Vietnam forciert Berufsausbildung: Provinz übernimmt Gebühren zu 100%
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 21:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Mit einem Wirtschaftswachstum von 8,18 Prozent im ersten Halbjahr 2026 forciert Vietnam die berufliche Ausbildung als zentrales Element der Personalentwicklung. Das Land setzt auf Praxisorientierung, finanzielle Entlastung und flexible Bildungswege.
Provinz übernimmt Studiengebühren
Bereits Ende Juni 2026 betonte Präsident To Lam die Notwendigkeit, die Berufsbildung zur tragenden Säule der nationalen Entwicklung zu machen. Die Provinz Hung Yen geht mit gutem Beispiel voran: Ab Mitte Juli 2026 übernimmt sie die Studiengebühren für Berufsschüler in 45 ausgewählten Berufen zu 100 Prozent.
Die Förderung ist zeitlich begrenzt – maximal 30 Monate für Hochschulprogramme, 20 Monate für die Berufsausbildung. Bestimmte Zielgruppen erhalten zusätzlich 30 bis 50 Prozent Unterstützung. Das soll die Attraktivität handwerklicher und technischer Berufe steigern.
Betriebliche Ausbildung wird Pflicht
Ein neuer Entwurf des Bildungsministeriums sieht vor, die Zusammenarbeit zwischen Berufsschulen und Unternehmen zu institutionalisieren. Praktische Phasen im Betrieb sollen mindestens 20 Prozent der gesamten Kurszeit ausmachen.
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Das Ziel: Ausbildungsinhalte präziser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes abstimmen. Experten fordern eine noch intensivere Einbindung der Wirtschaft in den Bildungsprozess. Parallel dazu entwickelt das Ministerium neue Standards für digitale Kompetenzen und den Einsatz künstlicher Intelligenz an Hochschulen.
Flexiblere Übergänge zwischen Bildungswegen
Das Rundschreiben 52/2026/TT-BGD?T regelt ab Mitte August 2026 die Anrechnung von Studienleistungen zwischen Berufsfachschulen, Fachhochschulen und Universitäten. Eine zentrale Bedingung: Studierende müssen mindestens 50 Prozent der Inhalte an der abschlussverleihenden Hochschule absolvieren.
Die Regelung umfasst auch die Anerkennung ausländischer Abschlüsse und spezifischer Berufsqualifikationen.
STEM-Fächer im Fokus
Der stellvertretende Bildungsminister Le Quan priorisiert die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik an Berufsgymnasien. Für das Schuljahr 2026/27 ist ein Pilotprojekt geplant. Die Bewerberstatistik zeigt bereits Wirkung: 18 Prozent der Bewerber entschieden sich 2026 für MINT-Fächer.
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Ergänzt werden die Reformen durch gezielte Programme für strukturschwache Regionen. Das Da Nang College bietet seit Juni 2026 spezialisierte Kurse in Lebensmittelverarbeitung und Technik für Bewohner von Berggemeinden an – ein Schritt zur Qualifikation auch in entlegenen Gebieten.
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