Visa investiert 500 Millionen: KI-Agenten kaufen jetzt eigenständig ein
02.07.2026 - 23:35:25 | boerse-global.de
Der Zahlungsdienstleister Visa will das Einkaufen durch KI-Agenten revolutionieren und investiert dafür 500 Millionen Euro in den europäischen Markt. Auf dem Visa Payments Forum in Paris stellte der Konzern am heutigen Donnerstag eine Reihe neuer Technologien vor, die es künstlicher Intelligenz ermöglichen sollen, selbstständig und sicher Transaktionen durchzuführen.
Erste Live-Transaktionen in Deutschland erfolgreich
Die Ankündigung untermauert Visa mit konkreten Pilotprojekten. In Deutschland führten Worldline, ING und Visa eine erfolgreiche Transaktion durch: Ein KI-Agent kaufte eigenständig Waren – innerhalb klar definierter Nutzervorgaben. Bereits im Juni 2026 hatte es einen ähnlichen Test mit Worldline und ING gegeben, damals noch mit einem anderen Zahlungsdienstleister.
Parallel dazu meldeten Nexi und BBVA ihre ersten KI-gesteuerten Transaktionen in Zusammenarbeit mit Visa. Alle Pilotprojekte nutzen das Visa Intelligent Commerce Framework, das Tokenisierung, Identitätsprüfung und Echtzeit-Betrugsüberwachung kombiniert. Die Transaktionen erfüllen die Anforderungen der starken Kundenauthentifizierung (SCA) – mittels Visa Payment Passkeys und biometrischer Bestätigung.
Neue Protokolle für den KI-Handel
Visa führt mehrere neue Standards ein, um die Interaktion zwischen Händlern und autonomen Agenten zu regeln. Das Visa Agentic Ready-Programm wurde um Partner wie Worldline, ING und BBVA erweitert. Hinzu kommen das Trusted Agent Protocol und ein Agentic Directory – ein Verzeichnis, das Händlern hilft, KI-Agenten zu identifizieren und zu verwalten.
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Zu den ersten Unternehmen, die diese Werkzeuge einsetzen, gehören Cleverbridge, lastminute.com, Frasers und BrickDepot. Cleverbridge berichtet von erfolgreichen Tests, bei denen KI-Agenten selbstständig nach Produkten suchten, sie auswählten und kauften.
Um die Zuverlässigkeit der digitalen Assistenten zu bewerten, führt Visa zudem ein „Agent Score“-System ein. Die gesamte Infrastruktur soll sicherstellen, dass KI-Agenten nur innerhalb der vom Kontoinhaber festgelegten Berechtigungen handeln.
Tokenisierung auf dem Vormarsch
Der Vorstoß in den KI-gesteuerten Handel fällt in eine Phase rasanter Veränderungen in der Zahlungstechnologie. In der CEMEA-Region (Zentral- und Osteuropa, Naher Osten und Afrika) stieg der Anteil tokenisierter Transaktionen von 26 Prozent im Jahr 2023 auf 70 Prozent im Jahr 2026.
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Auch digitale Vermögenswerte gewinnen rasant an Bedeutung. Die annualisierten Stablecoin-Abwicklungsvolumina auf VisaNet erreichte im März 2026 umgerechnet rund 6,3 Milliarden Euro. In der CEMEA-Region vervielfachte sich das Stablecoin-Abwicklungsvolumen innerhalb eines Jahres um das Sechzigfache.
Vertrauen bleibt die größte Hürde
Trotz der technologischen Fortschritte ist die größte Herausforderung die Akzeptanz in der Bevölkerung. Eine Visa-Studie aus dem Jahr 2026 zeigt: Nur 23 Prozent der Verbraucher in Südafrika vertrauen KI-Agenten derzeit die Abwicklung ihrer Zahlungen an. Für die Branche bedeutet das: Biometrische Authentifizierung und Tokenisierung müssen nicht nur funktionieren, sondern auch das Vertrauen der Kunden gewinnen – die entscheidende Voraussetzung für den Durchbruch des autonomen Handels.
