Visa, Stablecoin-Infrastruktur

Visa baut Stablecoin-Infrastruktur aus: Open USD mit 140 Partnern

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Visa integriert Open USD und baut Blockchain-Infrastruktur aus. Trotz Umsatzplus von 14 Prozent fällt die Aktienreaktion verhalten aus.

Visa kündigt Stablecoin-Strategie und starke Quartalszahlen an
Digitale Benutzeroberfläche mit vernetzten Blockchain-Knoten und Finanzsymbolen als Metapher für moderne Zahlungsnetzwerke. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Zahlungsdienstleister Visa hat eine umfassende Neuausrichtung seiner Digitalstrategie angekündigt. Im Rahmen der Bekanntgabe der Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 am 28. Juli 2026 stellte CEO Ryan McInerney eine Strategie vor, die auf die Unterstützung verschiedener Stablecoins über mehrere Blockchain-Netzwerke hinweg abzielt. Zentraler Bestandteil dieser Entwicklung ist der Beitritt zum Open Standard-Konsortium, das den Stablecoin Open USD (OUSD) herausgibt.

Starke Quartalszahlen trotz verhaltener Aktienreaktion

Parallel zur strategischen Neuausrichtung legte Visa am 28. Juli 2026 die Finanzkennzahlen für das dritte Quartal vor. Das Unternehmen erzielte einen Nettoerlös von 11,6 Mrd. USD, was einer Steigerung von 14 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der bereinigte Gewinn belief sich auf 6,3 Mrd. USD beziehungsweise 3,32 USD pro Aktie.

Das gesamte Zahlungsvolumen erreichte in diesem Zeitraum 4 Billionen USD. Besonders das grenzüberschreitende Volumen verzeichnete ein Plus von 13 %, während die Anzahl der verarbeiteten Transaktionen um 10 % stieg. Trotz der positiven Geschäftszahlen reagierte der Kapitalmarkt zurückhaltend; die Visa-Aktie verzeichnete nach Börsenschluss einen Rückgang von rund 1 %.

Beteiligung am Open USD-Standard

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Ein wesentlicher Pfeiler der künftigen Ausrichtung ist die Integration des Open USD. Durch den Beitritt zum Open Standard-Konsortium erhält Visa einen Sitz im Vorstand der Organisation. Der Stablecoin Open USD verfolgt ein Modell, bei dem die Reserveerträge mit den beteiligten Partnern geteilt werden. Unterstützt wird das Konsortium bereits von über 140 Unternehmen, zu denen namhafte Akteure wie Mastercard, Coinbase, BlackRock und Google zählen.

CEO Ryan McInerney erläuterte während der Bilanzvorstellung, dass es nicht die Aufgabe von Visa sei, einzelne Gewinner unter den digitalen Währungen auszuwählen. Vielmehr wolle man die Infrastruktur bereitstellen, um verschiedene digitale Assets nutzbar zu machen. Der offizielle Start von Open USD ist für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 geplant, wobei konkrete Angaben zum erwarteten Volumen noch ausstehen.

Ausbau der technischen Infrastruktur

Bereits Mitte Juli 2026 startete die „Visa Stablecoin Platform“ in einer Beta-Phase, die zunächst Unterstützung für Open USD bietet. Die technologische Basis für die Stablecoin-Aktivitäten wurde in den letzten Monaten deutlich ausgebaut. Das Abwicklungsprogramm des Unternehmens erreichte zuletzt eine annualisierte Laufrate von 7 Mrd. USD über insgesamt neun verschiedene Blockchains.

Die Gesamtstrategie von Visa ruht auf drei Säulen: der Nutzung von Open USD, der Einführung tokenisierter Bankeinlagen sowie dem Einsatz von KI-gestütztem Handel. Zur Umsetzung tokenisierter Einlagen plant das Unternehmen die Integration des Technologieanbieters Pismo. Zudem sollen Dienste wie Wallet-as-a-Service und direkte Fiat-zu-Stablecoin-Transfers das Angebot ergänzen. Aktuell befinden sich über 160 Karten??me mit Stablecoin-Anbindung in der Umsetzung oder Planung.

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Marktdynamik und Reaktionen der Branche

Die Ankündigung von Visa löste deutliche Bewegungen im Markt für digitale Währungen aus. Die Aktie des Konkurrenten Circle verzeichnete nach der Bekanntgabe einen Kursrückgang von bis zu 17 %. Finanzanalysten von Mizuho stuften Circle aufgrund der potenziellen Bedrohung durch OUSD herab; Branchenexperten von Bernstein senkten das Kursziel für das Unternehmen auf 140 USD.

Interessant bewerten Marktbeobachter die Teilnahme von Coinbase am Konsortium. Das Unternehmen erzielte noch im Jahr 2024 einen Umsatz von 908 Mio. USD durch USDC-Transaktionen von Circle, engagiert sich nun jedoch ebenfalls im OUSD-Umfeld. Analysten von Ark Invest bewerteten die Partnerverpflichtungen für OUSD unterdessen vorsichtig und bezeichneten sie eher als eine unverbindliche Absichtserklärung denn als eine tiefgreifende strategische Wette. Zudem gab es Berichte, wonach einzelne Unternehmen ihre aktive Teilnahme am Open Standard-Projekt bestreiten.

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