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Visa Deep Authorization: Finanzbranche investiert 9,2 Mrd. in KI-Sicherheit

25.06.2026 - 02:40:08 | boerse-global.de

Finanzriesen investieren 9,2 Milliarden Euro in KI-Sicherheit. Mastercard und Visa melden erste Erfolge bei autonomen Zahlungen und Betrugsbekämpfung.

Visa, Mastercard & Co.: Milliarden-Investition in KI-Sicherheit
Visa - A glowing circuit board with biometric patterns, symbolizing AI-driven payment security and advanced fraud detection. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Finanzbranche erlebt dieser Tage einen regelrechten Schub an KI-gesteuerten Sicherheitslösungen. Visa weitete am Mittwoch sein Angebot an KI-Tools aus – mit der Einführung von Visa Deep Authorization und der Erweiterung seiner Dienste auf Karten anderer Anbieter. Hintergrund ist eine Investitionsoffensive von umgerechnet rund 9,2 Milliarden Euro über fünf Jahre.

Agentic Payments: Die erste autonome Zahlung in der Ukraine

Mastercard und die ukrainische PrivatBank meldeten am Dienstag einen Meilenstein: die erste sogenannte Agentic Payment des Landes. Die Transaktion nutzte eine „Know Your Agent"-Vertrauensarchitektur samt biometrischer Authentifizierung. Statt KI nur als Beiwerk zu behandeln, wird sie hier direkt in den Zahlungsfluss integriert.

Parallel dazu brachte Cequence am Montag seinen Intent Graph und Biometric Check auf den Markt. Das System setzt auf gerätebasierte Verfahren wie Face ID oder Touch ID, um menschliche Nutzer von KI-Agenten zu unterscheiden – und das bei Milliarden von API-Interaktionen täglich.

Visa aktualisierte zudem im Juni sein Click to Pay-System mit Passkey-Authentifizierung nach FIDO2-Standard. Erste Pilotdaten zeigen: Die phishing-resistente Methode reduzierte sogenannte Friendly-Fraud-Chargebacks um 14 Prozent und steigerte die Abschlussraten beim mobilen Bezahlen deutlich.

KI-Assistenten für die Betrugsbekämpfung

Mehrere Unternehmen stellten diese Woche KI-Assistenten vor, die interne Ermittlungen beschleunigen sollen. Am Montag präsentierte Wibmo, eine Tochter von PayU, in Mumbai seinen Agentic Risk Intelligence Assistant (ARIA). Das Tool zielt auf Betrugs- und Geldwäscheermittlungen ab – mit einer Zeitersparnis von über 70 Prozent und einer Treffergenauigkeit von rund 90 Prozent.

Integrated Research brachte am Dienstag Iris for Card Payments auf den Markt. Der in die Prognosis-Plattform integrierte KI-Assistent – sie verarbeitet jährlich über 80 Milliarden Transaktionen – liefert Echtzeit-Einblicke in Gesprächsform. Beta-Tests ergaben: Die Reaktionszeit bei Vorfällen konnte um bis zu 40 Prozent gesenkt werden.

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Ebenfalls am Dienstag startete Navi UPI in Bengaluru seinen Dienst Navi Secure – ein einheitliches Framework zur Erkennung von Betrugsmustern und zur Überwachung von Geräterisiken.

KI-Simulationen: Schwachstellen finden, bevor es Angreifer tun

Die Branche setzt zunehmend auf offensive KI, um Lücken aufzuspüren. Fireblocks veröffentlichte am Dienstag seinen Agentic Policy Analyzer. Zwei KI-Agenten simulieren darin Angriffe auf Transaktionsrichtlinien – integriert in Systeme, die monatlich über 35 Millionen Transaktionen abwickeln.

Forschungsergebnisse zeigen sowohl Chancen als auch Risiken. Das Claude Mythos-Modell von Anthropic identifizierte laut Visa-Technologiepräsident Rajat Taneja im ersten Testmonat nach seinem Start am 7. April über 10.000 Schwachstellen mit hohem oder kritischem Schweregrad. Visa stellte daraufhin am 10. Juni sein Vulnerability Agentic Harness als Open Source bereit, um Unternehmen bei der Sicherung autonomer Handelsumgebungen zu helfen.

OpenAI startete am Montag seine Initiative „Patch the Planet". In den ersten fünf Tagen generierte das KI-System 64 Pull-Requests in 19 kritischen Open-Source-Projekten – 37 Patches wurden bereits übernommen.

Infrastruktur und Governance: KI als Kernkomponente

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Je tiefer KI in Finanzsysteme eindringt, desto lauter werden die Rufe nach neuer Governance. Richard Bailey, CIO von Entersekt, betonte am Dienstag: Banken müssten KI als Kerninfrastruktur behandeln, nicht als isolierte Funktion. Die Vorteile von KI im Kampf gegen synthetische Identitäten und Deepfakes hingen von erklärbaren Entscheidungen und regulierten Daten ab.

Doch die rasche Adoption bleibt nicht ohne Reibung. Zwischen Anthropic und der US-Regierung kam es diesen Monat zu Spannungen über Exportkontrollen für fortschrittliche Modelle wie Mythos. Das Modell hatte offenbar innerhalb weniger Stunden Schwachstellen in klassifizierten Regierungssystemen identifiziert. Während einige Cybersicherheitsexperten auf eine Lockerung der Auflagen drängen, unterliegen die Modelle weiterhin strenger Kontrolle – wegen ihres Potenzials, sowohl digitale Infrastruktur zu verteidigen als auch anzugreifen.

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