Vision Pro-Krise: Apple streicht 5 von 7 geplanten Produkten
04.06.2026 - 20:02:52 | boerse-global.de
Statt mehrerer Vision-Pro-Modelle setzt der designierte CEO auf massentaugliche Smart Glasses – und streicht die Hälfte der geplanten Produkte.
Radikaler Kurswechsel unter neuer Führung
John Ternus, der am 1. September 2026 den Chefposten von Tim Cook übernimmt, hat die Wearable-Roadmap von Grund auf neu geordnet. Von ursprünglich sieben geplanten Vision-Produkten bleiben nur zwei übrig. Das bestätigt der renommierte Apple-Analyst Ming-Chi Kuo von TF International Securities.
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Konkret gestrichen wurden die Entwicklung der Vision Pro 2 sowie eines günstigeren Einstiegsmodells namens "Vision Air". Stattdessen fokussiert sich Apple nun auf zwei Smart-Glasses-Projekte – ein klares Signal, dass der Konzern die Nische der High-End-Brillen verlässt.
Zwei Überlebende: KI-Brille ohne Display und AR-Flaggschiff
Das erste Produkt, das den Strategiewechsel überlebt hat, ist eine KI-gestützte Smart Glass ohne Display. Sie soll 2027 auf den Markt kommen und direkt mit Metas Ray-Ban-Stories konkurrieren. Das zweite Projekt ist ambitionierter: Eine Augmented-Reality-Brille mit optischen Wellenleitern und integriertem Display. Doch deren Markteinführung wurde auf 2029 oder später verschoben.
Bloomberg-Reporter Mark Gurman berichtet, dass die Vision-Pro-Kategorie derzeit auf Eis liegt. Zwar habe es einen Prototypen für einen Nachfolger gegeben, doch neue Hardware sei vor Ende des Jahrzehnts nicht zu erwarten. Ein bereits entwickeltes Modell für die Mac-Integration wurde bereits im Januar 2025 eingestellt.
Marktanteile und Absatzzahlen: Der Druck wächst
Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund sinkender Verkaufszahlen. Die ursprüngliche Vision Pro war Mitte 2024 gestartet. Laut IDC verkaufte Apple im gesamten Jahr 2024 rund 390.000 Einheiten. Doch die Nachfrage brach ein: Im vierten Quartal 2025 waren es nur noch etwa 45.000 Stück.
Während Apple umdenkt, haben die Konkurrenten einen deutlichen Vorsprung aufgebaut. Counterpoint Research meldet für die zweite Jahreshälfte 2025 ein Wachstum von 139 Prozent bei Smart-Glasses-Verkäufen weltweit. Allein Meta hält in diesem Segment einen Marktanteil von 82 Prozent.
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Produktion läuft weiter – Teams werden umgeschichtet
Trotz der Absage künftiger Modelle bleibt das aktuelle Gerät im Programm. Die M5 Vision Pro wird weiter produziert und ausgeliefert. Die Entwicklungsteams, die zuvor an Vision Air und Vision Pro 2 arbeiteten, wurden laut Berichten auf die neuen KI- und AR-Smart-Glasses-Projekte umverteilt.
Der Strategiewechsel folgt den Vorgaben von Tim Cook, der im September zum Executive Chairman wechselt. Er hatte bereits früher angeordnet, die Entwicklung von Smart Glasses zu priorisieren, um den Rückstand auf die Branchenspitze aufzuholen. Analysten von TF International Securities bezeichnen die Streichung der bisherigen Vision-Pro-Roadmap als logischen Schritt hin zu kommerziell tragfähigeren Produkten.
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