Vishing-Kampagne: 150 Mitarbeiter über Microsoft Teams angegriffen
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 23:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Palo Alto Threat Research Center hat eine koordinierte Vishing-Kampagne gegen Nutzer von Microsoft Teams aufgedeckt. Zwischen Januar und April 2026 griffen Unbekannte Unternehmen mehrerer Branchen an und kontaktierten dabei telefonisch mehr als 150 Mitarbeiter, wie die Forscher berichteten.
Die Angreifer gaben sich dabei als IT-Support-Mitarbeiter aus, um sich Fernzugriff auf Firmenrechner zu verschaffen oder Schadsoftware zu platzieren. Die Kampagne trägt laut Palo Alto Threat Research Center den Namen „Spring Ring".
Parallele Kampagne seit Mai beobachtet
Auch Microsoft Security Research berichtet über eine Social-Engineering-Kampagne mit ähnlichem Muster, die seit Mai 2026 aktiv ist. Dabei rufen Angreifer gezielt private Telefone von Mitarbeitern an und geben sich als IT-Helpdesk aus, um Zugriff auf Microsoft 365, SharePoint, OneDrive und Exchange zu erlangen. Ziel ist die Übernahme von Microsoft-365-Konten.
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Nach erfolgreichem Zugriff registrieren die Angreifer eigene Multi-Faktor-Authentifizierungs-Methoden, um sich dauerhaften Zugang zu sichern, und ziehen Daten in überschaubarem Tempo ab – unter 1.000 Dateien oder E-Mails pro Stunde, um Erkennungssysteme zu unterlaufen. Als verantwortliche Threat Actors nennt Microsoft Security Research die Gruppen Storm-3121 und Storm-3032.
Begleitend beobachten die Forscher ungewöhnliche Anmeldungen, vom Angreifer nachträglich hinzugefügte Authentifizierungsmethoden sowie eine hohe Aktivität über die Microsoft-Graph-Schnittstelle. Die Angreifer sammeln demnach Daten aus SharePoint, OneDrive und Exchange Online, teils auch per E-Mail-Sammlung über REST-APIs.
Im Zusammenhang mit einer verwandten, Passkey-basierten Variante der Angriffe auf Identitäts- und Cloud-Plattformen nennt Microsoft Security Research mehrere Indikatoren für eine Kompromittierung, darunter die Domains passkeyhelpdesk[.]com, secure-passkey[.]com und setupmypasskey[.]com.
Gemeinsames Muster: Vertrauen in IT-Support als Einfallstor
Beide gemeldeten Kampagnen setzen auf dasselbe Grundprinzip: Angreifer nutzen das Vertrauen von Mitarbeitern in interne IT-Support-Strukturen aus, um klassische technische Schutzmaßnahmen zu umgehen.
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Statt Sicherheitslücken in Software auszunutzen, zielen die Täter auf den Menschen als schwächstes Glied der Sicherheitskette. Microsoft Teams dient dabei als Kommunikationskanal, über den sich vermeintliche Support-Mitarbeiter Zugang zu Unternehmensnetzwerken verschaffen.
Die Kombination aus Telefonanrufen zur Vorbereitung und anschließendem digitalem Zugriff über Teams oder Microsoft-365-Dienste erschwert die Erkennung durch klassische IT-Sicherheitssysteme, da die eigentliche Kompromittierung über legitime, von Unternehmen genutzte Plattformen erfolgt.
Die Registrierung eigener MFA-Methoden durch die Angreifer ermöglicht es ihnen zudem, sich auch nach einer möglichen Entdeckung des initialen Zugriffs weiteren Zutritt zu verschaffen.
Sowohl das Palo Alto Threat Research Center als auch Microsoft Security Research haben die jeweiligen Kampagnen öffentlich dokumentiert, um Unternehmen für die Angriffsmuster zu sensibilisieren. Die Häufung solcher Vorfälle rund um Microsoft-365- und Teams-Umgebungen deutet darauf hin, dass Angreifer verstärkt auf Social Engineering statt auf technische Exploits setzen, um Zugang zu Unternehmensdaten zu erhalten.
