Vishing-Kampagne, Hacker

Vishing-Kampagne: Hacker erbeuten 10,69 Millionen Dollar von Finanzfirmen

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 17:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hacker erbeuten Millionen durch vorgetäuschte IT-Helpdesk-Anrufe bei US-Investmentfirmen. Die Angriffswelle betrifft über 200 Unternehmen.

Cyberangriffe auf Blackstone und KKR: Vishing-Kampagne UNC6671 im Fokus
Dunkles, modernes Büro mit leuchtenden Computerbildschirmen und Datenvisualisierungen als Symbol für Cybersicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Große US-Finanzunternehmen, darunter die Investmentriesen Blackstone und KKR, sind in den Fokus einer koordinierten Serie von Cyberangriffen geraten. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, setzen die Angreifer dabei auf sogenanntes Vishing – betrügerische Anrufe eines vorgetäuschten IT-Supports –, um sich unbefugten Zugang zu den Netzwerken führender Finanzinstitutionen zu verschaffen. Ein Bericht von Google ordnet diese Aktivitäten der Gruppierung UNC6671 zu, die zuvor unter dem Namen BlackFile bekannt war.

Massive Kampagne gegen Investmenthäuser und Banken

Die Untersuchungen zeigen, dass UNC6671 als Dachorganisation für mehrere spezialisierte Gruppen fungiert, die unter den Bezeichnungen Falcon, Helix, Pink und Redact agieren. Allein in den letzten fünf Monaten seien über 200 Unternehmen zum Ziel dieser Kampagne geworden. Neben Blackstone und KKR umfasst die Liste der betroffenen Firmen namhafte Adressen wie Bridgewater, Apollo, Bain, TPG, CME, Clearlake sowie die Ratingagentur Moody's.

Auch das Unternehmen Point72 bestätigte bereits einen Angriff auf seine Systeme. Während die Hacker zudem Versuche gegen Citadel unternahmen, konnten die Angriffe auf das Unternehmen Two Sigma erfolgreich abgeblockt werden. Über den Finanzsektor hinaus wurde die Kampagne zuletzt auf Firmen wie Uber, Zillow und Levi Strauss sowie auf verschiedene Anwaltskanzleien ausgeweitet.

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Betrug durch vorgetäuschten IT-Helpdesk

Die angewandte Methode der Hacker stützt sich auf eine Kombination aus Social Engineering und digitalen Werkzeugen. Die Angreifer geben sich am Telefon als Mitarbeiter eines IT-Helpdesks aus, um Beschäftigte zur Preisgabe ihrer Passwörter zu bewegen. Ziel dieser Täuschung ist es, MFA-Anmeldedaten (Multi-Faktor-Authentifizierung) zu stehlen und Single-Sign-On-Systeme (SSO) zu kompromittieren. Google identifizierte im Zusammenhang mit dieser Kampagne bereits 72 bösartige Domains, die für die Durchführung der Angriffe genutzt werden.

Lösegeldforderungen in Millionenhöhe

Die finanziellen Ambitionen der Hintermänner sind erheblich. Den Berichten zufolge fordern die Hacker von den betroffenen Unternehmen Lösegelder in einer Spanne zwischen 1 Million und 3 Millionen US-Dollar. In über 53 % der dokumentierten Fälle belaufe sich die durchschnittliche Zahlung auf etwa 750.000 US-Dollar.

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Besonders in den ersten Monaten des Jahres verzeichneten die Angreifer signifikante Einnahmen. Zwischen dem 7. Januar und dem 12. Mai 2026 seien laut dem Google-Bericht insgesamt 141,65 BTC auf 18 Bitcoin-Wallets eingegangen. Dies entspricht zum Zeitpunkt der Erfassung einem Gegenwert von etwa 10,69 Millionen US-Dollar. Die Ermittler konnten diese Zahlungen direkt den Aktivitäten der Gruppe UNC6671 zuordnen. Die Kampagne verdeutlicht die anhaltende Gefahr durch hochspezialisierte Vishing-Taktiken, die gezielt menschliche Interaktionen ausnutzen, um technische Sicherheitsbarrieren zu umgehen.

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