Vietnams, Agrarwende

Vietnams Agrarwende: Lang Son plant 200 Qualitätsprodukte bis 2030

09.06.2026 - 10:41:17 | boerse-global.de

Die nordvietnamesische Provinz Lang Son treibt die Modernisierung ihrer Landwirtschaft voran. Neue Beschlüsse zielen auf mehr Produktivität, ökologische Standards und höhere Wertschöpfung.

Lang Son: Vietnams Norden setzt auf nachhaltige Agrarwende bis 2030
Vietnams - Eine weitläufige, nachhaltig bewirtschaftete Agrar- und Waldlandschaft in Lang Son, Vietnam, mit terrassierten Feldern und dichten Wäldern. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bis 2030 soll der Primärsektor als stabile Säule der Regionalwirtschaft gefestigt werden – mit klaren Wachstumszielen und ökologischen Standards.

Grundlage sind die Beschlüsse Nr. 24-NQ/TU vom 3. März sowie Nr. 02/2026/NQ-H?ND vom 26. März 2026. Der Agrar-, Forst- und Fischereisektor soll demnach 12 bis 13 Prozent zur Wirtschaftsstruktur beitragen. Das jährliche Wachstum liegt bei mindestens 3,6 Prozent. Ab 2026 bleibt ein zweistelliges Wirtschaftswachstum das übergeordnete Ziel, wie die Provinzführung bei der PCI-Bewertung 2025 betonte.

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Produktivität steigern, Wertschöpfung erhöhen

Der Produktwert pro Flächeneinheit soll um 10 bis 15 Prozent klettern. Dafür plant die Provinz 30 neue Unternehmen anzusiedeln, die landwirtschaftliche Erzeugnisse verarbeiten. Parallel läuft das OCOP-Programm („One Commune, One Product“) auf Hochtouren: 200 Produkte sind das Ziel, darunter mindestens 20 mit Vier-Sterne-Zertifizierung und eines mit Fünf-Sterne-Bewertung.

Die Flächenplanung setzt auf Spezialisierung. Kiefern dominieren mit 155.000 bis 160.000 Hektar. Weitere Schwerpunkte:

  • Sternanis: 55.000 bis 56.000 Hektar
  • Akazien: 50.000 bis 55.000 Hektar
  • Zimt: 10.000 bis 15.000 Hektar
  • Macadamia: 6.000 bis 8.000 Hektar

Hinzu kommen Obstflächen: über 4.500 Hektar für Cherimoya sowie Flächen für Zitrusfrüchte, Kaki und Schwarzes Gelee. In der Forstwirtschaft liegt der Fokus auf Nachhaltigkeit: 5.000 Hektar sollen bis 2030 zertifiziert sein, 20.000 Hektar nach Prinzipien der nachhaltigen Waldbewirtschaftung geführt werden.

Viehzucht mit klaren Zielen

Die Tierhaltung ist ebenfalls genau durchgeplant. Bis 2030 sind 300.000 Schweine, 5,5 Millionen Stück Geflügel sowie Bestände von Büffeln (48.000 bis 50.000), Rindern (30.000), Ziegen (45.000) und Pferden (8.500) vorgesehen. Die Aquakultur soll auf über 1.250 Hektar sowie in rund 550 Käfigen und Flößen betrieben werden.

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Qualität wird großgeschrieben: 2.000 Hektar Anbaufläche sollen bis 2030 nach GAP-Vorgaben (Good Agricultural Practice) oder ökologischen Standards bewirtschaftet werden. Schulungen zur Hightech-Produktion entlang der Wertschöpfungskette decken Themen wie digitale Transformation und Rückverfolgbarkeit ab.

Erste Erfolge und internationale Kooperationen

Der provinzielle Lenkungsausschuss zog am 8. Juni 2026 eine erste Zwischenbilanz. Alle Gemeinden haben die Resolutionen und Pläne verabschiedet. In 278 Konferenzen wurden über 15.700 Teilnehmer informiert. Fünf Modellprojekte auf 41 Hektar testen den Anbau von Zuckerapfel, Sternanis, Macadamia und Kaki.

Bei der Aufforstung liegen 5.255 Hektar konzentrierter Wald – das sind 58,39 Prozent des Jahresplans. Finanziell haben 70 Organisationen und Einzelpersonen Unterstützung von über 80 Milliarden VND beantragt.

Um die Exportinfrastruktur zu stärken, suchte eine delegation der Provinz vom 3. bis 6. Juni 2026 den Austausch mit Partnern in Brasilien. Themen waren Agrar- und Kühlhauslogistik sowie Technologietransfer bei der Verarbeitung. Auch die Anwerbung von Investitionen für die Grenzwirtschaftszone Dong Dang-Lang Son und den VSIP-Industriepark stand auf der Agenda.

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