Vignetten-Betrug: Kriminelle erbeuten über 1.000 Euro pro Opfer
10.06.2026 - 09:02:51 | boerse-global.de
Kriminelle nutzen täuschend echt wirkende Internetseiten beim Verkauf von Autobahnvignetten – und erbeuten dabei hohe Summen.
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Hunderte Euro statt weniger Euro
In den vergangenen Tagen häuften sich die Fälle. Ein Schweizer Reisender wollte für die Fahrt zum Eurovision-Finale in Wien eine österreichische Vignette für rund 13 Euro kaufen. Stattdessen buchten die Betrüger 800 Schweizer Franken ab. Der Vorfall ereignete sich heute.
Noch krasser traf es eine Nutzerin aus Kärnten. Sie versuchte gestern, eine Tagesvignette für 9,60 Euro zu erwerben. Binnen Sekunden verschwanden 1.014,63 Euro von ihrem Konto – transferiert nach London. Die gefälschte Webadresse unterschied sich nur durch einen Buchstaben vom offiziellen Portal der Autobahngesellschaft ASFINAG.
Professionelle Tarnung und bezahlte Anzeigen
Das Bundeskriminalamt warnt vor der hohen Professionalität der Fake-Shops. Die Täter schalten bezahlte Werbeanzeigen in Suchmaschinen. So landen ihre manipulierten Seiten ganz oben in den Suchergebnissen. Die Domainnamen sind kaum von den echten zu unterscheiden.
Doch die Masche endet oft nicht beim ersten Diebstahl. Im Fall des Schweizers versuchten die Täter rund zwei Wochen später erneut Kontakt aufzunehmen. Unter einer Schweizer Telefonnummer wollten sie unter einem Vorwand weitere Bankdaten ergattern. Experten raten zur sofortigen Sperrung aller Zahlungskarten und zur Information der Bank.
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Cyberkriminalität bleibt auf hohem Niveau
Die aktuellen Fälle sind kein Einzelfall. Die Kantonspolizei Bern registrierte 2025 insgesamt 7.593 Straftaten im Bereich Cyber-Wirtschaftskriminalität. Das sind zwar ein Prozent weniger als im Vorjahr – das Bedrohungsniveau bleibt aber konstant hoch.
Die Betrugsmaschen weiten sich auf andere digitale Schnittstellen aus. In Nordrhein-Westfalen stellte die Polizei Anfang der Woche manipulierte NFC-Kartenlesegeräte an Parkautomaten sicher. Täter kleben eigene Leseeinheiten über die originalen Bezahlfelder, um Kartendaten abzugreifen. Auch das Steuerportal Elster ist aktuell Ziel von Phishing-Kampagnen.
Sicherheitsbehörden empfehlen: Vignetten ausschließlich über offizielle Portale oder Apps der Betreiber beziehen. Und vor der Eingabe sensibler Daten die Webadresse genau prüfen.
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