Visa, A2A

Visa A2A Protect: Betrugserkennung springt um 75 Prozent

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Visa verbessert die Echtzeitprüfung von A2A-Zahlungen und schließt BioCatch-Kauf ab, während neue Allianzen gemeinsame Sicherheitsstandards vorbereiten.

Visa stärkt A2A-Schutz mit KI und übernimmt BioCatch
Modernes Server-Rechenzentrum mit blauer Beleuchtung als Symbol für digitale Zahlungsüberwachung und Betrugsprävention. Illustration mit AI erstellt.

Der Zahlungsdienstleister Visa hat eine technologisch erweiterte Version seines Risikoanalyse-Tools A2A Protect vorgestellt. Die Lösung wurde speziell für die Überwachung von Konto-zu-Konto-Zahlungen (Account-to-Account, A2A) entwickelt und zielt darauf ab, Betrugsmuster in Echtzeit zu identifizieren. In den ersten sechs Monaten nach dem Einsatz habe das System die Betrugserkennung bereits um 75 Prozent gesteigert.

Technologische Integration und strategische Akquisitionen

Die aktualisierte Version von A2A Protect führt einen neuen, einheitlichen Betrugs-Score ein und integriert Technologien von Featurespace. Das System basiert auf Künstlicher Intelligenz und Methoden des Transfer Learning, um Risiko-Einblicke unmittelbar während des Transaktionsvorgangs zu generieren.

Finanzinstitute können die Lösung über eine einzige API-Schnittstelle in ihre bestehende Infrastruktur einbinden. Ein wesentliches Merkmal der Neuerung ist zudem die Bereitstellung von Risikoerklärungen im Klartext, die Banken eine schnellere Bewertung der Alarmmeldungen ermöglichen sollen.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau seiner Sicherheitskapatitäten für A2A-Zahlungen hat Visa zudem die Übernahme des Unternehmens BioCatch für 2,4 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.

Die Investitionen erfolgen vor dem Hintergrund eines stark wachsenden Marktes: Marktbeobachter prognostizieren, dass das globale A2A-Transaktionsvolumen bis zum Jahr 2028 auf 5,8 Billionen Transaktionen ansteigen wird. Dies entspräche einem Zuwachs von 160 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024.

Branchenweite Standardisierung und neue Allianzen

Parallel zu den technologischen Entwicklungen bei Visa formieren sich branchenübergreifende Kooperationen zur Absicherung digitaler Zahlungsströme. So wurde die Agentic Payments Alliance gegründet, der insgesamt 26 Unternehmen angehören, darunter neben Visa auch Mastercard, Fiserv, Circle und Solana.

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Die Allianz beabsichtigt, Standards für die Identität von digitalen Agenten, deren Autorisierung sowie für die allgemeine Betrugsprävention festzulegen. Hintergrund ist der erwartete Aufstieg des sogenannten „Agentic Commerce“. Analysten von McKinsey schätzen das Volumen dieses Bereichs bis zum Jahr 2030 auf 3 bis 5 Billionen US-Dollar.

Ergänzend dazu hat die Standardisierungsorganisation EMVCo einen Entwurf für ein Framework für Agentenzahlungen veröffentlicht. Dieses sieht „Intent Services“ als zentrale Koordinationsschicht vor. Marktteilnehmer haben bis zum 30. September 2026 die Möglichkeit, Feedback zu diesem Entwurf einzureichen.

Notwendigkeit einer frühzeitigen Betrugserkennung

Aktuelle Daten von PYMNTS und Plaid verdeutlichen den Handlungsbedarf für Finanzinstitute. Demnach entdecken 57 Prozent der Unternehmen betrügerische Aktivitäten erst nach dem endgültigen Settlement der Zahlungen.

Diese Verzögerung hat direkte finanzielle Auswirkungen: Bei einer hohen Unsicherheit in der Betrugserkennung belaufen sich die Kosten auf durchschnittlich 42 Basispunkte des Umsatzes, während sie bei Unternehmen mit niedriger Unsicherheit auf 21 Basispunkte sinken. Es zeige sich zudem, dass 81 Prozent der Firmen, die Betrug frühzeitig erkennen, auf eine sofortige Kontoverifizierung setzen. Bei Unternehmen mit späterer Erkennung liege dieser Anteil lediglich bei 47 Prozent.

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Weitere Untersuchungen von Visa und PYMNTS belegen, dass 51 Prozent der Kartenherausgeber moderne Betrugsprävention gezielt zur Stärkung der Kundenbindung einsetzen. Rund 41 Prozent der Institute planen demnach Investitionen in Anti-Fraud-Lösungen, die in Echtzeit agieren.

Regionale Entwicklungen und operative Erfolge

In der Praxis zeigen spezialisierte KI-Lösungen bereits signifikante Wirkungen. Die Bank Capitec gab bekannt, dass ihr KI-gestütztes Zahlungsscreening im Zeitraum von Juli 2025 bis Juni 2026 insgesamt 113.410 Kunden vor finanziellen Verlusten geschützt habe. Dabei wurden Betrugsschäden in Höhe von 699 Millionen Rand verhindert.

Das System blockierte in diesem Zeitraum 131.000 verdächtige Begünstigtenkonten, wovon 64.000 als Konten von Geldkurieren (Mule-Accounts) identifiziert wurden.

Auch auf staatlicher Ebene werden die Kontrollmechanismen verschärft. In Südkorea erreichten die Verluste durch Voice-Phishing im Jahr 2025 eine Summe von 1,2578 Billionen Won, was einem Anstieg von 47,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Ab dem 1. Oktober treten dort neue Regelungen in Kraft, die es ermöglichen, Kryptowerte einzufrieren und zurückzugeben, sofern diese mit Phishing-Betrug in Verbindung stehen.

Unterdessen integriert Nasdaq Verafin neue Dark-Web-Informationen von Q6 Cyber in seine Plattform, die von rund 2.800 Institutionen genutzt wird. Das System verarbeitet Daten zu Millionen kompromittierter Schecks und Zahlungskarten, um Banken innerhalb von Minuten bis Stunden nach einer verdächtigen Aktivität zu warnen.

Gleichzeitig erweitert das Unternehmen Riskified sein Angebot um das Tool ARIA, das Händlern die Untersuchung von Betrugsfällen mittels natürlicher Sprachabfragen ermöglicht.

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