegt ist.

Eine Ende Juli 2026 veröffentlichte Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Molecules zeigt jedoch: Hydrolysierte Kollagen-Peptide können die zelluläre Energieproduktion unterstützen und chronische Entzündungen hemmen. Die Kombination mit Vitamin C und E verstärkt den Effekt.

Eine Metaanalyse mit über 114.000 Teilnehmenden liefert zudem Entwarnung für Omega-3-Fettsäuren: Bis zu 1.500 Milligramm täglich erhöhen das Risiko für Vorhofflimmern nicht. Bei höheren Dosierungen und bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen stieg das Risiko allerdings leicht an.

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